Die Bank EEK muss derzeit gar Geld abweisen

Die Stadtberner Bank EEK hat eine ganz besondere Besitzstruktur. Diese ermöglicht ihr ein ausser­gewöhnlich hohes Wachstum.

Da die Bank EEK keinen Gewinn ausschüttet, verfügt sie über hohe  Eigenmittel. Im Jahr 2015 stieg das Eigenkapital um 10,4 auf 257,5 Millionen Franken.

Da die Bank EEK keinen Gewinn ausschüttet, verfügt sie über hohe Eigenmittel. Im Jahr 2015 stieg das Eigenkapital um 10,4 auf 257,5 Millionen Franken. Bild: Walter Pfäffli

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In der Schweizer Bankenlandschaft ist die Bank EEK ein Unikum. Im Prinzip gehört sie niemandem. Rechtlich ist sie im Besitz einer Genossenschaft, aber die 123 Genossenschafter haben keinen wirtschaftlichen Anspruch auf die Bank. Sie erhalten bei der Teilnahme an der Jahresversammlung ein Nachtessen und ein Sitzungsgeld von 400 Franken.

Doch im Unterschied beispielsweise zu Raiffeisen kann nicht jedermann Genossenschafter werden. Der Verwaltungsrat schlägt der Versammlung Neumitglieder vor. Da die Bank keinen Gewinn ausschüttet, verfügt sie über hohe Eigenmittel. Im Jahr 2015 stieg das Eigenkapital um 10,4 auf 257,5 Millionen Franken. Die Eigenkapitalquote beträgt 19,2 Prozent. «Die Bank EEK gehört damit zu den sichersten Banken im Land», sagte Bankchef Daniel Pfanner am Mittwoch an der Präsentation der Jahreszahlen.

Die positive Entwicklung bestärkt den Verwaltungsrat, an der Rechtsform und der Strategie der Bank nichts zu ändern. «Wir können mit unserer Struktur und dem hohen Eigenkapital unser Wachstum ­sichern», sagt Bank-Präsident ­Manuel Ruchti.

Wachstum dank Eigenkapital

Im Gegensatz zu anderen Regionalbanken hat die Bank EEK keine Mühe, das Wachstum des Hypothekarvolumens mit Eigenkapital zu unterlegen. Entsprechend hat die Bank 2015 ihr Hypothekarportefeuille um 62 Millionen Franken ausgedehnt, was einem Wachstum von 6,1 Prozent entspricht. Bei den meisten anderen im Raum Bern tätigen Banken betrug die Wachstumsrate zwischen zwei und vier Prozent.

Wie jeder Bankchef betont auch Pfanner, dass dieses Wachstum nicht mit höheren ­Risiken erkauft worden sei: «Wir rechnen die Tragbarkeit sehr streng», sagt er. Dazu erklärt er, dass die Bank in den wenigsten Fällen den Kaufpreis als Basis nehme, um die Tragbarkeit zu berechnen. Oder anders gesagt: Viele Immobilienkäufer bezahlen – aus Sicht der Bank – einen überhöhten Preis für ihr Objekt.

Weiter führt Pfanner aus, dass die Bank Hypothekarkredite im Umfang von 100 Millionen Franken abgelehnt habe. Darunter vor allem Investitionsvorhaben von Privatkunden, die angesichts der tiefen Zinsen mit Immobilien eine gewisse Rendite erzielen wollen: «Manche Anleger haben das Gefühl, Immobilien seien ein Perpetuum mobile», sagt dazu Pfanner.

Geldfluss zur Bank EEK

Wie alle anderen Banken auch hat die Bank EEK mit den Folgen der Negativzinsen zu kämpfen. Mangels fehlender Anlagealternativen hat sie 140 Millionen Franken bei der Nationalbank parkiert. Zum Zinssatz von Null. Da sie mit diesem Betrag unter der Freigrenze liegt, muss sie immerhin keine Negativzinsen bezahlen.

Von den Negativzinsen sind dagegen institutionelle Anleger wie Pensionskassen betroffen. Und solche Anleger wollten im vergangenen Jahr diesen ausweichen und Geld auf die Bank EEK verschieben. «Wir mussten in zahlreichen Fällen solches Geld abweisen», sagt Pfanner. Trotzdem flossen der Bank neue Kundengelder im Umfang von 44 Millionen Franken zu.

Die Belastung der Kleinsparer mit Negativzinsen war für die Bank bislang kein Thema: «Wir versuchen, Negativzinsen möglichst zu vermeiden», betont Pfanner . (Berner Zeitung)

(Erstellt: 02.03.2016, 17:57 Uhr)

Daniel Pfanner, Chef der Bank EEK (Bild: zvg)

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