Region
Die Roten Falken sind zurück
Berner Falken im Einsatz: Nadja Olloz, Fabio Weiler, Lucas Wymann (vorne), Mike Schuler und Anja Ghetta (v.l.n.r.) (Bild: Stefan Anderegg)
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Gut gelaunt und friedlich gestimmt, marschierten die Roten Falken am 1.-Mai-Umzug durch Berns Gassen. Ganz nach ihrem Motto «Spiel, Spass und Solidarität» vergnügten sich die Jugendlichen: Sie spielten mit Bällen, verschenkten Ballone und unterhielten sich. Die vier Mitgründer der neuen Berner Falken führten ihre noch bescheidene Truppe zum Bundesplatz. «Zu unseren Mitgliedern gehören erst zwei Kinder», sagte die Helferin Nadja Olloz (22).
Zurück in Bern
Schweizweit hatte es während der letzten Jahrzehnte nur noch in Zürich eine Gruppierung der Roten Falken gegeben. «Daran wollten wir etwas ändern», sagte Fabio Weiler (23), Helfer bei den Roten Falken. «Wir suchten eine weitere Delegation, mit der wir uns in Zukunft austauschen können.»
Vor einer Woche wurden schliesslich die Roten Falken in Bern zum zweiten Mal ins Leben gerufen. Dies, nachdem sie sich in den 80er-Jahren aufgelöst hatten. «Die Wiederauferstehung der Falken in der Hauptstadt freut mich riesig», bekundete der 55-jährige Paul Studer gestern am Umzug. Er erinnere sich gerne an seine Zeiten als Roter Falke zurück .
Erst zwei Mitglieder
Dass die Neuformierung der Falken in Bern noch in den Kinderschuhen steckt, war sofort erkennbar. Nach einer Kinderschar in roten «Falken-Shirts» sah man sich am Umzug vergebens um. «Das war uns klar», sagte Weiler. «Wir waren überrascht, dass letzte Woche überhaupt zwei Kinder an unserem ersten Treffen teilgenommen hatten.» Die Rede ist vom 10-jährigen Lucas Wymann und seiner Schwester. «Mein Vater hat mir die Internetseite der Roten Falken gezeigt. Ich war sofort begeistert», erklärte Lucas. Das erste Treffen habe ihm enorm gefallen. «Deshalb wollte ich auch am 1.-Mai-Umzug mit dabei sein.»
Für die Rechte der Kinder
Die Roten Falken verfolgten mit ihrem Auftritt am 1.Mai ein klares Ziel: «Wir wollen primär unsere Bekanntheit in Bern steigern», gab Weiler zu. Er fügte jedoch an, dass es ihm auch darum ginge, die Kinderrechte in Erinnerung zu rufen. «Bei uns stehen Kinder im Zentrum», fügte Olloz an. Beide Leiter waren sich einig: «Wir wollen den Kindern eine Stimme geben. Sie sollen sich auch politisch äussern können.» Die Organisation der Roten Falken zeichne sich deshalb auch durch eine schwache Hierarchie aus. «Als Erwachsene wollen wir uns nicht über die Kinder stellen», präzisierte Weiler.
Falken mit Zukunft
Was die Mitgliederzahl der Roten Falken in Bern betrifft, gab sich Weiler zuversichtlich: «Kinder haben auch heute ein Bedürfnis nach Bewegung und gemeinsamen Erlebnissen in der Natur.» Ausserdem hätten die jungen Menschen bei ihnen etwas zu sagen, was nicht überall selbstverständlich sei. Diese Werte könnten durch die Treffen direkt weitergegeben werden. «Das bringt mir mehr, als durch politische Aktionen aufzufallen», sagte er. (Berner Zeitung)
Erstellt: 02.05.2009, 09:20 Uhr
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