Böser grauer Panther attackiert unschuldiges süsses Bambi
Von Peter Steiger. Aktualisiert am 17.10.2011 4 Kommentare
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Die Hollywoodfilme aus den Fünfzigerjahren zeigen ziemlich genau, wie wir Journalisten der alten Schule arbeiten: In Hosenträgern und schmuddeligem weissem Hemd sitze ich am Pult und zünde mir eine Lucky Strike an. «Wir brauchen einen Knüller, sonst stehst du morgen auf der Strasse», brüllt der Chef durch den Laden. Ich kralle mir aus der Schreibtischschublade die nur noch halb volle Flasche Johnnie Walker und hämmere in die schwarze Schreibmaschine den Text rein, den Artikel über den brutalen Gewalttäter, der beim Engehaldenwäldli einen jungen Mann zusammengeschlagen hat.
Der Gewalttäter bin ich. Wenigstens in der Fantasie. In der letzten Kolumne beschrieb ich einen echten Vorfall: Ein junger Besoffener rüpelte mich an. Und ich ergänzte diese Wirklichkeit mit einem Gedankenspiel: Ich malte mir aus, wie der reale Rüpler ausgedachte Prügel erhielt.
Einigen Lesern hat das gar nicht gefallen. Per Onlinekommentar teilten sie mit, dass dies ein Gewaltaufruf sei. Einer empfahl mir eine Psychotherapie, ein anderer sah mich als Initianten einer Bürgerwehr. Bei den Ultras der Gewaltlosigkeit fällt auf, dass sie gern knüppeldick austeilen. Eine Kommentatorin fand den Text «zum Kotzen», einer beurteilte ihn als «Schrott».
Einen anderen Ansatz hatte die Leserin, die mir riet, mich mit dem alkoholisierten Jungmann auszusprechen. «Vielleicht hat er ja tiefsitzende Probleme», ahnte sie. Hallo Polizei, wenn im Stadion wieder mal besoffene Pyro-Deppen am Werk sind: nicht das Spiel abbrechen, sondern nachfragen, ob das Mami zu wenig lieb war. Böser grauer Panther attackiert unschuldiges süsses Bambi. Deshalb sind Senioren unbeliebt. Das zeigt auch das Gemeinde-Ranking der «Weltwoche». Cham hat gewonnen, Reconvilier im Jura belegt den Schlussrang. Unter anderem beeinflusst die Überalterung die Klassierung. Wo es viele Betagte hat, wird es ungemütlich: Seniorenfluten und Greisenschwemme senken die Lebensqualität.
Da müsste man doch was schreiben. «Wir brauchen einen Knüller, sonst streich ich dir morgen die Rente», brüllt der Chef. Ich zünde mir eine Zigarette an, die letzte im Päckli. Ich greif zum Whisky. Doch jetzt ist die Flasche leer.
peter.steiger@bernerzeitung.ch
Die gesammelten Kolumnen aussteiger.bernerzeitung.ch (Berner Zeitung)
Erstellt: 17.10.2011, 07:24 Uhr
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4 Kommentare
Verschont uns bitte von solchem Psychogeschreibsel.Noch dümmer gehts nicht,von Menschen die glauben gescheit zu sein.Wir haben wirklich Wichtigeres zu tun,oder etwa nicht.Peter Steiger tun Sie uns den Gefallen und gehen Sie in Pension.Entschuldigen Sie mich,wenn Sie der Meinung sind,dass ich Unrecht habe.Dann bin ich und Weitere eben nur humorlos,in der Zeit dazu leben wir nach Ihrer Auffassung ja Antworten
Bin über ihren Artikel gestolpert und habe kurz auch den ursprünglichen Beitrag gelesen. Ich gebe ihren Lesern recht: ein wirrer und nutzloser Beitrag. Und primitiv, "pisste", "Knie in die Eier", etc.
Ihre Gewaltphantasien sind etwas bedenklich. Wenn sie derart passiv-aggressiv und frustriert durch die Welt gehen, wundert es mich nicht, wenn man ihnen sagt, sie sollen sich "verpissen".
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