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Der Weihnachtslämpli-Fan aus der Länggasse

Von Lucia Probst. Aktualisiert am 21.12.2011 4 Kommentare

Weihnachtsbeleuchtung ist die grosse Passion des 60-jährigen Heinz Baumann. Schon im August überlegt er, wie er seine Terrasse in der Länggasse schmücken kann. 15'000 Lichtlein brennen dort bis am 6. Januar jeden Morgen und Abend.

Advent ohne die vielen Lämpchen  auf seiner Terrasse im Berner Länggassquartier – das kann sich Heinz Baumann gar nicht vorstellen. Den Blick ins Lichtermeer findet er beruhigend.

Advent ohne die vielen Lämpchen auf seiner Terrasse im Berner Länggassquartier – das kann sich Heinz Baumann gar nicht vorstellen. Den Blick ins Lichtermeer findet er beruhigend.
Bild: Susanne Keller

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Wenn seine Weihnachtsbeleuchtung am ersten Advent nicht brennen würde – es wäre für Heinz Baumann eine Katastrophe. Bis jetzt hat es immer geklappt. Und es sind jedes Jahr etwas mehr Lichter geworden. Ein Rentier, Samichläuse, Sterne sowie unzählige Lichterketten und Lichterschläuche blinken auf Baumanns Terrasse an der Gesellschaftsstrasse im Berner Länggassquartier. Rund 15'000 Lämpchen sind es insgesamt. Wer unten auf der Strasse vorbeigeht, blickt fasziniert hinauf zum Lichtermeer im obersten Stock.

Lichter hoch bis zum Kamin

«Es ist eine Sucht geworden», sagt der 60-Jährige bei sich daheim am Küchentisch. Dabei begann vor rund 25 Jahren alles ganz klein. «Mit diesem Baum da vorne in der Ecke.» Heinz Baumann zeigt auf ein stattliches Tännchen, das in einem Kübel wächst und blau-weiss blinkt. Zuerst schmückte er nur dieses. Dann kamen weitere Büsche und Bäumchen hinzu. Sie sind alle vollbehängt mit Lämpchen. Die Geländer sind mit Lichterketten umwickelt und am Cheminéekamin prangen zwei Sterne. Für Baumann ist das nicht genug. «Ich überlege bereits, was ich noch zusätzlich machen könnte.»

Immer mehr kommt Baumann ins Element, während er im T-Shirt dasitzt und von seiner grossen Passion fürs Licht erzählt. «Schon als Bub habe ich überall die Dekorationen angeschaut.» Er habe fürs Leben gern Weihnachten. In seiner Familie habe man das Fest auch immer sehr zelebriert.

Seine Weihnachtsbeleuchtung lässt ihn das ganze Jahr über nie richtig los. Wenn im Herbst die neuen Kataloge da sind, kann er sich tagelang damit beschäftigen. Oft ruft Baumann die Lieferanten direkt an, damit sie ihm rascher liefern. Er hat einen guten Draht zu diesen, denn früher arbeitete er als Geschäftsführer bei der BKW und hat nebst Elektrogeräten auch Adventsbeleuchtung verkauft. Seit er 1990 einen Unfall hatte, der ihn zum IV-Rentner machte, kann er das nicht mehr tun.

Kabelsalat in der Kiste

Ab Oktober holt Baumann seine Kisten voller Material aus dem Keller, testet die Lämplein – was Tage dauert. In den letzten Jahren kaufte er vieles neu, weil er auf LED-Lämpchen umsattelte. «Die sind stromsparender und haben schönere Effekte.» Etwa 7000 bis 8000 Franken hat er in seine Beleuchtung investiert. Der Vorhang ist zurückgezogen, der Blick auf einen Teil der Terrasse frei. «Ich kann locker eine Stunde lang rausschauen», sagt Heinz Baumann. Beruhigend findet er das Lichtermeer. Und friedlich die Stimmung.

Ganz ungefährlich sind die Lämpchen nicht. Baumann hebt den Deckel einer dicken Plastikkiste, die im Freien steht. Sie ist bis obenhin mit Kabeln und Steckern gefüllt. Doch der Lichtmeister hat den Überblick über diesen Kabelsalat. «Ich habe alles mit einer doppelten Schutzschaltung abgesichert.» Komme ein Tropfen Wasser an einen Stecker, falle sofort die Sicherung raus. «Das ist wichtig, ich will ja nicht das Haus abfackeln. Viele Leute gehen viel zu unvorsichtig mit ihrer Adventsbeleuchtung um.» Trotz aller Vorsicht: Einmal hätten seine Lichter fast für einen Unfall gesorgt, erzählt Baumann. Unter der Dusche sei er gestanden, erinnert er sich. Seine Frau habe gerufen, was das für ein Lärm sei. Baumann rannte zur Terrasse und traute seinen Augen nicht: «Ein Spitalhelikopter wollte im dichten Nebel hier landen, er hat uns wohl mit dem Inselspital verwechselt.» Kurzum habe er den Stecker rausgezogen. Weil es plötzlich dunkel war, habe der Pilot dann wohl gemerkt, dass etwas nicht stimme.

«Ich mache das nicht nur für mich», sagt Heinz Baumann. «An meinen Lichtlein haben viele Leute Freude.» Das spornt ihn an. Früher war er in der Adventszeit auch mit seiner Drehorgel im Quartier unterwegs und sammelte Geld für Elefanten. Sie sind seine zweite grosse Leidenschaft. 1500 Elefantenfigürchen stehen bei ihm daheim in einem Zimmer. Baumanns Lämpchen werden wie immer noch bis am 6. Januar jeden Morgen und Abend brennen. Eine Zeitschaltuhr richtets. Am Dreikönigstag um 23 Uhr zieht Heinz Baumann dann den Stecker raus. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.12.2011, 06:15 Uhr

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4 Kommentare

andreas fankhauser

21.12.2011, 11:12 Uhr
Melden 8 Empfehlung

wunderschöne weihnachtsbeleuchtung! weiter so ;-) Antworten


Brigitte Nyffenegger

21.12.2011, 10:11 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Schade, hat Herr Baumann die 7000.- bis 8000.- Franken nicht nach Japan für die Fukushima-Opfer geschickt. Im Ernst: für das ganze Weihnachts-Blingbling allüberall braucht es ja ein halbes AKW! Antworten



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