Die SVP wollte mit Schildger antreten
Von Tobias Habegger, Wolf Röcken. Aktualisiert am 17.01.2012 1 Kommentar
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Ein bekannter Name werde es sein, mit dem die SVP zu den Gemeinderatswahlen antrete. Ein Quereinsteiger, der mit der Stadt sehr gut vertraut sei. Einer, ob dem sogar die politische Linke staunen werde, hiess es noch Mitte letzter Woche aus SVP-Kreisen. Nun ist klar, wen die Volkspartei damit meinte: Tierpark-Direktor Bernd Schildger.
Klar ist seit gestern aber auch: Schildger will nicht. Er habe sich durch die seriöse Anfrage «sehr geehrt gefühlt», sagt der Dählhölzli- und Bärenpark-Chef. Die SVP habe ihm damit Vertrauen ausgesprochen. Nach längerem Abwägen von Vor- und Nachteilen entschied sich Schildger aber aus «persönlichen Gründen» gegen ein Mitmachen auf der SVP-Gemeinderatsliste. Diesen Entscheid teilte er gestern der Parteispitze mit. «Die Absage ist für das bürgerliche Ticket mit der FDP ein grosser Verlust», sagt SVP-Präsident Peter Bernasconi. «Wir haben unsere Hoffnungen auf ihn gesetzt und rechneten bis zum letzten Moment mit der Zusage.»
Schildgers 55-Punkte-Liste
Schildger selber will die Gründe für seine Absage nicht weiter ausführen. Bernasconi aber sagt, der Entscheid sei Schildger offensichtlich schwer gefallen. Die Abklärungen des Tierpark-Direktors waren offenbar sehr umfangreich. So habe er aufgrund einer 55-Punkte-Liste etwa die Vor- und Nachteile einer Kandidatur gegeneinander abgewogen. «Er hat vier Kinder und muss sich einen solchen Schritt gut überlegen», sagt Peter Bernasconi. Schildger habe sich bei der Stadtkanzlei auch über den Gemeinderatslohn erkundigt. Zudem habe er sich die Frage gestellt, wie seine Zukunft bei einer Nichtwahl aussehe.
Auch FDP bedauert Absage
Die Anfrage der SVP an Schildger überrascht. Der Tierpark-Direktor ist nicht SVP-Mitglied. Er und SVP-Präsident Bernasconi sind sich aber schon oft über den Weg gelaufen. Sie wohnen wenige Meter voneinander entfernt. «Wir wurden auf Schildger aufmerksam, weil er unsere Partei-Apéros besuchte.» Mit Schildger als Kandidat hätte die SVP viele Stimmen in der Mitte geholt. Nun bringt seine Absage die Pläne der Bürgerlichen durcheinander. In einer Woche, am 23. Januar, hätten sowohl SVP als auch FDP ihre Kandidaten nominieren wollen. Bei der FDP ist bekannt, das sich Alexandre Schmidt und Bernhard Eicher zur Verfügung stellen (siehe Ausgabe von Samstag). Die FDP wird an jenem Abend auch darüber entscheiden, ob sie eine gemeinsame Liste mit der SVP stellen will. «Wir halten an diesem Datum fest», sagt FDP-Präsidentin Dolores Dana. Sie bedauert Schildgers Absage. «Unsere Basis hätte ihn gut unterstützt.»
SVP nominiert erst später
Die SVP dagegen kann ihren Zeitplan nicht einhalten. Bisher bekannt ist das Interesse von Stadtrat Ruedi Friedli an einem der beiden Listenplätze. Für den zweiten Platz, der der SVP zusteht, muss die Volkspartei nun abermals auf die Suche nach Kandidaten.
Die Nominationsversammlung von nächstem Montag ist jedenfalls abgesagt. Gemäss ihren Statuten hätte die SVP ihre Mitglieder acht Tage im Voraus einladen müssen. Dies ist nun nicht mehr möglich. Die Volkspartei wird nun erst am 27. Februar, an ihrer Hauptversammlung, nominieren können. Spätestens dann fällt der Entscheid, wer auf der bürgerlichen Liste Platz fünf einnehmen wird. SVP und FDP haben sich laut Bernasconi bisher erst darauf geeinigt, dass diese Position für eine Frau reserviert ist. (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.01.2012, 06:04 Uhr
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