Bussen für das Auslösen von Lawinen bringen kaum etwas

Schneesportler, welche eine Lawine auslösen, sollen mit Bussen bestraft werden: Das überlegen sich Italien und Österreich. Günter Heine, Berner Strafrechtsprofessor, sieht Schwierigkeiten bei der Umsetzung in der Schweiz.

Lawine kommt von der Bire herunter: Das Auslösen von Lawinen kann juristische Konsequenzen haben.

Lawine kommt von der Bire herunter: Das Auslösen von Lawinen kann juristische Konsequenzen haben.
Bild: Samuel Trachsel

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Durch das Fahren abseits der markierten Piste, obschon Lawinengefahr besteht, können im schlimmsten Fall andere Wintersportler durch eine ausgelöste Lawine verunfallen. Dies kann schwerwiegende straf- und zivilrechtliche Konsequenzen haben. Der Berner Strafrechtsprofessor Günter Heine betont, dass «eine Anzeige wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung die Folge wäre, welche mit Freiheitsentzug und Bussen bestraft wird.» Das Auslösen einer Lawine kann wegen Gefährdung des öffentlichen Verkehrs angezeigt werden. Dass Skipisten dem öffentlichen Verkehr zugerechnet werden ist erst seit einem Bundesgerichtsentscheid von 1995 möglich. Auch Urs Wellauer, Präsident des Schweizer Bergführerverbandes, betont: «Wenn sich Freerider wirklich fahrlässig verhalten und andere Wintersportler gefährden, müssen sie die Verantwortung dafür übernehmen.»

Busse zur Gefahrenprävention

Um dies präventiv zu verhindern, könnte man eine Busse für das Abseitsfahren von der Piste verhängen, wie nun in unseren Nachbarländern zur Diskussion steht. Doch dort sieht Professor Heine die Schwierigkeiten: «Eine nach schweizerischem Recht angemessene Busse, zwischen 50 und 100 Franken, würde wahrscheinlich zu wenig abschrecken und die Entdeckungswahrscheinlichkeit der Täter beziehungsweise die Überwachung der Gebiete würde sehr viele Ressourcen in Anspruch nehmen.»

Förderung der Eigenverantwortung als Massnahme

Eine Busse wäre total unrealistisch und auch ein Nachteil für die Skigebiete, betont Urs Wellauer Präsident des Schweizer Bergführerverbandes «viele Skigebiete generieren einen rechten Anteil der Einnahmen von Skifahren und Snowboarder, welche bei den entsprechenden Schneeverhältnissen die Pisten verlassen und im Tiefschnee fahren.» Nach Wellauer sollten nicht staatliche Massnahmen eingesetzt werden, sondern die Eigenverantwortung ist gefragt. (Bernerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 09.02.2010, 16:15 Uhr

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2 KOMMENTARE

Ronald Lack

09.02.2010, 19:11 Uhr

Wieso soll die Busse nur 50 - 100 Franken betragen, typisch wieder ein übersstudierter Professor. Die Busse muss dem Geldbeutel weh tun, also ab Fr. 1000.-- aufwärts, nur so lernen es auch Unbelehrbare, Müssen Leute gerettet werden ist auch diesen ein Busse und die Kosten der Rettung aufzubürden..


Peter Dummel

09.02.2010, 18:06 Uhr

Ja, ja, nur immer drauf los! Die einen suchen den Kick, die andern suchen das Geld und dann kommt noch unsere Kuscheljustiz dazu, all die Kosten ( Rettung, Schäden, Gerichtsverhandlungen etc.) übernimmt die Oeffentlichkeit! Super! Grossartig! Wir kommen immer weiter!



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