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«Das Moschee-Projekt ist als Provokation zu werten»

Von Jonathan Spirig. Aktualisiert am 16.01.2012 330 Kommentare

Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) sucht offenbar in Kuwait und Katar Spendengelder, um in Berns Westen eine Moschee zu bauen. Stadtrat Hasim Sancar und Grossrat Thomas Fuchs zweifeln an der Realisierbarkeit des Projekts.

Eine grosse Moschee in Bern-Brünnen? Für Fuchs und Sancar nicht realistisch.

Eine grosse Moschee in Bern-Brünnen? Für Fuchs und Sancar nicht realistisch.
Bild: Archiv BZ/Colourbox/Montage js

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SVP-Grossrat Thomas Fuchs wohnt in Berns Westen. (Bild: Andreas Blatter)

Hasim Sancar sitzt für das Grüne Bündnis im Berner Stadtrat. (Bild: Christian Pfander)

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Gemäss der «Sonntagszeitung» sucht der radikale Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) in Kuwait und Katar nach Geldern für den Bau einer grossen Moschee. Umgesetzt werden solle dass Projekt anschliessend in Bern West.

SVP-Grossrat Thomas Fuchs, der selbst in Berns Westen lebt, hält vom Vorhaben des Islamischen Zentralrats wenig. Er habe prinzipiell nichts gegen eine Moschee, diesem Plan fehle aber Hand und Fuss: «Ich bezweifle, dass es viel mehr als Pläne für dieses Traumgebilde geben wird.» Er glaube sogar, dass in Bern überhaupt kein Bedürfnis da sei für eine Moschee in dieser Grösse.

Kein expliziter Bedarf

Auch Andreas Rohrbach vom Quartierzentrum im Tscharnergut konnte in diesem Gebiet bisher keinen expliziten Bedarf nach grossen Gebetsräumen für Muslime feststellen. Anfragen in diese Richtung seien bisher jedenfalls nicht erfolgt.

Thomas Fuchs vermutet stattdessen, dass es dem Zentralrat vor allem darum gehe, Werbung für die eigene Sache zu machen und den Weg in die Medien zu finden. «Es geht hier vor allem um Ablenkung und Provokation», so der Grossrat.

Kein Bauland vorhanden

Wie Fuchs gegenüber Bernerzeitung.ch erklärt, halte er es sogar für möglich, dass der Zentralrat Spenden in der Höhe von 20 Millionen Franken auftreiben könnte. Allerdings werde sich kaum ein Landbesitzer in Berns Westen finden, der sein Bauland für eine Moschee zur Verfügung stellt. Das Land in Brünnen sei umgezont worden um Wohnraum zu schaffen, nicht um eine Moschee zu bauen, so Fuchs.

Falls es aber doch so weit kommen sollte, könne sich der Zentralrat in Berns Westen zudem auf eine starke Gegnerschaft einstellen, die weit über die SVP-Kreise hinausgehe, erklärt Thomas Fuchs weiter.

Andere Projekte sinnvoller

Auch Stadtrat Hasim Sancar vom Grünen Bündnis zeigt sich dem Vorhaben gegenüber skeptisch. Er bezweifle grundsätzlich, dass Bern für ein Grossprojekt dieser Art die richtige Stadt sei. Es gebe zudem in Bern und auch in Berns Westen schon Moscheen und auch das Haus der Religionen.

Er gibt auch zu bedenken, dass die Idee nicht von Leuten lanciert wurde, die unter den Muslimen und den Einheimischen auf breite Akzeptanz stossen. «Das Vorhaben ist eher als Provokation zu werten und würde der Integration von Muslimen wohl wenig nützen.»

Sancar, der selbst muslimische Wurzeln hat, hält es zudem auch für gefährlich, wenn das Geld im Ausland gesammelt wird. Man müsse die Frage klären, wer das Geld mit welchem Ziel spendet. Er fände es sinnvoller, wenn die Muslime in der Region untereinander Geld sammeln würden, um ein Projekt zu finanzieren, das von allen getragen wird. «Gefragt sind Kontakt und Zusammenleben und nicht ein gigantisches, symbolisches Gebäude», erklärt Sancar. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.01.2012, 13:00 Uhr

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330 Kommentare

Markus Harmann

15.01.2012, 09:52 Uhr
Melden 301 Empfehlung

Religionsfreiheit ist zweifelsohne ein hohes Gut. Aber wenn sie von ausländischen Mächten missbraucht wird, um unter massivem Einsatz von Öldollars unsere Gesellschaft zu beeinflussen, ist eine Grenze erreicht. So bestätigt sich also im Nachhinein, dass das vom Schweizer Volk beschlossene Minarettverbot ein Schritt in die richtige Richtung war, um dem entgegen zu wirken. Antworten


Reto Stadelman

15.01.2012, 09:05 Uhr
Melden 299 Empfehlung

Die wichtigsten Werte die der Westen lebt und die ihn moralisch auch überlegen machen sind meiner Meinung nach: Gleichheit von Mann und Frau, demokratisches Mitbestimmungsrecht für alle oder Demokratie allgemein, Gewaltenteilung. Diese drei Dinge zusammen gilt es zu bewahren und zu schützen. Der RADIKALE Islamismus stellt sich gegen viele dieser Prinzipien. Daher muss er beobachtet werden. Antworten



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