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Die Siedlung, in der ältere Menschen selbst anpacken

Von Lucia Probst. Aktualisiert am 22.06.2011

Die Age-Stiftung aus Zürich fördert gutes Wohnen im Alter. Der Siedlung «Am Hof» in Köniz hat sie 300'000 Franken zugesprochen.

Modern wohnen im Alter: Seit Januar 2010 wird an der Siedlung im Könizer Zentrum gebaut. Langweilen sollen sich Bewohner hier nicht.

Modern wohnen im Alter: Seit Januar 2010 wird an der Siedlung im Könizer Zentrum gebaut. Langweilen sollen sich Bewohner hier nicht.
Bild: Urs Baumann

Musterwohnung

Die Musterwohnung an der Landorfstrasse 21 (vis-à-vis Heilsarmee) kann bis 27.Juli mittwochs, 14 bis 16 Uhr, besichtigt werden. Zudem am 23. und 28.Juni, 17 bis 19 Uhr.>

Noch sind die beiden modernen Wohnbauten neben dem Könizer Gemeindehaus eine Baustelle. 49 Wohnungen fürs Wohnen ab 50 bis ins hohe Alter entstehen. Ab Oktober sind sie bezugsbereit.

Wer hier einzieht, wird auf unterschiedliche Weise selbst aktiv sein können: Zum Beispiel als Concierge beim Eingang, im Garten oder als Betreuerin des Gästezimmers. Mehr als einen halben Tag pro Woche soll das freiwillige Engagement aber nicht umfassen. Was darüber hinausgeht, werde entlöhnt, sagt Simone Gatti, Präsidentin der Genossenschaft am Hof. Solch nachbarschaftliche Hilfe wird in der Siedlung mit professionellen Angeboten für ältere Menschen gekoppelt sein. So zieht unter anderem Ende Jahr die Spitex Köniz vom alten Schulhaus ins Erdgeschoss.

Die Idee für die Siedlung findet auch die Age-Stiftung in Zürich spannend. Sie setzt sich für gutes Wohnen im Alter ein und hat für das Wohnprojekt einen Förderbeitrag von 300000 Franken gesprochen. «Das Nachbarschafts- und Betriebskonzept interessiert uns besonders», sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Karin Weiss. Dies, weil nachbarschaftliche und professionelle Unterstützung aufeinander abgestimmt werden. «In solchen Kooperationen sehen wir viel Potenzial.» Um zu wissen, wie sich die Konzepte im Alltag umsetzen lassen, sind 50000 Franken des Förderbeitrags für eine Begleitdokumentation reserviert.

20 Jahre gleiche Mieten

Rund die Hälfte der 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen sind bis jetzt vermietet. Die jüngsten Mieter sind knapp 60 Jahre alt. Ganz billig sind die Wohnungen nicht. Einzimmerwohnungen kosten 960 Franken, sie sind bereits alle besetzt. Zwei Zimmer kosten 1430, drei ab 1780 Franken ohne Nebenkosten. Geld sei immer ein Faktor. Doch für einen Neubau liege man im Schnitt, sagt Gatti. Mit der Zeit werden die Wohnungen erschwinglicher, denn es ist vereinbart, dass die Mieten 20 Jahre lang nicht steigen. Auch Gewerbeflächen sind noch frei. Als Mieter stehen bis jetzt der Claro-Laden und Optik Rolli aus Köniz fest. Auch einen privat geführten Kiosk wird es geben. Derzeit laufen zudem Verhandlungen mit einer Bäckerei. (Berner Zeitung)

Erstellt: 22.06.2011, 06:57 Uhr

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