Die Sommerhitze verstärkte das Feuer
Von Peter Steiger. Aktualisiert am 14.07.2010
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(Video: Telebärn)
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Fritz Sahli trägt einen verkohlten Computer aus dem Haus. «Er ist nicht mehr zu retten», sagt er und lächelt sogar. Biobauer Sahli hat den Humor nicht verloren. Schwarzer Humor ist es. Schwarz ragen die Balken des Hauses in die Luft, schwarz gähnen die Fensterhöhlen. Der Schüpfenriedhof in Uettligen ist fast vollständig abgebrannt (wir berichteten). Nur der Hühnerstall und einige Ökonomiegebäude stehen noch. Ein Dutzend Besucher betrachteten gestern Vormittag betroffen den Schaden. Immer noch weht Brandgeruch über das Gelände.
Nur das Nötigste gerettet
Am Montagmittag kurz vor drei Uhr geschah es: Flammen loderten aus dem Dachstock und verbreiteten sich rasend schnell. Weshalb es brannte, will die Polizei noch nicht mitteilen. Sicher ist, dass kein Brandstifter am Werk war und dass Sahlis nicht schuld sind. Die Feuerwehr vermutet, dass die Sommerhitze beigetragen hat, dass das Feuer so schnell um sich griff (siehe Kasten). Die vierköpfige Familie Sahli war zu Hause, aber nicht unmittelbar gefährdet. Die Erwachsenen bemerkten das Feuer rasch. Weil sich der Brand fast explosionsartig ausbreitete, konnten sie nur das Nötigste retten.
Einen Tag nach dem Feuer ist der 40-jährige Fritz Sahli erstaunlich gefasst. Er packt zu, organisiert und denkt an die Zukunft. Für konkrete Entschlüsse sei es noch zu früh, sagt er. Ihm hilft, dass seine Familie unverletzt ist. Er und Ehefrau Ursula sowie die Kinder Julia (9) und Bänz (7) wohnen für die nächsten zwei Wochen in einem nahen Einfamilienhaus. Die Nachbarn sind zurzeit in den Ferien. Was nachher geschieht, ist noch offen.
Sahlis halten auf dem 30 Hektaren grossen Hof 6o Kühe, 40 Schweine und 500 Hühner sowie einen Hund und eine Katze. Alle Tiere sind unversehrt. Der grosse Sachschaden lässt sich noch nicht errechnen. Fritz Sahli hofft, dass die Versicherungen zahlen. Sahlis leiden nicht nur darunter, dass ihr Hof abgebrannt ist, sondern dass die Flammen auch ihr Geschäft zerstörten. Die weitherum bekannte Bauernfamilie betrieb einen Hofladen, und belieferte Detaillisten. Überdies organisierte Fritz Sahli Kurse, Veranstaltungen sowie biokulinarische Anlässe und vermietete Seminarräume. Die innovativen Bauern heizten sogar eine mobile Sauna ein, in der man in der Nähe des Hofs schwitzen konnte.
Hofladen im Container
Sahli prüft, wie er diesen Zusatzverdienst wieder ankurbeln kann: «Möglicherweise betreiben wir den Hofladen vorübergehend in einem Container.» Mit einem solchen Plan würde er bei der Gemeinde vermutlich auf Wohlwollen stossen. «Wir unterstützen Sahlis, soweit wir können», sagt der Wohler Gemeindepräsident Eduard Knecht (FDP). (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.07.2010, 14:55 Uhr
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