Bärenjunges auf Bild deutlich zu erkennen
Von Christoph Aebischer. Aktualisiert am 23.02.2010
Einen Tag, bevor die Geburt der Bären offiziell bekanntgegeben wurde, hat Leser Roland Moser dieses Bild festhalten können. Es zeigt Björk mit einen Jungbären direkt vor dem Höhlenausgang. (Bild: Roland Moser/Bärenpark Webcam)
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Die beiden Bärenbabys im Bärenpark sind putzmunter. Ihre Mutter Björk verliess gestern punkt zwölf Uhr – die Glocken vom Münster und der Nydeggkirche riefen eben zur Mittagspause – zum Grasen die Wohnhöhle. Im von einem Sonnenstrahl erhellten Zuhause erkundeten die beiden zwei Monate alten Fellknäuel tollpatschig ihre rund zwei auf zwei Meter grosse Kinderstube. Draussen lassen sich die beiden noch nicht blicken. Dank der Webcam bleibt trotzdem nicht alles verborgen. Wer Glück hat, kann sogar zusehen, wie Björk die beiden Racker stillt.
«Wann sie herauskommen, entscheidet die Bärenfamilie», sagte Bärenwärter Walter Bosshard. Wäre der gestrige milde Tag zwei, drei Wochen später im Jahr, wer weiss, vielleicht hätten die Petze ihre Näschen schon an die frische Luft gestreckt. «Björk verlässt die Wohnhöhle schon regelmässig», wusste Bosshard. Weiter als zehn Meter entfernte sie sich jedoch bisher nicht.
Seit einem Monat bekannt
Bosshard hat die Jungen schon vor etwa einem Monat entdeckt – ebenfalls ab milchig-trüben Kamerabildern. «Den Geburtstermin haben wir dann auf Mitte Dezember zurückerrechnet.» Ob die Bärchen allerdings ein Weibchen und ein Männchen sind, weiss auch er nicht. Die vorsorglichen Taufnamen Berna und Urs könnten sich also noch ändern.
Björk machte es spannend
Ganz unerwartet kam am Sonntag die gute Nachricht aus dem Bärenpark nicht (wir berichteten). Aber Bosshard blieb skeptisch, als Björk im November mit Schilf und Grasmatten ein Nest herrichtete. «Das hat sie im Vorjahr ebenfalls gemacht», erzählte er. Doch nun ist es nach 1992 endlich wieder so weit: Berns Wappentier hat Nachwuchs. Früher hatten die Bären fast jährlich Jungtiere. Sie wurden mit dem Schoppen grossgezogen. Das mag putzig ausgesehen haben; den Bärenwärter amüsiert es jedoch wenig: «Das waren regelrechte Zuchtbären.» Das will Bosshard nicht mehr. «In der Wildnis wirft eine Bärin alle drei bis fünf Jahre ein bis drei Junge.» Weil der Bärengraben nicht artgerecht war, sei in den letzten Jahren Nachwuchs verhindert worden. «Zudem waren die Bewohner schon reichlich alt», ergänzte Bosshard. Vater Finn mit vier und Mutter Björk mit neun Jahren sind dagegen im idealen Alter.
Der Speck ist weg
Spezielles Futter erhält die Bärenmutter nicht. «Von ihren rund 170 Kilos wird sie wohl gegen einen Viertel verloren haben», mutmasste der Bärenwärter. Bären zerren während der Winterruhe auch in ihrem neuenDomizil am Aarehang vom Speck. Nun werde man nach und nach mit Füttern beginnen. Vorerst etwas Gemüse und Früchte, vielleicht mal einen Bärenwürfel (wie Hundetrockenfutter), einen Fisch oder etwas Fleisch.
Ausziehen nach zwei Jahren
Der 30 Zentimeter grosse und etwa dreieinhalb Kilo schwere Nachwuchs des skandinavischen Bärenpaars wird vorerst von Muttermilch leben (vergleiche Grafik). Nach und nach zeigt ihnen die Bärin dann im Gehege, was sonst noch essbar ist. Die Kleinen bleiben sicher zwei Jahre im Bärenpark. «Danach werden wir für sie ein Plätzchen suchen», sagte Bosshard.
Björk liess sich gestern von den Zaungästen nicht beirren und graste zufrieden. «Besucher stören nicht, wenn sie sich normal verhalten, das geht wunderbar», so Bosshard. Wer nicht lärme, dem würden sich dafür auch schöne Tierbeobachtungen eröffnen: «ein Geben und Nehmen halt.»
(Berner Zeitung)
Erstellt: 23.02.2010, 11:04 Uhr
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