Die Buttenrieder kämpfen für Tunnels
Von Laura Fehlmann. Aktualisiert am 28.08.2009
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Das Projekt für den Ersatz des alten Kernkraftwerks in Mühleberg ist theoretisch aufgegleist. Gemäss Zeitplan der Bernischen Kraftwerke (BKW) sollte das Rahmenbewilligungsverfahren 2013, das eigentliche Baubewilligungsverfahren 2018 abgeschlossen sein. Nach einer Bauzeit von rund sieben Jahren sollte das Kernkraftwerk seinen Betrieb aufnehmen, das heisst 2025. Am Mittwoch stellten Vertreter der BKW das Projekt in Allenlüften öffentlich vor. Projektleiter Thomas Staffelbach orientierte über den Stand der Dinge und mögliche Erschliessungsvarianten. Diese rufen bereits seit Monaten Gegner auf den Plan.
Angst vor Staub und Lärm
Zur Diskussion stehen zwei Tunnelvarianten. Beide hätten einen direkten Anschluss an die Autobahn. Gemäss Rahmenbewilligungsgesuch würde der Werkverkehr nicht durch Tunnels, sondern über eine Baupiste durch die Dörflein Buttenried und Niederuntigen führen.
Die Baupistenvariante stösst in den beiden Ortschaften auf Widerstand. Peter Gerber von der Interessengruppe «Nein zur Zufahrtsstrasse Buttenried West» sieht sich nicht als Kernkraftgegner. Er und seine Mitstreiter kämpfen gegen jahrelangen Lärm und Staub, die mit Tausenden von Lastwagenfahrten verbunden wären. Dies während der jahrelangen Bauarbeiten sowie der Demontage des bestehenden Kernkraftwerkes. Danach, so die IG, könnte der Tunnel für den Pendlerverkehr dienen, weil im neuen Werk über 100 neue Arbeitsplätze entstehen.
«Gute Idee»
«Die BKW ist bereit, eine Tunnelerschliessung zu untersuchen, obschon sie die Planerfirma B+S AG als problematisch beurteilt», sagt Hermann Ineichen, Mitglied der Konzernleitung BKW. Die Tunnels seien technisch machbar. Vorgängig müssten aber noch wichtige Fragen «vertieft untersucht werden».
Offene Fragen
Felix Niggli, Arzt und Abteilungsleiter Onkologie am Universitäts-Kinderspital Zürich gab einen Überblick über weltweite Studien bezüglich Krebs- und Leukämieerkrankungen von Kindern im Umkreis von Kernkraftwerken. Gemäss Niggli gibt es keine eindeutige Aussage die darauf hindeutet, dass radioaktive Strahlung krank macht. «Sie können aber Krankheiten begünstigen.»
In der abschliessenden Diskussion tauchten Fragen auf. Etwa nach der Entsorgung des radioaktiven Abfalls. Ineichen geht davon aus, dass 2017 eine Volksabstimmung eine Endlagerung ermöglicht. Bis dahin wird der Abfall zwischengelagert. Eine weitere Frage betraf das Nutzen der KKW-Abwärme, für welche die BKW kein Konzept hat. Nach wenigen Sachfragen offerierte die BKW einen Imbiss – sogar für einen Hund, der mit Frauchen den Abend besucht hatte. (Berner Zeitung)
Erstellt: 28.08.2009, 08:42 Uhr
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