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Die Strasse, die zum Friedhof führt

Von Mirjam Messerli. Aktualisiert am 22.11.2010 3 Kommentare

Serie zum Tram Bern-West: An der Haltestelle Statthalterstrasse liegt der Friedhof Bümpliz. Letzte Ruhestätte für die Toten, aber auch Treffpunkt für die Lebenden.

Auch im Sommer besinnlich: Der Friedhof Bümpliz.

Auch im Sommer besinnlich: Der Friedhof Bümpliz.
Bild: Andreas Blatter

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«I wohne anere Strass wie gseit, wo zum Fridhof geit», sang Mani Matter. Die Heimstrasse in Bümpliz ist eine solche Strasse. Sie führt einige Meter nach der Haltestelle Statthalterstrasse zum Friedhof Bümpliz.

Still liegt der Friedhof an diesem bewölkten Novembermorgen da. Ausser Vogelgezwitscher und dem in der Ferne zu erahnenden Brummen eines Laubbläseres ist nichts zu hören. Zwei Krähen baden in einer letzten Pfütze des winterfest gemachten Friedhofweihers. Sagt man nicht, Krähen seien Totenvögel? Ein Mann steht vor einem Grab. Er scheint leise zu sprechen. Einige Minuten vergehen. Der Mann wendet sich ab, macht einige Schritte Richtung Ausgang, kehrt noch einmal zurück, berührt den Grabstein und verlässt den Friedhof dann endgültig. Ob er jeden Tag hierherkommt?

250 Beisetzungen pro Jahr

Der Friedhof Bümpliz misst etwa acht Hektaren und ist damit der kleinste der drei städtischen Friedhöfe. Schosshalden- und Bremgartenfriedhof sind doppelt so gross. In Bümpliz sind pro Jahr 250 «Ereignisse» zu verzeichnen. «Ereignis» nennt es Friedhofsleiter Christoph Schüpbach deshalb, weil so die Erdbestattung eines Sarges und die Beisetzung einer Urne gemeint sind.

Auf dem Friedhof Bümpliz hat man verschiedene Möglichkeiten, um sich beerdigen zu lassen. Es gibt: Urnennischen, Urnenhaingräber, Urnenreihengräber, Familiengräber, Kindergräber, das Kinder-Gemeinschaftsgrab, Sargreihengräber. Etwa die Hälfte der Verstorbenen wollte in einem Gemeinschaftsgrab beerdigt werden. Auf den Grabplatten liest man typisch schweizerische und fremdländische Namen. Ein Grabfeld für Muslime gibt es in Bümpliz nicht. Noch nicht. Irgendwann werde diese Diskussion kommen, glaubt der Leiter.

Ein Ort zum Innehalten

Der Friedhof Bümpliz ist ein schöner Ort. Ein Ort zum Innehalten. Zum Nachdenken. Auch ein Ort für Alltägliches. Ein älterer Mann und eine ältere Frau stehen neben einer hohen Tanne und plaudern. Ob die beiden vielleicht ihre Partner verloren haben und sich nun näherkommen? Der Friedhof Bümpliz ist ein Ort, an dem man seiner Fantasie freien Lauf lassen kann.

Natürlich ist der Friedhof ein Ort der Trauer, des Abschiednehmens, der Erinnerung. Nur drei Jahre alt ist der Bub geworden, auf dessen Grab sich ein Windrad dreht. Im Grabstein eingemeisselt ist ein Spielzeugauto. Zwei gleiche Nachnamen, dasselbe Todesdatum auf einem schlichten Holzkreuz beim Gemeinschaftsgrab für Kinder. Hier liegen wahrscheinlich Zwillinge begraben. Ein Kiesweg trennt die letzte Ruhestätte für zu früh geborene Babys vom Grabfeld für Erwachsene. Sie wurden 33, 85, 90, 43 oder 98 Jahre alt.

«Rambazamba» auf dem Friedhof

«Der Friedhof Bümpliz ist auch ein Durchgangsfriedhof», sagt Leiter Christoph Schüpbach. Anwohner und Schüler überqueren das Gelände. Im Sommer habe man manchmal Probleme mit Jugendlichen, die sich auf dem Friedhof treffen würden. «Rambazamba», sagt Schüpbach. Eigentlich sei es doch aber schön, dass Menschen auf den Friedhof kämen «und hier vielleicht ein wenig nachdenken».

«So tröstet euch nun mit diesen Worten untereinander», schliesst ein Psalm auf einem Grabstein. Ein Mann mit Hund geht die Heimstrasse entlang. Hunde und Fahrräder sind auf dem Friedhofsgelände nicht erlaubt. Und auf einem Schild wird darauf hingewiesen, dass hier der Abfall getrennt wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.11.2010, 08:56 Uhr

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3 Kommentare

Roland Peter

22.11.2010, 09:28 Uhr
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Dieser Artikel wie viele andere auch, wurde sehr harmlos und verniedlicht geschrieben. Ich habe dort Angehörige, deren Gräber ich besuche. Betreffend Jugendliche ist das Problem viel grösser. Oft wird gesoffen, herum gegrölt und schliesslich an irgendeinem Grabstein uriniert. Man findet Alk- Pet-Flaschen im Wasser, Abfall überall verstreut. Ich dachte, Hunde wäre der Zutritt verboten! Antworten


Peter Münger

22.11.2010, 10:25 Uhr
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Ich habe bekannte auf dem Friedhof. Was ich dort sehe ist absolut unwürdig. Ob Beerdigung oder Besuch, Jugendliche grölen, trinken und kiffen auf dem Friedhof. Statt sie zu verjagen werden Aschenbecher montiert. Ältere Leute haben Angst dort die Gräber zu besuchen. Macht aus dem Friedhof das was er sein muss, ein Ort der Besinnung und Stille und nicht Jahrmarkt. Wir haben genug Lärm und Stress. Antworten



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