Die Siedlung «Am Hof» ist zu leer
Von Lucia Probst. Aktualisiert am 16.01.2012 1 Kommentar
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Noch ist die Wohnsiedlung «Am Hof» längst nicht so belebt, wie sich das die Betreiber wünschen. «Wir haben teils Mühe, Mieter zu finden», sagt Anna Thüler von der Genossenschaft am Hof, welche die zwei neuen Liegenschaften mitten im Zentrum von Köniz verwaltet. Gedacht sind sie als Wohnbauten für Menschen ab 50 Jahren, ergänzt sind sie mit Gewerbe.
Probleme bereitet vor allem der würfelförmige Punktbau, der näher am Bläuackerplatz liegt. Noch kaum eine Klingel oder ein Briefkastenschild sind an der Landorfstrasse 7 beschriftet. Von 16 Wohnungen sind erst drei vermietet. Dass es harzt, führt Thüler primär auf die Preise zurück. Der Punktbau ist teurer als der Langbau daneben an der Landorfstrasse 21, vor allem, weil die Wohnungen grösser sind. Eine rund 81 Quadratmeter grosse Dreizimmerwohnung ist ohne Nebenkosten ab 1850 Franken pro Monat zu haben.
Hohe Miete, teurer Ausbau
Im Erdgeschoss warten seit Anfang November 340 Quadratmeter Gewerbefläche darauf, genutzt zu werden. Noch sieht es in den Räumen aus wie auf einer Baustelle, denn sie werden im Rohbau vermietet. Eine Bäckerei hat sich schon interessiert, ein Blumenladen, ein Fitnesscenter, ein Zahnarzt. Auch für eine Gastronutzung kamen laut Thüler Anfragen. Namen nennt sie keine. Viele Ideen zerschlugen sich, über einige wird noch verhandelt. 350 Franken Miete kostet der Quadratmeter hier jährlich. Hinzu kommen die Ausbaukosten. «Das schreckt viele ab, wer nicht auf die zentrale Lage angewiesen ist, kann in Köniz ab rund 120 Franken Gewerbefläche mieten», sagt Thüler.
Zwei Jahre Start-up-Zeit
Um ihre Chancen zu verbessern, hat die Genossenschaft ein neues Preismodell eingeführt: Die ersten zwei Jahre ist die Miete im Punktbau etwas günstiger. «Wir hoffen, dass sich mit dem gestaffelten Mietzins Interessenten den Ausbau eher leisten können», sagt Thüler.
Die Wohnungen versucht sie weiterhin zu den aktuellen Konditionen zu vermieten. «Wir haben wenig finanziellen Spielraum», sagt Thüler. Das Risiko trägt vorerst nicht die Genossenschaft, sondern die Gebäudeversicherung Bern, welche die Siedlung erstellt hat. «Wir haben eine Start-up-Phase von zwei Jahren», sagt Thüler. Bis Ende 2013 bleibt also noch Zeit.
Bekannter geworden
Besser sieht es im Langbau aus: Von 33 Wohnungen sind 31 vermietet. Hier zeigt sich auch, dass das Konzept, das auf ältere Leute abzielt, durchaus Echo findet. «Die meisten Mieter sind 60 oder älter», sagt Thüler. Einige von diesen nutzen auch die Angebote der Spitex.
Die Spitex ist wie der Optiker Rolli, ein Kioskshop und ein Coiffeur-/Kosmetikladen im Langbau als Gewerbe eingezogen. Ebenso der Claro-Laden, der Ende Oktober vom Schulhausgässli beim Schwimmbad ins Zentrum zügelte. «Bis jetzt läuft das Geschäft sehr gut», sagt Cornelia Tschopp, freiwillige Verkäuferin und Mitglied des Claro-Vereins. Das neue Lokal ist zwar teurer. «Aber die Lage ist gut, wir merken, dass wir viel bekannter sind und neue Kundschaft haben», freut sich Tschopp. www.am-hof-koeniz.ch (Berner Zeitung)
Erstellt: 16.01.2012, 06:07 Uhr
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1 Kommentar
Geschieht denen recht! Wer baut schon solch sehr teure Wohnungen mit sehr grossem Balkon, an einer stark befahrenen Strasse, mitten in Köniz? Wohl nur inkompetente Abzocker? Bei diesen Preisen kann man ebenso gut ein Haus in der Agglomeration kaufen inkl. mit Aussicht und an ruhiger Lage. Antworten
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