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Berner Heimleiter sass bereits einmal in U-Haft

Von Adrian Zurbriggen. Aktualisiert am 21.08.2009

Der Leiter des Berner Weissenheims, der jugendliche Zöglinge missbraucht haben soll, wurde vor 25 Jahren schon einmal verhaftet – wegen desselben Verdachts.

Das heilpädagogische Weissenheim am Lentulushubel:  Hier wohnen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren.

Das heilpädagogische Weissenheim am Lentulushubel: Hier wohnen Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren.
Bild: Stefan Anderegg

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Anfang Juli hat die Kantonspolizei Hinweise erhalten, wonach der Leiter des Heilpädagogischen Schulheims Weissenheim sexuelle Übergriffe auf jugendliche Heiminsassen begangen haben soll. Auf Grund der Ermittlungsergebnisse hat der Untersuchungsrichter eine Strafverfolgung eingeleitet. Seit Donnerstag ist der Heimleiter suspendiert – aber auf freiem Fuss. Was ihm genau vorgeworfen wird, ist unbekannt.

Pikante Tagebucheinträge

Vor 25 Jahren sass der heute 63-Jährige wegen angeblicher sexueller Übergriffe auf Heimzöglinge in Untersuchungshaft. Damals leitete er das kantonale Knabenschulheim Landorf in Köniz. Im Tagebuch eines ehemaligen Insassen, der wegen einer Entführung verhaftet wurde, stiess die Polizei auf Passagen über sexuellen Missbrauch durch den Heimleiter und durch ältere Jugendliche. Die Untersuchung wurde aber eingestellt, weil sich die Vorwürfe nicht erhärtet haben.

Der Heimleiter kehrte danach auf seinen Posten zurück. Im Jahr 2000 wechselt er ans private, von Kanton und Bund anerkannte und subventionierte Weissenheim. Im als Wocheninternat geführten Heim wohnen Jungen und Mädchen zwischen 5 und 18 Jahren mit einer anerkannten Lernbehinderung oder einer geistigen oder psychischen Behinderung.

Kanton wurde tätig

Die Aufsicht über das private Heim obliegt dem kantonalen Alters- und Behindertenamt. Dessen Leiter Markus Loosli wurde am Donnerstag vom Untersuchungsrichter informiert. Daraufhin habe er umgehend die Trägerschaft kontaktiert: «Ich musste sicher stellen, dass diese ihre Verantwortung wahrnimmt und sofort handelt.» Das sei mit der Suspendierung geschehen.

Ehefrau führt nun Heim

Träger des Heims ist der Verein Weissenheim Bern. Als Präsident amtet Hans Gamper, der Leiter der Erziehungsberatung Bern. Gamper weiss auch nicht, um welche konkreten Vorwürfe es gehe, denn die Ermittlungen des Untersuchungsrichters seien geheim. «Für uns ist nun zentral, dass der Betrieb so ruhig und kontinuierlich wie möglich weiterläuft.» Aus diesem Grund übernimmt die Frau des suspendierten Heimleiters die Leitung alleine. Die beiden hatten das Heim bis dato gemeinsam geleitet. Um die Frau zu entlasten, bereitet der Verein nun eine Stellvertretungsregelung vor. «Wir haben alles gemacht, um die Kinder bestmöglich zu schützen», versichert Gamper. Sowohl Gamper als auch Loosli vom kantonalen Alters- und Behindertenamt legen Wert auf die Feststellung, dass für den suspendierten Heimleiter die Unschuldsvermutung gelte. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.08.2009, 20:59 Uhr

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