Dank den Burgern gehts ins Studio
Im Übungsraum sind Goodbye Fairbanks fast täglich. Der Einsatz zahlt sich nun aus: David Branca, Benjamin Etter und Ricardo Krenger gewinnen einen Jugendpreis der Burgergemeinde. (Bild: Susanne Keller)
«Unser Bandraum ist das einzige Relikt, das nicht mehr zu unserem Niveau passt», sagt Ricardo Krenger (24) und lacht verschmitzt. Der Gitarrist der jungen Berner Rockband Goodbye Fairbanks hat allen Grund zum Lachen: Er und seine Mitmusiker David Branca (23) und Benjamin Etter (23) haben gestern Abend den Jugendpreis der Burgergemeinde Bern erhalten. Das Preisgeld für die drei Musiker beträgt 10 000 Franken. Ebenfalls ausgezeichnet wurden das Projekt «Peng! Palast – Theater für junge Leute» (10000 Franken), das Musikprojekt «Patrick Bishop – A Winner At The Races» (5000 Franken) und das Projekt «Schmuck-Kapsel» (2000 Franken).
Goodbye Fairbanks haben bereits eine treue Fanschar in der Schweiz und sogar in Deutschland. «Umso schöner, dass unsere Musik nun auch von offizieller Seite gewürdigt wird», sagt Krenger zum Preis.
Vergangene Woche trafen sich Etter, Krenger und Branca – «wie im Moment fast jede Woche», sagt Branca – Tag für Tag im Keller von Etters Eltern. Dort befindet sich der kleine, mit Instrumenten und elektronischen Geräten vollgestopfte Übungsraum. «Wir suchen seit fast einem Jahr nach einem neuen Bandraum», erzählt Krenger. Doch es sei gar nicht so einfach, einen Raum zu finden, in dem man laut sein dürfe. Obwohl – laut ist die Musik der drei Berner nicht immer. Sie spielen melodiösen Rock, der beides vertrage; helle und dunkle Töne und Themen, sagt Sänger Etter. Er schreibt die Texte. «Unsere Musik handelt von – meist zwischenmenschlichen – Dingen, die uns im Alltag berühren.» Auch sozialkritische Texte hat der Student der Literaturwissenschaften schon geschrieben.
Traum ging in Erfüllung
Beworben für den Jugendpreis haben sich Goodbye Fairbanks mit ihrem ersten Album «In All Locations». Mit diesem tourten die drei sympathischen Jungs «durch fast alle Clubs der Schweiz und durch zahlreiche in Deutschland», wie Schlagzeuger Branca erklärt. Bis vor kurzem standen die Musiker zu viert auf der Bühne, doch Bassist Oliver Weiss, der die Band vor zwei Jahren mitgründete, stieg aus beruflichen Gründen aus. Im Moment unterstützt Michael Marti (29) als Bassist die Band.
Ein lange gehegter Traum der drei Jungs, die bereits zu Schulzeiten befreundet waren und heute alle an der Uni Bern studieren, war ein Auftritt am Greenfield Festival. Dieser erfüllte sich im vergangenen Sommer: Etter, Branca und Krenger rockten die Bühne in Interlaken.
Das Preisgeld wollen Goodbye Fairbanks, deren Name auf die Stadt in Alaska anspielt, in die Produktion ihres zweiten Albums investieren. «Wir sind bereits fleissig am Liederschreiben und Arrangieren», sagt Etter. Das Album soll Mitte 2011 erscheinen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 27.11.2010, 09:26 Uhr
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