Britische Comedians machen Bern unsicher

Der Engländer Guy Stevens hat in den letzten vier Jahren ein eigenes kleines Comedy-Imperium in der Schweiz errichtet. Hochkarätige Stand-up-Comedians aus dem englischen Sprachraum bringen regelmässig frischen Wind in die Schweizer Comedy-Szene – neu auch nach Bern.

Englischer Humor kommt auch in der Schweiz gut an.

Englischer Humor kommt auch in der Schweiz gut an.
Bild: Julie Collins

Guy Stevens, 42.

Guy Stevens, 42. (Bild: Julie Collins)

Links

Rich Hall in Bern

Mit Rich Hall, dem Headliner am kommenden Donnerstag, ist Stevens ein grosser Fang geglückt. Der US-Komiker diente Matt Groening als Inspiration für den Barkeeper Moe in seiner Serie «The Simpsons». In seiner Wahlheimat England füllt Rich Hall regelmässig grosse Säle, diese Woche soll er in der Schweiz vor einigen hundert Leuten spielen. Für ihn eine erfreuliche Chance, auch kleine, vertraute Shows zu spielen, sagt Stevens.

Show: The Panyard, Riedbachstrasse 51, 20.00 Uhr.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnetz wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS). Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Was Guy Stevens dazu bewog 2003 in die Schweiz zu ziehen, war ein so universeller wie simpler Grund: «It was love», seufzt der Engländer. Liebe allein genügte Stevens jedoch nicht – auch eine Beschäftigung musste her. Nachdem er sich mit einem Tierpflege-Geschäft namens «Pets and the City» über Wasser gehalten hatte, kam ihm die zündende Idee - englischsprachige Comedy-Shows in Zürich. Die Inspiration dazu hatte er spontan, als er ein Mittel suchte, um Heimweh zu bekämpfen: «Ich merkte, dass ich in der Schweiz schon viel zu lange nicht mehr richtig vor Lachen gebrüllt hatte», sagt Stevens.

In den folgenden vier Jahren hat der Engländer mit grosser Hartnäckigkeit am Erfolg seines Konzeptes «Funny Laundry» gefeilt. Mittlerweile spielen handverlesene Stand-up Comedians regelmässig vor jeweils über hundert Leuten in Zürich, Genf, Basel und Lausanne –seit zwei Wochen neu auch in Bern.

Schweizer lachen auch über sich selbst

Die Besucher der Shows haben sich in dieser Zeit gewandelt. Waren es anfangs nur sogenannte Expats (im Ausland wohnhafte Englischsprachige), sind es aktuell etwa ein Viertel Schweizer, schätzt Stevens. Wie gehen diese mit dem eher bissigen englischen Humor um? «Die Idee, dass Schweizer keinen Humor haben, ist ein Witz an sich», ist er überzeugt. Vor allem in privaten Gesprächen habe er den schwarzen Humor der Schweizer kennen und schätzen gelernt.

Auch seine Comedians schwärmen regelmässig vom intelligenten, enthusiastischen Schweizer Publikum – das auch mal über sich selbst lachen kann. «Manchmal gibt es schon einige, die in der vordersten Reihe sitzen und lediglich irritiert die Stirn runzeln», gibt Stevens zu. «Die werden jedoch meist von den Stand-ups auf traditionelle Weise gehänselt, was für die anderen im Publikum umso amüsanter ist.»

Comedy-Stars wollen in der Schweiz auftreten

Am Anfang war es mangels Publikum und Geld oft der Goodwill erfolgreicher Comedy-Stars, der sie dazu bewog, die Funny Laundry-Tour zu machen. Mittlerweile klopfen sie von sich aus bei Stevens an, um in die Schweiz zu reisen: «Sie schätzen die kleinen Clubs und die gute Atmosphäre.»

Die Internationalisierung der englischen Comedy-Szene sei unaufhaltbar, erklärt Guy. Mittlerweile gäbe es Shows von Portugal über Spanien bis nach Dubai und Hong Kong. «Da ich schon vier Jahre daran arbeite, ist die Szene in der Schweiz relativ weit entwickelt. Das ist unter anderem der Grund, wieso ich jemanden vom Kaliber eines Rich Hall hierher locken kann», freut er sich. Langsam sei «Funny Laundry» auch soweit, dass es sich finanziell rentiert, was eine grosse Erleichterung für den Engländer ist. Neben aller Begeisterung für Comedy muss er schliesslich davon leben können. (Bernerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 12.02.2010, 09:03 Uhr

KOMMENTAR SCHREIBEN







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.


Meistgelesen in der Rubrik Region

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen

Weitere Videos Videothek öffnen

Emil Frey AG Autocenter Bern

Die Top-Themen im




© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten