Chrüter-Oskis Comeback in der Region
Von Katharina Merkle. Aktualisiert am 28.04.2011 1 Kommentar
Unkraut gibt es nicht, sagt Oskar Marti, der auf heimischen Wiesen allerlei kulinarische Leckereien findet, wie hier den Löwenzahn. (Bild: Urs Baumann)
Chrüter-Oski in der Region Bern
Gourmetfestival heute Freitagabend ab 19 Uhr in der Taberna Romana im Arcadia, Talgut-Zentrum 34, Ittigen. Es hat noch Tische für Kurzentschlossene (Fr.120.– ohne und Fr.165.– mit Wein). Anmeldung bei 031 921'60'30 oder reservation@arcadia-ittigen.ch.
Benefizessen zugunsten der Bernischen Krebsliga: Freitag, 21.Oktober, im Bellevue Bern (Fr.170.– inklusive Wein). Anmeldung bei 031 313'24'24 oder info@bernischekrebsliga.ch.
Ein Sechsgänger für 120 Franken, gekocht von Oskar Marti und seinem ehemaligen Küchenchef Walter Kunz. Dieses «Gourmetfestival» steht heute Abend im Ittiger Arcadia auf dem Programm. Genau ein Jahr ist es her, seit Marti alias Chrüter-Oski seine legendäre Moospinte bei Münchenbuchsee den Nachfolgern übergeben hat. Der 63-Jährige ist seither im luzernischen Meggen zu Hause und geniesst vom Wohnzimmer aus einen Blick auf Bürgenstock, Rigi und Vierwaldstättersee.
Zur Ruhe gesetzt hat er sich aber keineswegs. Neben seinen gelegentlichen Comebacks am Herd will er sich als unkonventioneller Unternehmensberater für Gastronomen etablieren. Am Puls der Zeit bleiben, anstatt über Gästeschwund zu klönen, das ist sein Credo. Er rät dazu, schlecht genutzte Räume Dritten anzubieten. So hat ein Wirt die defizitäre Bar an einen Architekten vermieten können, und in der Kegelbahn einer anderen Beiz empfängt jetzt eine Coiffeuse ihre Kundinnen. Namen und Orte nennt Berater Marti aus Diskretionsgründen keine.
Ein weiteres Credo von Chrüter-Oski: Der Chef oder die Chefin des Hauses sollen ihre Hobbys gewinnbringend ins Betriebskonzept einbauen. Ein Wirt, der eine Wanderratte ist, soll seinen Gästen auch Wanderreisen anbieten. Oder ein Bücherwurm soll auch Literatur verkaufen.
Tabu: Stau im Lavabo
Die Ideen sprudeln nur so aus dem ehemaligen 17-Punkte-Koch heraus. Seit kurzem kann er sie auch als Kolumnist im diesen Monat erstmals erschienenen Ringier-Magazin «Landliebe» unter die Leute bringen. «Ich bin aktiv, will aber keinen Stress haben», sagt Marti, der im Mai 64 wird. So hat er auch ein Angebot, ein Fünfsternhotel in Manila zu testen, abgelehnt. In Schweizer Nobelherbergen geht er aber schon mal probeliegen. Marti ist ein pingeliger Gast. Kalk in der Badewanne oder Wasser, das sich im Lavabo staut: Das geht gar nicht und wird der Hoteldirektion umgehend gemeldet. Ob er auch im Berner Schweizerhof testet, verrät Marti nicht.
Was die Wiesen hergeben
Heute Abend bekommen die Gäste im Arcadia (13 Gault-Millau-Punkte) fast nur Einheimisches auf den Teller. So werden in der Unkrautsuppe etwa Spitzwegerich, Bärlauch, Kerbel oder Sauerampfer von heimischen Wiesen landen. Bei Chrüter-Oski wecken diese Kräuter Kindheitserinnerungen: «Schmecke ich Sauerklee, denke ich an den Sonntagsspaziergang mit dem Vater, obwohl der schon vor 30 Jahren starb.» www.chrueteroski.ch (Berner Zeitung)
Erstellt: 28.04.2011, 19:49 Uhr
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1 Kommentar
Chrüter-Oski ist für mich der Grösste ! Dieser Mann ist ECHT ! Wenn man bedenkt, dass ein Dänisches Restaurant (Noma) eigentlich mit genau gleichen Ideen , das beste Restaurant von 2011 geworden ist, finde ich seine Leistung nur noch beeindruckender, darum ... CHAPEAU...Oski !!! Antworten
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