Bern

Bei Wyss sitzt das Portemonnaie lockerer 

BernDer BZ-Stapi-Check, Teil 1: Wo unterscheiden sich Ursula Wyss und Alec von Graffenried politisch? Klare Differenzen zeigen sich vorab bei der Finanzpolitik.

Ursula Wyss oder Alec von Graffenried – wer eignet sich besser als Stadtoberhaupt? Wir massen uns nicht an, darauf eine Antwort geben zu können. Doch wir wollen in einem sechsteiligen Stapi-Check die beiden Kandidaten auf die wichtigsten Kriterien zur Befähigung fürs Stadtpräsidium durchleuchten. Heute Teil 1: politisches Profil

Ursula Wyss oder Alec von Graffenried – wer eignet sich besser als Stadtoberhaupt? Wir massen uns nicht an, darauf eine Antwort geben zu können. Doch wir wollen in einem sechsteiligen Stapi-Check die beiden Kandidaten auf die wichtigsten Kriterien zur Befähigung fürs Stadtpräsidium durchleuchten. Heute Teil 1: politisches Profil Bild: abl/ub

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Sie ist eine Frau, er ein Mann. Sie ist rot, er grün. So weit die klaren Unterscheidungsmerkmale zwischen Ursula Wyss (SP) und Alec von Graffenried (GFL). Deutlich weniger klar sind die politischen Differenzen zwischen den beiden Kandidaten, welche am 15. Januar in die Stichwahl zum Berner Stadtpräsidium steigen: Wyss und von Graffenried gehören beide dem RGM-Bündnis an.

Beide sind für den Bau einer Velobrücke

Wer am 15. Januar trotzdem aufgrund inhaltlicher Überlegungen wählen will, sucht die Nuancen am besten in den Smartvote-Profilen der beiden. Wie alle anderen Gemeinderatskandidaten haben sie den Fragekatalog des Wahlhilfeportals ausgefüllt. Dieser umfasst 59 Fragen zur Stadtpolitik, aber auch zu nationalen und kantonalen Themen, die mit Ja, eher Ja, eher Nein oder Nein beantwortet werden dürfen.

Nicht überraschend sind sich Wyss und von Graffenried in den meisten Fragen einig: Der Spider von Alec von Graffenried.

So wollen etwa beide ohne Wenn und Aber die familienergänzende Betreuung ausbauen, den sozialen ­Wohnungsbau stärker fördern, zusätzliche Flüchtlinge auf­nehmen, den Konsum von ­Cannabis legalisieren, die Reitschule subventionieren, Fusionen der Stadt mit umliegenden Gemeinden vorantreiben und das kommunale Stimmrecht für Ausländer einführen, welche seit zehn Jahren in der Schweiz leben. Auch die Velooffensive inklusive Bau einer Velobrücke zwischen Lorraine und Breitenrain befürworten beide uneingeschränkt.

Der Spider von Ursula Wyss.

Wyss ist dezidiert gegen Videoüberwachung

Daneben gibt es diverse Fragen, welche die beiden zwar in dieselbe Richtung beantwortet haben, bei denen sich Wyss aber mit einem Ja oder Nein klarer positioniert als von Graffenried, der jeweils «eher Ja» oder «eher Nein» angekreuzt hat.

So ist Wyss dezidiert gegen Videoüberwachung im öffentlichen Raum, von Graffenried nur eher dagegen. Dasselbe Muster zeigt sich bei den Fragen, ob Sachbeschädigungen im öffentlichen Raum, etwa Sprayereien, härter bestraft werden müssten und ob Energie Wasser Bern privatisiert werden sollte: Sie klar dagegen, er nur eher.

Von Graffenried befürwortet Mobility-Pricing

Ein klares Ja gab es von Wyss bei den Fragen, ob Parkplätze in der Innenstadt reduziert werden sollten und ob Poller zur Verkehrsberuhigung Sinn machen. In beiden Fällen antwortete von Graffenried mit «eher Ja». Handkehrum ist für ihn klar, dass sich die Stadt für die Einführung von Mobility-Pricing einsetzen soll. Dies beantwortete Wyss nur mit einem «eher Ja».

Grundlegende Differenzen zeigen die Smartvote-Antworten in drei Bereichen:

Schliesslich mussten die Kandidaten bei acht Posten des städtischen Budgets angeben, wie spendabel oder sparsam sie sind. Wyss würde in fünf Bereichen mehr ausgeben, in drei gleich viel wie bisher. Von Graffenried würde bloss für Kultur und Umweltschutz mehr ausgeben, für die restlichen Bereiche gleich viel.

Weniger wollen beide nirgends ausgeben – hier zeigt sich die RGM-DNA.

Weitere Vergleichsmöglichkeiten finden Sie in der Smartvote-Datenbank. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2016, 07:57 Uhr

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