Bern

Berns Süden verliert die Spitäler

BernMit dem Ziegler soll nach Belp ein weiteres Spital im Süden Berns schliessen. Die medizinische Grundversorgung werde dadurch verschlechtert, so der Tenor aus betroffenen Gemeinden. Engpässe befürchtet man aber kaum.

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Was sich seit einiger Zeit abzeichnete, ist jetzt offiziell: Die Spital Netz Bern AG will das Berner Zieglerspital schliessen und am Standort Tiefenau ein neues Spital bauen. 2015 soll der Neubau mit 300 Betten bezugsbereit sein. Bereits anfang Jahr befürchtete die Bevölkerung im Gürbetal, ihre Region könnte bald medizinisch unterversorgt sein: Damals gab die Spital Netz AG bekannt, dass das Akutspital in Belp geschlossen wird.

Patienten fahren seit letztem Sommer ins Spital Münsingen, ins Zielger- oder Inselspital. Die Bevölkerung Belps protestierte gegen die Schliessung ihres Spitals. Schon damals war absehbar, dass das nahe Zieglerspital wohl auch verschwinden würde – was für zusätzlichen Groll sorgte.

«Schlechter versorgt»

J etzt jedoch fallen die Reaktionen voerst gemässigt aus: «Wenn das Zieglerspital geschlossen wird, sind Berns Süden und insbesondere das Gürbetal medizinisch schlechter versorgt», sagt zwar Barbara Mathis. Die Belper Vizegemeindepräsidentin und Vorsteherin des Gesundheitsdepartements (FDP) glaubt aber, dass die Grundversorgung ausreichen würde.

Nichtsdestotrotz: «Die Patienten müssen nun noch weiter in die Stadt hineinfahren oder nach Riggisberg oder Münsingen ausweichen.» Auch der Kehrsatzer Gemeindepräsident Thomas Stauffer (FDP) sagt: «Die medizinische Grundversorgung wird nach wie vor gewährleistet sein». Er fände es aber nötig, dass das Inselspital nun die Kapazität für notfallmässige Einlieferungen ausbaue. Denn Patienten aus dem Gürbetal und vom Längenberg würden wohl kaum ins Tiefenau auf der anderen Seite der Stadt gebracht, sondern ins Inselspital. Auf dem Längenberg indes hofft man laut dem Rüeggisberger Gemeindepräsidenten Fritz Lehmann (SVP) primär, dass das Spital in Riggisberg erhalten bleibt. Dieses gehört ebenfalls zur Spital Netz Bern AG. «Wenn wir in ein Stadtberner Spital müssen, spielt es keine Rolle, ob wir via Autobahn in den Norden der Stadt ins Tiefenau- oder via Wabern ins Inselspital fahren.»

Ziegler-Neubau geprüft

Daniel Pauli, Verwaltungsratspräsident der Spital Netz AG, sind die längeren Wege bewusst, hält dem aber entgegen: «Dank dem Neufeldtunnel erhält das Tiefenau praktisch einen Autobahnanschluss.» Man habe auch einen Neubau an Stelle des Ziegler geprüft. Doch die Erschliessung sei deutlich schlechter: So liegt die Autobahn weiter weg und wegen dem Bahnübergang vor dem Spital und den stark belasteten Strassen in der Umgebung ist die rasche Zufahrt für die Ambulanz nicht gewährt. Für Daniel Pauli ist klar: «Die Region Bern ist medizinisch gut versorgt – auch der Süden.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.11.2008, 17:53 Uhr

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