Betagtes Altersheim zu verkaufen
Von Peter Steiger. Aktualisiert am 26.08.2010
Zollikofen hat ein Altersheim zu verkaufen: 8 Stockwerke, 10 Wohnungen, 44 Einzelzimmer, 27 Doppelzimmer, 2 Viererzimmer, insgesamt 116 Betten. Dazu ein Restaurant, Küchen, Aufenthaltsräume und eine Gartenanlage mit Kleintiergehege. Die Gemeinde hat den Bau an der Wahlackerstrasse 1974 eingeweiht.
Die Gemeinde will das Gebäude veräussern, weil das Volk dies entschieden hat. Im Juni hat Zollikofen an der Urne beschlossen, das eigene Betagtenheim aufzugeben. Stattdessen beteiligt sich der Berner Vorort an einem privaten Projekt.
Wenn der Preis stimmt, hat die Gemeinde intakte Chancen, die sperrige Immobilie zu verkaufen. «Vor allem wenn Wohnungen entstehen, sind die Aussichten gut», sagt Thomas Graf von der Berner Immobilienfirma Privera. Für Dienstleistungen, Büros, Praxen oder Gewerbe seien die Prognosen zurzeit weniger günstig.
Bereits Interessenten
Der Experte empfiehlt, das Gebäude analysieren zu lassen, Nutzungsmöglichkeiten abzuklären und dann Zielgruppen anzusprechen. Graf rät, einen Makler beizuziehen. Dieser beansprucht zwar Provisionen. «Weil es ihm oft gelingt, einen höheren Verkaufspreis herauszuschlagen, lohnt sich ein solcher Vermittler», so Graf. Gemäss dem Zollikofer Gemeindepräsidenten Stefan Funk (FDP) haben sich bereits Interessenten gemeldet. Funk nennt keine Namen, erwähnt aber, dass Baufirmen und Investoren bei ihm angeklopft haben. «Wir haben noch keine Preisvorstellungen», sagt Funk. Offen sei auch, ob das Haus an den Meistbietenden gehe. Möglich sei, dass beim Verkauf die Politik mitreden wolle.
Bürger entscheiden
Weitere Hürden könnten Zonenplanänderungen sein. Wenn das Haus nicht mehr als Heim dient, muss es umgezont werden. Dies bedeutet, dass die Zollikofer Stimmbürger mitentscheiden können. In den nächsten Monaten wird sich im Gebäude an der Wahlackerstrasse allerdings nichts ändern. Zollikofen kooperiert mit einem neuen Betagtenzentrum, das erst ab 2014 betriebsbereit ist. Das neue Heim an der Bernstrasse will die Pensionäre und das Personal der jetzigen Einrichtung übernehmen.
Die Stimmbürger haben sich unter anderem gegen das bisherige Heim entschieden, weil Sanierungen anstehen. 27 Millionen Franken wären nötig, um das 36 Jahre alte Haus an die neuen Anforderungen für Altersheime anzupassen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 26.08.2010, 09:07 Uhr
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