Bürokomplex geplant: Hausbesitzer lässt sein Heim nicht abreissen

Bei der Station Papiermühle Ittigen plant der Bund einen weiteren Bürokomplex für 90 Arbeitsplätze. Die fünf Wohnhäuser in der Mitte passen nicht mehr dorthin. Eines bleibt aber stehen, der Besitzer verkauft nicht.

Zwischen Bürohäusern und Trümmern: das Haus mit den orangebraunen Läden an der Worblentalstrasse 58 in Ittigen.

Zwischen Bürohäusern und Trümmern: das Haus mit den orangebraunen Läden an der Worblentalstrasse 58 in Ittigen.
Bild: Urs Baumann

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Die Bürohäuser mit ihren hellen Fassaden sind schick. Die Bundesverwaltung hat das Gesicht des Ittiger Papiermühlequartiers in den letzten Jahren verändert. Jetzt geht die Entwicklung weiter. In zwei Jahren sollen 90 Angestellte des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) in einen neuen Bürokomplex einziehen. Der Bund bestätigt einen entsprechenden Bericht im «Bund». So wird das Gebiet östlich der Station Papiermühle voraussichtlich ab 2012 fast flächendeckend von der Bundesverwaltung eingenommen. Aber nur fast.

«Ungeheuer praktisch»

Zwischen den modernen Bürohäusern stehen noch fünf Wohnhäuser aus den Fünfzigerjahren. Diese haben ihre besten Zeiten sichtlich hinter sich gelassen und weichen nun dem Neubau. Zwei Häuser hat der Bagger schon dem Erdboden gleichgemacht, zwei weitere werden folgen. Eines bleibt aber stehen: Das Einfamilienhaus an der Worblentalstrasse 58 gehört als einziges der fünf nicht der Eidgenossenschaft. Besitzer ist Peter Hubacher, der dort aufgewachsen ist und mit seiner Frau noch heute dort wohnt. Es überrascht nicht, dass sich der Bund äusserst interessiert zeigt an Hubachers Häuschen. Doch dieser sagt: «Mein Haus ist zwar nicht schön, aber ungeheuer praktisch.» Einkaufen und ÖV sind zu Fuss in drei Minuten zu erreichen.

Peter Hubacher ist kein Fundi. Schliesslich arbeitete er selber 25 Jahre für das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) und hat diesem ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Aber: «Bis jetzt konnte man mir noch nichts Gleichwertiges bieten, das für mich bezahlbar ist.»

Die Mieten waren tief

In den vier Häusern, die jetzt abgerissen werden, wohnten Familien und Einzelpersonen. Weil der Zustand der Gebäude schlecht war, zahlten sie nur wenig Miete. Vergleichbare Objekte gibt es noch im Eyfeld, im Neuhaus und an der Badhausstrasse. Günstig wohnen lässt es sich in Ittigen zudem in den 70er-Jahre-Blöcken im Kappelisacker und zwischen Papiermühle und alter Kaserne Worblaufen.

Kann der Bund den Hubachers nicht bald eine Alternative bieten, wird ihr Haus mit den orangebraunen Fensterläden in ein paar Jahren eine Insel sein. Denn das Papiermühlequartier wird sich stetig weiter vom Wohn- zum Arbeitsgebiet wandeln, wie der Ittiger Gemeindepräsident Beat Giauque bestätigt.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 09.02.2010, 08:38 Uhr

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1 KOMMENTAR

Martin Lerch

09.02.2010, 10:42 Uhr

Genau das meine ich: Mit den Neuinvestitionen werden die Pendlerströme angeheizt. Bundesrat Leuenbergers Departement baut aberhunderte Arbeitsplätze alle an der gleichen Ecke. Man könnte diese Neubauten über das Mittelland verteilen, dorthin bauen, wo die Leute wohnen wollen - Wohnen und Arbeiten durchmischen. Lieber faseln Leuenbergers Poltikumpane von "röud pritzing" und machen Kohle!



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