Die Notfallstationen der Spitäler geraten finanziell unter Druck
Von Brigitte Walser. Aktualisiert am 31.01.2011 2 Kommentare
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Ab 2012 müssen alle Spitäler in der Schweiz über Fallpauschalen abrechnen. Jedem Patienten wird aufgrund seiner Diagnose und weiterer Kriterien eine Pauschale zugeordnet, die das Spital in Rechnung stellt. Dieses Fallpauschalensystem gilt für die stationären Patienten, also auch für jene in der Notfallstation, die länger als 24 Stunden im Spital bleiben müssen. Werden keine Patienten im Notfall behandelt, können die Spitäler auch keine Fallpauschalen verrechnen.
Kosten fallen aber trotzdem an, denn das Personal und die Infrastruktur müssen jederzeit bereit sein, um Patienten aufzunehmen. Ein schlecht ausgelasteter Notfall kann die Krankenhäuser deshalb teuer zu stehen kommen. Dies dürften vor allem die Spitäler in der Stadt Bern zu spüren bekommen, wo Fachleute die hohe Anzahl von Notfallstationen kritisieren.
Gleich lange Spiesse
Für die Privatspitäler gilt dieses System bereits heute; werden keine Patienten in ihrem Notfall behandelt, können sie auch keine Rechnungen, etwa für trotzdem entstandene Lohnkosten, stellen. Dank Kantonsbeiträgen können öffentliche Spitäler solche Kosten derzeit noch eher decken. Mit der neuen Spitalfinanzierung jedoch gelten für private und öffentliche Spitäler gleich lange Spiesse. Ab 2012 können Kantone Notfallstationen nur in Ausnahmefällen zusätzlich finanziell unterstützen. Die Gesundheitsdirektorenkonferenz nennt als Beispiel ein Notfallzentrum in dünn besiedeltem Gebiet, das für die Versorgung nötig ist, auch wenn es nicht genügend ausgelastet werden kann. Die Stadt Bern wird für eine solche Ausnahme nicht in Frage kommen.
Wenn alle Spitäler in Bern an ihrer Notfallstation festhalten, hat keines von ihnen einen Nutzen, weil ein leerer Notfall von niemandem zusätzlich finanziert wird. Experten sind sich zudem einig, dass Notfallstationen von Spitälern nicht mit Bagatellfällen ausgelastet werden sollten, weil diese von ambulanten Notfallpraxen übernommen werden können.
Notfall als Eingangspforte
Bei den öffentlichen Spitälern ist nun eine Reduktion der Notfallzentren geplant. Die privaten halten bisher an ihren Stationen fest, doch auch unter ihnen ist die Anzahl Notfallstationen in der Stadt Bern ein Thema geworden. Dies entspricht den Hoffnungen, die man im Zusammenhang mit der neuen Spitalfinanzierung hegt: Überkapazitäten sollen abgebaut werden. Die Hürde, sich für eine Reduktion zu entscheiden, ist allerdings hoch. Denn die Notfallstationen sind für Spitäler eine wichtige Eingangspforte: fällt sie weg, fallen auch viele Patienten weg. Zudem geht es den Spitälern derzeit darum, auf der Spitalliste des Kantons Bern aufgeführt zu werden. Nur wer auf der Liste steht, kann künftig die Pauschalen zulasten der Grundversicherung verrechnen. Auf der Spitalliste wird definiert, ob das Spital eine Notfallstation anbietet oder nicht. (Berner Zeitung)
Erstellt: 31.01.2011, 06:39 Uhr
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2 Kommentare
Was für eine Scheindiskussion. In der Versorgungsplanung 2011-2014 schreibt der Kanton Bern vor: "Für Leistungsgruppen mit vielen Notfallpatienten wird das Führen einer adäquaten Notfallstation vorgeschrieben. Dabei wird zwischen drei unterschiedlichen Levels von Notfallstationen unterschieden, die je nach Dringlichkeit der Notfallbehandlungen pro Leistungsgruppe vorgeschrieben werden." (S. 195) Antworten
Irgendwie ist die ganze Thematik meschugge und rein mathematisch. Wenn man auf die Notfall-Station angewiesen ist und man 3 Stunden warten muss, so ist die Nachfrage wohl höher als das Angebot. Was die Kosten wirklich in die Höhe treibt sind die Silikon-Implantate, die im Ausland gemacht und jährlich in der CH untersucht werden müssen (1000.-). Nicht selten sind Korrekturen notwendig! Antworten
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