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Der Wolf verdirbt das Fest

Von Anna Tschannen. Aktualisiert am 02.09.2011 9 Kommentare

Statt Glockengebimmel gabs böse Worte: Am gestrigen Schafscheid zogen nur etwa 40 Schafe ein – wegen des Wolfs wurden 400 Tiere schon im Juli von der Alp geholt.

Im leeren Pferch: Die Mitglieder der Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg (rechts Präsident Hans Kohler) sind ohne Tiere an den Schafscheid gekommen. Der Wolf hat über 40 ihrer Schafe gerissen.

Im leeren Pferch: Die Mitglieder der Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg (rechts Präsident Hans Kohler) sind ohne Tiere an den Schafscheid gekommen. Der Wolf hat über 40 ihrer Schafe gerissen.
Bild: Urs Baumann

Morgens um acht Uhr ziehen die Schafe normalerweise von Rüschegg her in Riffenmatt ein. Nicht so am gestrigen Schafscheid: Der Pferch der Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg bleibt leer. Bereits Mitte Juli haben die Züchter ihre Tiere von den Alpweiden am Stierengrat heruntergeholt, nachdem der Wolf über 40 Schafe gerissen hatte. Weil die Tiere ungeschützt gesömmert wurden, reichten Tierschützer eine Anzeige ein.

Der Frust und die Wut sitzen tief: «Das ist wie eine Beerdigung hier», sagt Genossenschaftspräsident Hans Kohler. Entsprechend sind die Schafzüchter in grauen Hemden gekommen. Für sie ist klar: Der Wolf muss weg. Sonst werden sie ihre Schafe nicht mehr auf die Alp und auch nicht mehr an den Schafscheid treiben.

«Wir haben Glück gehabt»

Böse Worte fallen gegen die Politik, welche Grossraubtiere nicht nur duldet, sondern auch fördert. Für die Schafzüchter gibt es keine Alternative: Schutzmassnahmen würden nichts bringen oder seien auf dem Stierengrat nicht umsetzbar. «50 Jahre kommen wir mit den Schafen an den Schafscheid, und jetzt soll einfach Schluss sein? Wir sind traurig», sagt auch Schafzüchter Philipp Schenk.

Im benachbarten Pferch stehen immerhin an die 40 Schafe. Sie gehören der Schafzuchtgenossenschaft Guggisberg und haben den Sommer auf der Jansegg ob Jaun verbracht. Fast unbemerkt sind sie den Weg von der Hirschmatt her gekommen. Sie sind vom Wolf verschont geblieben. «Wir haben einfach Glück gehabt», sagt Wilhelm Dürrenmatt, Präsident der Genossenschaft Guggisberg. Auch auf der Jansegg sind die Tiere abgesehen von Zäunen ungeschützt.

Die fehlenden Schafe am Schafscheid bedauert auch Guggisbergs Gemeindepräsident Christian Murri. «Der Schafscheid wird weiterbestehen, der Markt ist die Attraktion», glaubt er. Allerdings ist er überzeugt, dass die Zeit eine Lösung bringt – jetzt seien alle wütend auf den Wolf. «Die Schafzüchter werden sich Alternativen überlegen müssen», sagt Murri. Der kantonale Herdenschutzbeauftragte habe vergeblich das Gespräch gesucht.

«Der Wolf muss weg»

Für solche Überlegungen sind die Rüschegger Schafzüchter nicht empfänglich. «Der Wolf hat hier nichts verloren. Unsere Vorfahren haben ihn nicht umsonst ausgerottet», ist ihre klare Meinung. Nebst den gerissenen Tieren leide auch die Landschaft – schliesslich habe seinerzeit der Bund die Schafzucht gefördert, um die Lawinengefahr einzudämmen. Nun nehme er das Raubtier in Schutz und hindere die Schafhalter daran, ihre Arbeit zu tun. (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.09.2011, 07:01 Uhr

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9 Kommentare

Beat Kellerhals

02.09.2011, 09:31 Uhr
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Diese armen Kerle! Solche arroganz gegenüber der Natur ist nur peinlich. Stur geradeaus ja keine Bewegung zur Hilfe oder so. Schämt euch. Redet doch einmal von den Subventionen die ihr für eurer "Hobby" erhaltet und wie viele Tiere natürlich sterben (verrecken) auf einer Alp ohne Aufsicht. Ps: ich besitze auch Schafe! Antworten


Marco Meier

02.09.2011, 11:39 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Sollen Sie doch mal ohne Subventionen ihre Schäfer durch die Alpen jagen, mal schauen wie viele noch begeistert wären von dieser Arbeit und dem Einkommen... Was nicht rendiert gehört abgeschafft und der Lebensraum für die Wölfe ist berechtigt, denn sie waren schon lange vor uns hier, wenn man es mal mit ordentlicher Patriotenmanier verzapfen will. Antworten



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