Bakterien im Trinkwasser rund um Meikirch

Das Trinkwasser der Gemeinde Meikirch ist offenbar verunreinigt. Betroffen sind auch Bütschwil, Schüpberg, Uettligen sowie einzelne Bauernhöfe von Kirchlindach und Diemerswil. Ursache ist der Jauche-Unfall in Schüpfen vom letzten Montag.

Das Versorgungsgebiet der Wasserversorgungsgenossenschaft Uettligen-Meikirch und Umgebung.

Das Versorgungsgebiet der Wasserversorgungsgenossenschaft Uettligen-Meikirch und Umgebung. Bild: Urs Baumann

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Das Trinkwasser aus dem Versorgungsgebiet der Wasserversorgungsgenossenschaft Uettligen-Meikirch und Umgebung ist mit E-Colibakterien verunreinigt. Dies teilte die Genossenschaft am Freitagmittag mit. Betroffen ist somit die Gemeinde Meikirch mit ihren Ortsteilen Ortschwaben, Wahlendorf, Grächwil, Aetzikofen Weissenstein und Meikirch selbst. Von der Gemeinde Schüpfen gehören nur die Ortsteile Bütschwil und Schüpberg zum entsprechenden Versorgungsgebiet. Von der Gemeinde Wohlen ist nur Uettligen betroffen.

Auch Teile von Kirchlindach und Diemerswil beziehen ihr Trinkwasser von der Wasserversorgungsgenossenschaft Uettligen-Meikirch und Umgebung. In Kirchlindach sind das die Bauernhöfe oberhalb Leutschen. Und in Diemerswil jene Höfe im Weiler Kohlholz, wie Brunnenmeister Patrick Matter sagt.

Der Rest der Haushalte in jenen Gebieten wird von anderen Wasserversorgern beliefert, etwa vom Hauptversorger, dem Wasserverbund Region Bern. «All diese Haushalte sind nicht betroffen von der Verunreinigung», erklärt Geschäftsführer Bernhard Gyger.

Desinfektion mit Chlor

Derzeit sei man dabei das System mit Chlor zu reinigen. Dies sei ein übliches Verfahren bei Wasserverschutzungen mit E-Colibakterien. Ab sofort sollen die Bewohner mit Flyern auf die Verschutzung hingewiesen werden.

Bernhard Gyger gibt Entwarnung gegenüber einer vorgängigen Meldung der Wasserversorgungsgenossenschaft Uettligen-Meikirch und Umgebung. Diese hatte mittgeteilt, die betroffenen Haushalte sollten Trinkwasser nur noch in abgekochter Form zu sich nehmen. «Da wir seit Mittag das System mit Chlor reinigen, kann man das Wasser wieder trinken», es könne jedoch sein, dass dieses in den nächsten Tagen etwas nach Chlor schmecke. Gefährlich sei das jedoch nicht.

Es werde ca. 5 Tage dauern bis das Trinkwasser wieder in alter Frische vorhanden sei, meint Bernhard Gyger. Der Wasserverbund Region Bern werde dann erneut Flyer an die betroffenen Haushalte verteilen. Entdeckt wurde die Verunreinigung gemäss Gyger am Freitagmorgen, nachdem alle Proben zuvor einwandfrei waren.

Panische Telefonanrufe

Die Information der Bevölkerung verlief suboptimal. Allen voran deshalb, weil eine erste Mitteilung der Wasserversorgungsgenossenschaft Uettligen-Meikirch und Umgebung etwas gar knapp formuliert war. Bei den betroffenen Gemeinden, dem Gewässerschutzinspektorat Bern und dem Wasserverbund Region Bern liefen daraufhin die Telefone heiss. Besorgte Bürgerinnen und Bürger wollten wissen, ob auch sie betroffen seien, da auch ihre Gemeinde genannt wurde.

«Die Kommunikation verlief in der Tat etwas unglücklich», sagt Bernhard Gyger. Eigentlich hätte der Wasserverbund Region Bern, zu dem die Wasserversorgungsgenossenschaft Uettligen-Meikirch und Umgebung gehört, die Bewohner selbst informieren wollen. Durch das Vorpreschen der Genossenschaft sei nun eine regelrechte Panik ausgebrochen – vor allem auch bei Leuten, die eigentlich gar nicht betroffen seien.

Jaucheunfall in Schüpfen als Ursache

Ursache für die Verschmutzung ist offenbar der Jauche-Unfall, der sich am Montag in Schüpfen ereignet hat. Aus der Biogas-Anlage eines Landwirtschaftsbetriebes in Bütschwil bei Schüpfen floss dabei Jauche über die Strasse in die Kanalisation und von dort in den Chüelibach. 20'000 Liter waren es, die in den Dorfbach gelangten. Die Gülle raffte auf drei Kilometern den gesamten Fischbestand dahin: Über tausend Tiere starben.

Der betroffene Bauer vermutete hinter dem Unfall einen Sabotageakt. «Angeblich hat eine unbefugte Person bei der Biogasanlage auf den falschen Knopf gedrückt», sagte Martin Schlup, Schüpfener SVP-Gemeinderat, damals auf Anfrage. Und zwar auf jenen, der die Pumpe in Gang setzt. Und weiter: «Dieser Landwirt ist angeblich schon mehrmals sabotiert worden.» Der Betroffene mochte sich auf telefonische Anfrage nicht zum Vorfall äussern.

Gefahr von Magen-Darm-Beschwerden

Kolibakterien kommen in der Darmflora von Säugetieren vor. Ihr Nachweis im Trinkwasser ist ein Indiz dafür, dass dieses mit Fäkalien verunreinigt ist. Einige E-Coli-Bakterienstämme können Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Säuglinge, Kleinkinder sowie alte und geschwächte Menschen können schwerer an solchen so genannten EHEC-Infektionen erkranken. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.02.2015, 12:37 Uhr

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