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Baufirma Howe kritisiert die Unia

Von Hannah Einhaus. Aktualisiert am 26.10.2011 6 Kommentare

Die Situation der 14 slowakischen Arbeiter, die für die Schanzenpost zu Dumpinglöhnen Asbest entfernen und in Zivilschutzkellern wohnen, hat sich unter dem Druck der Gewerkschaft Unia verbessert.

1/7 Ohne Tageslicht und frische Luft müssen vierzehn slowakische Arbeiter bei der Baustelle der Schanzenpost zu Dumpinglöhnen Asbest entfernen. Die verantwortliche Firma Howe zeigt keine Bereitschaft, dies zu ändern.
Bild: Keystone

   

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Gute Nachrichten für die 14 slowakischen Arbeiter, die in den Zivilschutzräumen der Schanzenpost hausen und dort 60 Stunden pro Woche Asbestreste entfernen: Noch gestern Abend zügelten sie vorübergehend für einige Nächte in die Jugendherberge. Hält ihre Arbeitgeberin, die deutsche Firma Howe GmbH, ihr Versprechen, wird sie per sofort auf Wohnungssuche gehen.

Unter dem Druck der Gewerkschaft Unia hat sie den Arbeitern einen Lohn gemäss dem Landesmantelvertrag der Baubranche und Nachzahlungen bis spätestens im November in Aussicht gestellt. Zudem soll das Team um 5 Arbeitskräfte von 14 auf 19 aufgestockt werden. Die Post und die Firma Howe bestätigten gestern Abend diese neue Vereinbarung. Über die Löhne in Frankenhöhe äusserten sie sich nicht. Bisher erhielten die Arbeiter einen Nettostundenlohn von rund 10 Euro oder 12 Franken pro Stunde und arbeiteten bis zu 60 Stunden pro Woche.

Von der Reinigungsbranche in die Baubranche

Die Firma aus Süddeutschland hat einen guten Ruf in der Branche. Bereits im vergangenen Jahr, vor der Errichtung ihrer Zweigniederlassung in Kölliken, figurierte sie auf einer Liste der Suva mit Empfehlungen für Firmen, die auf die Entfernung von Asbest spezialisiert sind. Diese Firmen müssen über Arbeitskräfte mit dem notwendigen Fachwissen verfügen. Bisher war das Unternehmen der Auffassung, die Entfernung von Asbest gehöre in die Reinigungsbranche.

«Wir hielten uns an die Mindestlöhne jener Branche», verteidigte gestern Markus Lüthi, der Rechtsvertreter der Howe in der Schweiz, seine Mandantin. Im Übrigen seien die Arbeiter bei den Behörden gemeldet, und die Post habe die Schutzräume zur Verfügung gestellt. Lüthi hält fest: «Die Firma Howe hat nicht eine Zweigniederlassung in der Schweiz eröffnet, um sich einen schlechten Ruf einzufangen.»

«Wir haben auf der ganzen Linie gewonnen»

Sollte es sich tatsächlich um qualifizierte Arbeiter handeln, wären die Mindestlöhne ungenügend. Laut Unia erhalten sie in der Baubranche bis zu 5200 Franken pro Monat. Dazu kommen der 13.Monatslohn und eine Verpflegungszulage von 14 Franken pro Tag. «Wir haben auf der ganzen Linie gewonnen», triumphierte denn auch Carmen Rocha von der Unia, die den Fall aufgerollt hatte.

Wenig Freude zeigte am späteren Abend Uwe Weiland, Geschäftsführer der Howe GmbH, von seinem Sitz in Baden-Württemberg aus. «Das Vorgehen der Unia wird durch die Howe scharf kritisiert», teilte er schriftlich mit. «Gerade im sensiblen Bereich einer Schadstoffsanierung setzen sich diese Leute Gefahren aus, wenn sie sich ohne Vorankündigung und Genehmigung der ausführenden Firma im Gebäude bewegen.» Für Carmen Rocha sollen jedoch nicht die Arbeiter, sondern die beiden Firmen unter Beobachtung stehen: «Wir behalten die Entwicklung im Auge.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.10.2011, 08:31 Uhr

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6 Kommentare

freddy huber

26.10.2011, 08:52 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Billige Ausrede von HOWE, es ist 100 % klar, dass diese Art der Arbeit in die Baubranche gehört, sicher nicht in die Reinigung, einfach nur peinlich liebe HOWE. Vielleicht werden demnächst auch Maurer als "Reinigungsarbeiter" deklariert nicht wahr liebe HOWE ? Antworten


Peter Keller

26.10.2011, 10:01 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Es ist schon interessant... Fast immer wenn in der Schweiz Lohndumping oder schlechte Arbeitsbedingungen auffliegen ist die Öffentliche Hand die Bauherrin. Wenn die Auftaggeber dermassen die Preise drücken, braucht man sich nicht zu wundern wenn alles über Schein-selbstständige und Ausländische Subunternehmer läuft..
Hauptsache billig! Der Staat sollte eigentlich ein Vorbild sein
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