Region

Die Verwirrung um den Stadtstrand

Eine Eventagentur will diesen Sommer die Grosse Schanze in einen Stadtstrand verwandeln. Sicherheitsdirektor Reto Nause unterstützt die Idee: Wenn die Schanze belebt werde, könnte sie von ihrem Problemimage weg kommen.

Mit etwas Glück sonnen sich die Berner ab Juni am City Beach auf der grossen Schanze.

zvg

Stichworte

Weyerli-Lounge auf Eis

Mittels Vorstoss forderte die CVP letztes Jahr einen abendlichen Loungebetrieb im Marzili. Der Gemeinderat zeigte sich der Idee grundsätzlich wohlgesinnt, war aber wegen des zu befürchtenden Lärms gegen den Standort Marzili und zügelte die Idee ins Weyerli.

Das Sportamt hat danach mit potenziellen Loungebetreibern das Gespräch gesucht. Laut Sportamt-Chef Roger Schnegg befanden sich darunter auch die Promotoren des City-Beach. Nachdem alle Interessenten auf andere Standorte umgeschwenkt seien, war das Thema vorläufig erledigt.

Im Juni will der Gemeinderat ein Massnahmenpaket für die städtischen Sportanlagen in die Konsultationsphase schicken. Dabei sollen laut Schnegg auch Vorschläge für die Attraktivierung der Freibäder gemacht werden. Klar ist aber: Kommenden Sommer wird es im Weyerli sicher keine Badilounge geben.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Die Grosse Schanze in Bern sorgt häufig für negative Schlagzeilen: Auf der Terrasse vor der Universität wird mit Drogen gedealt, kommt es immer wieder zu Schlägereien, werden Passanten ausgeraubt. Die Stadt sucht in Gesprächen mit Anwohnern und politischen Parteien nach Möglichkeiten, um die Schanze aus der Schmuddelecke zu holen. Für die SP Länggasse-Felsenau wäre die Belebung der Grossen Schanze ein wichtiger Schritt.

Auch für Bern einen Strand

Nun liegt ein pfannenfertiges Projekt vor: Eine Luzerner Eventagentur möchte diesen Sommer die Uni-Terrasse in einen Stadtstrand verwandeln. Ein Swimmingpool, Palmen und Liegestühle sollen zum Verweilen einladen, ein Gastrobetrieb für Umsatz sorgen. Dass diese Idee zieht, zeigen Erfahrungen aus anderen Städten. Seit 2008 hat die City-Beach AG sechs Stadtstrände betrieben. «700000 Gäste sind gekommen», sagt Geschäftsführer Michael Achermann. Das brachte natürlich einerseits Einnahmen für die Veranstalter, andererseits konnten auch die Städte profitieren.

Strand statt Strassenstrich

Die Stadtstrände würden immer an sehr zentralen Plätzen eingerichtet, sagt der Geschäftsführer. Plätze, die vorher häufig Problemorte waren. «In Luzern beispielsweise richteten wir den City Beach dort ein, wo sich sonst der Strassenstrich mit all seinen Nebenerscheinungen befindet.» Während der «Strandsaison» habe sich die Situation am vorher problematischen Ort «massiv beruhigt». Die Gegend sei «gewissen Leuten plötzlich zu belebt» gewesen.

Stadt unterstützt die Idee

Solche Aussagen hört man in Bern gern. «Ein solcher Stadtstrand wäre sicherlich einen Versuch wert», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause. Dass eine Belebung die Grosse Schanze sicherer mache, zeige sich jeweils während des Open-Air-Kinos. «In dieser Zeit haben wir viel weniger negative Vorfälle.» Das Projekt City-Beach stiess auch bei Vertretern der Stadtgärtnerei und Quartierverbänden auf Zustimmung, wie ein Treffen zur Zukunft der Grossen Schanze zeigte. Nause wurde darum bereits im Januar beim Kanton vorstellig. Dieser ist Grundeigentümer des fraglichen Geländes.

Die Uni hat Bedenken

In einem Brief an Regierungsrätin Barbara Egger bat Nause deshalb um «wohlwollende Prüfung» des Projekts. Wie der «Blick am Abend» publik machte, soll Egger daraufhin der Idee eine Abfuhr erteilt haben. Der Grund: Die Leitung der Universität habe Angst, dass der Stadtstrand den Uni-Betrieb störe.

«Diese Bedenken hat die Uni-Leitung tatsächlich», sagte Egger gestern gegenüber dieser Zeitung. «Es ist aber ein Missverständnis, dass ich in dieser Sache etwas entschieden haben soll.» Klar ist für sie: «Die Bedürfnisse der Uni haben Priorität.» Für die Veranstalter wäre das kein Problem. «Wir könnten den Strand nur am Abend oder in den Semesterferien öffnen», sagt Achermann. Es habe in anderen Städten nie Probleme mit Anwohnern gegeben.

Wer ist zuständig?

Es scheint also, als hätte die Idee auch in Bern Realisierungschancen. Was Reto Nause freut, denn auch er hatte Eggers Antwortbrief «als doch eher skeptisch gegenüber dem Projekt» verstanden. Weniger diplomatisch formulierte es City-Beach-Mitinitiant Remo Neuhaus gestern gegenüber Capital FM, wo er aus Eggers Antwortbrief zitierte: «Die starken Einschränkungen des Uni-Betriebes sind der Hauptgrund, weshalb wir den Pilotversuch nicht unterstützen können.» Egger entgegnete, das sei lediglich eine unverbindliche Rückmeldung unter Regierungskollegen gewesen, und sie sei gar nicht sicher, ob der Kanton für die Bewilligung zuständig sei. «Der Kanton ist Bewilligungsbehörde», betont dagegen Reto Nause. Allzu viel Zeit für das Hin und Her bleibt nicht mehr. Laut City-Beach-Chef Achermann müsste die Zusage bis Ende April vorliegen. «Nur dann reicht die Zeit, damit wir im Juni in Bern loslegen können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.03.2010, 08:27 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

11 Kommentare

Renate Mäder

12.03.2010, 12:54 Uhr
Melden

Ich stimme Elsa Lüthi zu. Die Dealer und was alles dazu gehört, würden nur während des Events verschwinden und kämen dann wieder zurück. Die grosse Schanze muss mit Überwachungskameras und Echtzeitreaktion seitens Polizei ausgestattet werden. Nur so kann die Sicherheit für die Bevölkerung gewährleistet resp. wieder hergestellt werden. Antworten


Robert Aeschlimann

12.03.2010, 12:28 Uhr
Melden

Man könnte die Strafen für den Besitz und Verkauf von Drogen massiv erhöhen und die Dealer entsprechend bestrafen,aber anscheinend besteht bei den Politikern und Behörden kein Handlungsbedarf. Antworten


Elsa Lüthi

12.03.2010, 01:04 Uhr
Melden

Die Dealer mit ihren Käufern verschwinden nicht wegen diesem Event. Die werden sich während dieser Zeit einen anderen Ort aussuchen und nach dem Event wieder zurückkehren. Das ist doch Augenwischerei, die Sicherheit in der Stadt Bern ist nicht gewährleistet. Laisser-faire und nicht genug Polizisten das ist Fakt in der Stadt Bern. Antworten


jacques amarell

11.03.2010, 23:11 Uhr
Melden

immerhin ist diese idee deutlich einfallsreicher, als die konzepte von mad wallstreet & co. die das mühsame volk zur schanze anziehen. lieber ein abartiger ort, als ein unort, wie er sich heute präsentiert. ideen für die wintermonate sind nun noch gefragt. gegen jacuzzis hätte ich nichts. Antworten


Christoph Jeanneret

11.03.2010, 23:01 Uhr
Melden

Die Idee von einem City Beach auf der grossen Schanze hatnur Vorteile: Der Platz wird belebt und bietet allen, welche Lust haben, eine neue und für die Jungen attraktive Form von Ausgang in Bern. Die Schanze wird dadurch sicherer! Ein Nebeneinander mit der Uni ist kein Problem, da zeitlich abgegrenzt. Stadt und Kanton hat kein finazielles Risiko, da privat finanziert! Hoffentlich klappts! Antworten


marcel zbinden

11.03.2010, 20:49 Uhr
Melden

...an die einmal mehr skeptischen Politiker/innen und andern Nörgeler...wenns auf der Schanze nicht klappt wieso nicht nach Pariser Vorbild? sprich...unten in der Matte zwischen Matte und Jugendherberge-dann ist das Fahrverbotsproblem gleich eine Zeitlang gelöst Antworten


Dieter Kaiser

11.03.2010, 18:09 Uhr
Melden

Sonst bin ich eher kritisch gegenüber solchen Projekten eingestellt. In diesem Fall finde ich die Idee, vor allem zum Zweck der Belebung dieses von vielen Leuten gemiedenen Orts, allerdings gar nicht so schlecht. Antworten


Reto Aepli

11.03.2010, 17:37 Uhr
Melden

Umweltschutz nur, wenns mich nicht betrifft. Der Sand wächst ja auf berner Bäumen. Da werden die jungen, linken, umweltbewussten Jusos sicherlich kräftig an der "beach" abhängen.... Antworten


Thibault Schmidt

11.03.2010, 17:13 Uhr
Melden

Schöner name "City Beach"... wäre so ganz ohne wasser "City Desert" nicht passender... naja mir ist's ja egal aber ich verstehe nicht wieso man in der Stadt Sand braucht... Aber eben wenn es uns nichts kostet, können die von mir aus machen was sie wollen... Antworten


rolf zürcher

11.03.2010, 17:00 Uhr
Melden

und wer zahlt diesen scheiss?steuerzahler?sponsoren,deren geld eigentlich auch nicht ihres ist?oder machen die migranten mal was für die schweizer? oder tschäppät als wiedergutmachung?? Antworten


christoph scheidegger

11.03.2010, 16:11 Uhr
Melden

nieder mit den alpen, freie sicht auf`s mittelmeer..! Antworten



Region

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Projektleiter SAP / Finance Freestar - People AG, Kanton Zürich

Leiter Ausführung / Montage Elektrotechnik GROPAG Personalmanagement AG, Zentralschweiz

Geschäftsführer (m/w) Mercuri Urval AG, Winterthur


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...

Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.