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Der YB-Fanzaun sparte 10'000 Stunden Polizeiarbeit

Von Ralph Heiniger. Aktualisiert am 23.02.2012 10 Kommentare

Seit einem Jahr gelangen die Gästefans durch einen Sicherheitszaun vom S-Bahnhof Wankdorf ins Stade de Suisse. Der Zaun ersparte der Polizei bisher 10'000 Arbeitsstunden.

1/5 In einem lückenlosen Korridor gelangen die Gästefans seit einem Jahr vom Wankdorf-Bahnhof direkt in den Gästesektor im Stade de Suisse.
Jürg Spori

   

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SCB

Bei der Postfinance Arena sind aus Sicht von Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause keine weiteren Sicherheitsmassnahmen notwendig. «Das Eisstadion verfügt über eine hochprofessionelle Videoüberwachung», sagt Nause. Überhaupt stellt der CVP-Politiker den Eishockeyanern ein sehr gutes Zeugnis aus, was die Sicherheit betrifft. «Ich habe den Eindruck, dass hier alle Institutionen, vom Verband über den Verein bis zu den Fanclubs am gleichen Strick ziehen.» Als Beispiel dafür nennt Nause die Null-Toleranz-Politik gegenüber Pyros im Eishockey.

Grund für die vielen Polizei-Einsatzstunden im Jahr 2010 beim SCB ist der Gewinn des Meistertitels. Die Saison hatte dadurch für den SCB mehr Spiele.

Super League

34. Runde

12.05.Basel - Grasshoppers6 : 3
12.05.Luzern - Lausanne3 : 2
13.05.Thun - Young Boys2 : 2
13.05.FC Zürich - Servette0 : 1
Stand: 13.05.2012 17:54

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NameSpSUNG:EP
1.Basel32228276:2974
2.Luzern321312743:3051
3.Young Boys321112947:3745
4.Servette331361443:5245
5.Thun3210101235:3740
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7.Lausanne33762027:6027
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10.Xamax1875622:220
Stand: 13.05.2012 17:57

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Stand: 01.01.1970 01:00

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Mit seinem Engagement und seiner scharfen Rhetorik für die rigorose Fantrennung rund ums Stade de Suisse machte sich der Berner Gemeinderat Reto Nause (CVP) unter Fussballfans zum Feindbild. Seit Beginn der letzten Rückrunde im Februar 2011 gelangen die Fans der Gastclubs per Extrazug zum Bahnhof Wankdorf und von dort durch einen lückenlosen Sicherheitskorridor ins Stadion.

Ein Jahr später sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2011 ging der Aufwand der Kantonspolizei für die Spiele von YB massiv zurück. 19'189 Stunden leisteten Polizisten bei ihren Einsätzen rund ums Stade de Suisse im letzten Jahr. Mehr als 10'000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Für Michael Fichter, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern steht fest: «Der Rückgang im 2011 im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auch auf den Fanlenkungszaun beim Stade de Suisse zurückzuführen.» Auch YB-Sprecher Albert Staudenmann ist zufrieden: «Es ist erfreulich, wenn sich die Polizeieinsätze reduzieren liessen. Das zeigt, dass sich der Fanzaun bewährt hat und wir uns auf dem richtigen Weg befinden.» YB hat sich mit einem sechsstelligen Betrag an den Kosten des Zauns beteiligt.

Teure Fanmärsche

Beim Spitzenspiel gegen den FC Basel am letzten Freitag kam es zu keinerlei Zwischenfällen. «Dieser Abend hat einmal mehr gezeigt, dass die Trennung funktioniert», sagt Reto Nause. Auch für ihn steht fest, dass der Zaun der Hauptgrund für die massive Reduktion der Einsatzstunden der Polizei ist. Zufrieden ist er aber noch nicht. «Es gab im letzten Jahr zwei Fanmärsche durch die Stadt, die das Stundenkonto stark belastet haben. Ohne Fanmärsche liesse sich die Bilanz nochmals verbessern.»

Besser durch Video?

Die hohen Präsenzzeiten der Einsatzkräfte für die Sportanlässe sind Nause ein Dorn im Auge. Im Jahr 2010 leistete die Polizei 76'600 Stunden präventive Patrouillenpräsenz. 23'500 Stunden leistete sie für Anlässe von YB und SCB. Nause: «Könnten wir die Präsenz rund um Sportanlässe in präventive Patrouillenpräsenz umlenken, wären wir die sicherste Stadt der Welt.»

Als weitere Massnahme um Stunden zu senken sieht Nause eine Videoüberwachung des Fanwalks zum Stade de Suisse. «Dies würde helfen, gewaltbereite Fans zu identifizieren und zu bestrafen, womit die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass es zu weiteren Vorfällen kommt.» Die rechtliche Grundlage für eine Videoüberwachung wäre gegeben, sagt Nause. Ein entsprechendes Postulat hat die CVP eingereicht, der Berner Gemeinderat hat bereits eine Machbarkeitsstudie ausarbeiten lassen.

Eine Videoüberwachungsanlage würde in der Anschaffung etwa 770'000 Franken kosten, dazu kämen jährlich etwa 140'000 Franken Betriebskosten, sagt Nause. Dadurch könnten zwar nicht so viele Stunden eingespart werden wie durch die Fantrennung, aber eine weitere Reduktion wäre so gut wie sicher, ist der Berner Sicherheitsdirektor überzeugt. «Ohne ein namhaftes finanzielles Engagement von YB können wir eine Videoüberwachung aber nicht realisieren.»

Was die Videoüberwachung betrifft ist man auf der Seite von YB eher skeptisch. «Eine weitere Verbesserung der Situation mit Hilfe der Videoüberwachung lässt sich aus unserer Sicht nicht belegen», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann. Eine allfällige Videoüberwachung könne dazu führen, dass Gästefans vermummt an- oder abreisen, was die Hemmschwelle für allfällige Vergehen sinken liesse, befürchtet Staudenmann. «Zudem befindet sich der Wankdorf-Bahnhof auf öffentlichem Raum, er ist ein Event-Bahnhof und steht nicht nur bei YB-Heimspielen zur Verfügung», gibt der YB-Sprecher zu bedenken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.02.2012, 06:25 Uhr

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10 Kommentare

Bernard Fernandez

23.02.2012, 08:27 Uhr
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140`000 Franken jährlich um die ach so kriminellen Fussballfans zu überwachen. Dies ohne Auswirkungen auf die Polizeipräsenz, was nichts anderes bedeutet als das dies Mehrkosten sind. Es zeigt sich dass die Stadt nicht an Prävention interessiert ist sondern nur daran möglichst viele Fussballfans zu kriminalisieren. Antworten


Bernhard Bianker

23.02.2012, 08:23 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Gibt man den kleinen Finger (Zaun auf Kosten von YB), will Nause gleich die ganze Hand (Videoüberwachung des öffentlichen Raumes auf Kosten von YB)!
Wieso lässt YB eigentlich nicht einen separaten U-Bahnhof unter dem Stadion bauen, der nur Ausgänge zum Gästesektor hat? So wären diese "Fan"tiere endlich richtig von den normalen Menschen getrennt, und nicht nur durch einen löchrigen Tierkäfig.
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