Das Asylzentrum ist völlig heruntergewirtschaftet
Von Stephan Künzi. Aktualisiert am 23.02.2012 14 Kommentare
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Beat Meiner, Generalsekretär Schweizerische Flüchlingshilfe. (Bild: zvg)
Die rund hundert Asylbewerber sind aus Enggistein ausgezogen. Der Kanton hat die Schliessung des Asylzentrums verfügt, weil die Installationen alt und damit die Brandschutzauflagen nicht mehr zu erfüllen seien. Doch eine Frage blieb auch gestern Morgen offen: Ist die Liegenschaft tatsächlich in einem derart schlechten Zustand? Oder entspricht sie nicht vielmehr dem, was bei Zentren dieser Art üblich ist? Genau das hielt die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe als Verantwortliche vor Ort der Kritik aus Bern entgegen.
Auch Beat Meiner, der Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, hat auf die Frage keine abschliessende Antwort parat. So, wie er die Anlage im Fernsehen gesehen habe, habe er aber den Eindruck, dass die Liegenschaft völlig heruntergewirtschaftet sei. Er erinnert aber daran, dass das Angebot an Wohnungen mit der allgemeinen Zuwanderung aus Europa knapper geworden ist. Entsprechend höher sind heutzutage die Mieten, und das, so der Generalsekretär, erschwere die Suche nach bezahlbaren Unterkünften für Asylbewerber zusätzlich. Zumal in diesem Zusammenhang noch andere Faktoren als allein das Geld eine Rolle spielen. So werden Asylbewerber kaum je mit offenen Armen empfangen werden. Wer eine Liegenschaft zu diesem Zweck vermietet, muss deshalb damit rechnen, von allen Seiten kritisiert zu werden.
Nur alte Häuser übrig
Unter all diesen Voraussetzungen bleiben für die Asylbewerber häufig nur die alten Häuser übrig, fasst Meiner zusammen. Häuser auch, deren Bausubstanz in der Folge noch zusätzlich darunter leide, dass auf sehr engem Raum sehr viele Leute lebten.
Im Fernsehen zeigten sich die betroffenen Asylbewerber über die angeordnete Züglete wenig erfreut. Meiner hat für diese Haltung insofern Verständnis, als angesichts des unverändert grossen Zustroms immer mehr Leute unterirdisch in Zivilschutzanlagen untergebracht werden. Ein Leben ohne Tageslicht widerspreche der menschlichen Natur und Würde. Und sei besonders für all jene schlimm, die auf der Flucht oder zuvor schon in einem Krieg Traumatisches erlebt hätten und umso empfindlicher auf ein beengendes, dunkles Umfeld reagierten. (Berner Zeitung)
Erstellt: 23.02.2012, 08:42 Uhr
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14 Kommentare
Stäcketööri! Um es einmal zusammenzufassen: Die Schweiz gibt von Gesetzes wegen Menschen Asyl, die in ihrem Herkunftsland verfolgt und an Leib und Leben gefährdet waren, weil sie für ihre politische Überzeugung eintraten. Das betrifft 20 Menschen pro Jahr. Wenn einer um sein Leben fürchtet, aus Folterkellern entwichen ist,dann ist ihm eine "heruntergewirtschaftete Pension" das Paradies auf Erden!! Antworten
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