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Das Jawort in voller Bikermontur

Von Lilo Lévy-Moser. Aktualisiert am 20.07.2009 1 Kommentar

Anlässlich des 5.Beo-Bike-Week-Anlasses auf dem Gurnigel wurde zum ersten Mal eine Bikertrauung auf Motorrädern zelebriert. Der «unorthodoxe» Walliser Priester Charly Weissen amtete dabei ebenfalls in Lederkluft.

Bikertrauung: Jrène Mosimann und Michel Berroud (rechts) gaben sich das Jawort in Lederkluft und auf dem Motorrad sitzend an der Beo Bike Week auf dem Gurnigel. Getraut wurden sie vom Walliser Priester und Bikerfreak Charly Weissen (links).

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Als sich die 26-jährige Jrène Mosimann und der 50-jährige Michel Berroud aus Thun unter freiem Himmel das Jawort gaben, waren etwa noch hundert Besucher zugegen, aber davon später.

Denn nicht nur das Gurtenfestival litt dieses Jahr zeitweise unter unwirtlichem Wetter. Auch die wettererprobten Motorradfreaks im Gurnigelbad taten sich zeitgleich etwas schwer mit dem ausgiebigen Nass, welches vor allem am Freitag und am Samstag das Festgelände einweichte. Und so traten einige schon frühzeitig den Heimweg an. Vor allem jene aus dem Ausland.

Bereits zum fünften Mal trafen sich in der Gantrischregion tätowierte und untätowierte Motorradfreaks unterschiedlichsten Alters und Herkunft aus der ganzen Schweiz und dem Ausland zur sogenannten Beo Bike Week 09. Der Höhepunkt des alle zwei Jahre stattfindenden Anlasses war dieses Mal die sonntägliche Bikertrauung. Da rückten sogar die Musicacts auf den Festzeltbühnen, die Marktstände mit Fanartikeln und die zur Schau gestellten zweirädrigen Boliden, mehrheitlich Harley-Maschinen, etwas in den Hintergrund.

Schleier über Lederkluft

Eigentlich stammt die Idee der Bikertrauung unter freiem Himmel vom Beo-Bike-Week-Organisator Xavier Kündig. «Ich wusste, dass das Paar an diesem Wochenende heiraten wollte», sagt der motorradbegeisterte Thuner. Und da sowieso noch eine Bikersegnung auf dem Programm stand, habe alles gut gepasst.

Währenddessen sich das Brautpaar auf den Trauungsakt vorbereitet, sind noch etwa hundert Personen auf dem Festgelände. 500 waren es insgesamt, gegenüber den 1500 Motorradfreaks, die vor zwei Jahren im August den Anlass besucht hatten; damals «bei schönstem Wetter», erinnert sich Kündig. Geplant gewesen sei auch ein Bikerkonvoi ans Hochzeitsfestapéro in Weissenburg im Simmental, welches aber aus Sicherheitsgründen wegen nassen Laubs auf den Strassen abgesagt werden musste.

Trotz all des Ungemachs strahlt das Brautpaar in seiner Motorrad-Lederkluft. Nur gerade der weisse Schleier und der Zylinder sowie die beiden blumengeschmückten Yamaha-Maschinen unterscheiden sie von den übrigen Anwesenden. Aufgeregt seien sie nicht, sagen sie. Und nein, auch nicht religiös – «nur protestantisch», wie der Bräutigam grinsend sagt. Was die beiden vor allem verbindet, ist die Liebe zum Motorradfahren. «20000 Kilometer fahren wir jedes Jahr», sagen sie mit glänzenden Augen.

Pfarrer in Leder

So passte denn alles bestens. Denn auch der 65-jährige Walliser Priester und Bikerfreak Charly Weissen, bekannt für seine Motorradsegnungen, passt in kein Schema. Auf den ersten Blick scheint er eher in die Kategorie «Wilde Hunde» oder Motorradclique zu gehören. Mit seinen langen, schütteren tiefschwarzen Haaren, gewandet in Leder und mit seinem Cowboygang, entspricht er so gar nicht dem Bild eines Klerikalen. «Ich bin ein Pfarrer mit Herzvergrösserung», grinst er schelmisch.

Ein grosses Herz für die Biker bekundete er denn auch in seinen träfen, bildhaften, etwas unorthodoxen Worten. Ermahnt das Brautpaar auf ihren Motorrädern zum Versuch, treu zu bleiben. Und: «Jeder ist ein Unikat, bewahrt euer Rückgrat. Leute mit Gummirückgrat gibt es schon genug.» Spricht von Gott als Kumpel und dem «Fraueli» neben dem Bräutigam. Gebetet wird nicht, dafür segnet Weissen in globo alle hundert Maschinen mit Fahrer auf dem Platz: «bringe sie gesund wieder nach Hause.» Auch der obligate Brautpaarkuss fehlt. Nur gerade der Priester holt ein Küsschen ab.

Dafür gab es Applaus von den Zuschauern. Darunter auch von den Touristen Paddy und Debbie Barret aus Cambridge, die mit ihren Mietmotorrädern extra von Interlaken ins Gurnigelbad fuhren, um der etwas anderen Trauung beizuwohnen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.07.2009, 09:06 Uhr

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1 Kommentar

Thomas Peinhaupt

27.01.2010, 22:08 Uhr
Melden

Hallo Leute Das nenne ich echt mal nen Pfarrer ;-D Wenn ich so einen zu meiner Schulzeit gehabt hätte dann wär ich heute noch ein fleissiger Kirchengänger :-))) In welcher Kirche predigt denn der Charly? So eine Predigt würde ich mir gerne mal anhören!!! Grüsse von einem Österreicher im zuger Exil Antworten



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