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Die Burger können Wildcampierer nicht aus dem Wald weisen

Von Jürg Spori. Aktualisiert am 28.10.2011 19 Kommentare

Die Besitzerin des Bremgartenwaldes, die Burgergemeinde, hat seit Jahren Probleme mit wilden Campern. Doch sie können die Siedler nicht wegschicken, weil die rechtliche Grundlage fehlt.

1/6 Mit entwendeten Abschrankungslatten und Plastikplanen bauten die wilden Camper Unterstände.
Bild: Jürg Spori

   

Franz Weibel: «Lücke im Gesetz verhindert Wegweisung.» (Bild: Jürg Spori)

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Nachdem die «BZ Berner Zeitung» Bilder von Abfallbergen im Bremgartenwald publik gemacht hat, reagiert nun die Burgergemeinde der Stadt Bern, welcher der Wald gehört.

«Das Problem mit den Siedlern ist nicht neu, wir kämpfen seit Jahren dagegen», sagt Franz Weibel. Der Leiter des Forstbetriebes der Burgergemeinde hat sich in den letzten Jahren oft mit solchen wilden Campern auseinandergesetzt. «Die wilde Camperei hat bereits vor zehn Jahren beim Halenbrunnen begonnen», weiss der oberste Förster der Burgergemeinde. «Bei der überdachten Feuerstelle liessen sich damals immer wieder Randständige nieder, dabei war dieser Begegnungsplatz eigentlich für die Bevölkerung aus der Länggasse gedacht», so Weibel.

Konflikt mit Bevölkerung

Die Siedler machten sich dort immer breiter. Dann reklamierte der Länggassleist, weil die Kinder dort nicht mehr spielen konnten. «Wir suchten mit der damaligen Stadtpolizei Bern nach einer Lösung, doch diese liess uns im Schilf stehen», erzählt Weibel. Dann setzte die Burgergemeinde ein richterliches Verbot durch. Doch auch das nützte nichts. «Der Konflikt mit der Länggasse-Bevölkerung spitzte sich zu, deshalb blieb uns nichts anders übrig als die Feuerstelle und den Unterstand wegzuräumen», schildert er die Situation vor zehn Jahren. Die Burger würden lieber auf die Methode der Brechstange verzichten, aber sie zeigte in diesem Fall ihre Wirkung: «Die Siedler sind beim Halenbrunnen sofort verschwunden», sagt Franz Weibel.

Burger wurden alleingelassen

Doch in den folgenden Jahren liessen sich im Bremgartenwald immer wieder kleine Grüppchen nieder. Wildhüter und Förster der Burgergemeinde Bern haben mit ihnen jeweils das Gespräch gesucht und versucht, sie vom Weggehen zu überzeugen. Doch ohne Erfolg. Momentan gebe es nebst dem verlassenen Camp noch einen zweiten Platz, der sporadisch von wilden Campern besetzt werde, sagt Forstmeister Weibel.

«Im Umgang mit diesen gesellschaftlichen Auswüchsen wurde die Burgergemeinde weitgehend alleingelassen», so Weibel. Und: «Von politischer Seite wurde die Öffentlichkeit nie informiert.» Die Kantonspolizei hingegen nimmt der oberste Burgerförster in Schutz: «Sie konnten die Siedler nicht entfernen, weil eine auf rechtliche Grundlagen abgestützte Verfügung fehlte.»

Er habe auch das jetzt aufgeflogene Camp und den Abfallberg nie gutgeheissen, betont Weibel. Schriftliche Vorstösse beim Bauinspektorat der Stadt Bern und beim kantonalen Waldamt für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes erfolgten bereits vor einem Jahr. Das Bauinspektorat ortete bei den wilden Siedlern aber keine Verstösse gegen die Bauvorschriften.

Nach den Worten von Weibel hat das kantonale Waldamt hat bisher keine Stellungnahme bezogen. Und eine Anzeige seitens der Waldeigentümerin bei der Polizei hätte angesichts der unklaren Rechtslage nichts gebracht. «Offenbar gibt es in der bernischen Gesetzgebung, insbesondere im Waldgesetz, eine Gesetzeslücke, welche die Wegweisung von wilden Campern nicht zulässt», so Franz Weibel. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.10.2011, 06:41 Uhr

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19 Kommentare

Heinz Weber

28.10.2011, 09:00 Uhr
Melden 27 Empfehlung

Also, wenn ich am Waldrand parkiere um joggen zu gehen, gibt es aufgrund des Waldgesetzes eine saftige Busse. Über dieses Thema wurde vor nicht allzu langer Zeit berichtet. Wenn ich ich mich im selben Wald quasi häuslich niederlasse und Abfallberge produziere passiert nichts? Warum greift das Waldgesetz hier nicht? Das soll noch einer verstehen...... Antworten


Tinu Rösch

28.10.2011, 09:51 Uhr
Melden 25 Empfehlung

Da kommt jedem normalo schlicht die Galle hoch wenn man sowas sieht und liest! Dies passt zum Denkmal geschützten Schandfleck der noch näher zum Zentrum liegt!! Aber einem Zigi wegwerfer 40-. einziehen einfach lächerlich! Sollte im übrigen mal einer versuchen bei mir eine Busse einzutreiben, sollte mir jemals ein solcher Lapsus passieren!! Antworten



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