Bauwalze verschrottet Fälschungen
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Die Plattform
«Stop Piracy», die Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie, ist eine gemeinsame Initiative der Schweizer Wirtschaft und Verwaltung. «Stop Piracy» will Fälschung und Piraterie durch verstärkte Kooperation und Koordination unter den Mitgliedern wirksam und nachthaltig bekämpfen und die Öffeentlichkeit über die schädlichen Folgen informieren. «Stop Piracy» wurde 2005 auf Initiative des Eidg. Instituts für Geistiges Eigentum und der Internationalen Handelskammer Schweiz gegründet.
«Fälschungen und Piraterie sind oft gefährlich, riskant und immer illegal». Mit diesen Worten eröffnete Anastasia Li-Treyer, Präsidentin von «Stop Piracy», die Kampagne auf dem Flughafen Bern-Belp. Mit der Informationsoffensive will die Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piratiere auf die Risiken von gefälschten Produkten aufmerksam machen. «Wer Fälschungen kauft, unterstützt Kriminelle», erklärte die Vereinspräsidentin vor den Medien. Untersuchungen zeigten, dass das organisierte Verbrechen im Handel mit Fälschungen mitwirke. Von Piraterie seien praktisch alle Branchen betroffen, sagte Li- Treyer weiter.
Die Verantwortlichen warnen, dass Fälschungen nicht nur Industrie und Arbeitsplätze gefährden, sondern auch die Sicherheit des Computers oder des Lebens. Besonders hoch ist das Risiko für die Gesundheit derjenigen, die gefälschte Medikamente über das Internet erwerben. Im letzten Jahr wurden schweizweit über 50'000 illegale Arzneimittel per Post von Privatpersonen in die Schweiz eingeführt.
Gefährliche Erektionsmittel
Besonders häufig sind Fälschungen bei Lifestyle-Produkten, wie Ruth Mosimann von Swissmedic sagte. Dabei stehen Erektionsförderer an erster Stelle. Betroffen sind auch Schlankheits- und Haarwuchsmittel sowie Muskelaufbaupräparate.
Daneben werden aber auch lebensrettende Medikamente gefälscht, wie Mosimann betonte. Das Problem: Fast die Hälfte aller analysierten Muster weist Mängel auf. Sie enthalten zu wenige, zu viele, falsche oder gar nicht zugelassene Wirkstoffe.
Bereits seit Jahrzehnten führt die Uhrenindustrie einen Kampf gegen die Piraterie. «Fälschungen gefährden das Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Innovationen», sagte Yves Bugmann vom Verband der schweizerischen Uhrenindustrie FH.
Wie bei den Medikamenten gelte auch bei den gefälschten Uhren das Internet als wichtiger Absatzkanal. «Es ist jedoch äusserst schwierig, gegen Websites vorzugehen, die Fälschungen anbieten», sagte Bugmann. Daneben «reisen» Fälschungen oft im Gepäck von Passagieren mit.
Es sind jedoch nicht nur Medikamente und Uhren, die illegal in die Schweiz gelangen. Auch mehrere tausend gefälschte CDs und DVDs hat der Schweizer Zoll im letzten Jahr beschlagnahmt. Experten haben laut Anastasia Li-Treyer sogar gefälschte Zahnbürsten entdeckt.
Bevölkerung sensibilisieren
Der Verein «Stop Piracy» möchte nun mit Plakaten und Werbespots auf das Problem mit Fälschungen aufmerksam machen. Die Aktion in Belp sollte den spektakulären Auftakt bilden. Die Walze zerstörte Uhrenfälschungen, die vom Schweizer Zoll beschlagnahmt worden waren.
Mehrmals fuhr die Baumaschine über die Uhren, von denen am Ende Einzelteile und Scherben übrigblieben. Normalerweise werden spezielle Gross-Schredder dafür gebraucht, wie Werner Nydegger, Geschäftsleiter einer Recycling-Firma, sagte. Die Metalle werden wiederverwendet, die Kunststoff- oder Lederbändel verbrannt. Die illegalen Medikamente werden laut «Stop Piracy» fachgerecht verbrannt, um eine umweltgerechte Entsorgung sicherzustellen.
(mau/sda)
Erstellt: 28.10.2010, 18:06 Uhr
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