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Baden im neuen Liebefeld-Park tabu

Von Lucia Probst. Aktualisiert am 15.08.2009

Gestern wurde der neue Park im Liebefeld eröffnet. Für Diskussionen sorgt vor allem dessen grosser Weiher. An heissen Tagen lädt er zum Baden ein. Doch die Gemeinde verbietet das. Sie begründet dies mit der Haftung und der Hygiene.

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Er ist das Wahrzeichen des neuen Parks, der im Könizer Liebefeldquartier gebaut und gestern Abend eröffnet wurde: der rund 3000 Quadratmeter grosse Weiher. Betonstufen führen zu ihm hinab und laden zum Verweilen am Wasser ein. Oder auch dazu, sich ein kühles Bad zu genehmigen. Denn der Weiher ist gross und bis zu 2,5 Meter tief. Erste Badende wurden bereits gesichtet. Artikel 11 der Parkverordnung hält jedoch unmissverständlich fest: Baden und Schwimmen im Teich sind nicht erlaubt. Darauf weisen auch im Park aufgestellte Tafeln hin. Sicherheitskräfte werden dies in nächster Zeit vermehrt kontrollieren und die Leute auf die Parkregeln hinweisen. Die Gemeinde hat die Broncos mit Kontrollgängen beauftragt. Wer trotzdem badet, kann mit einer Busse von maximal 2000 Franken oder Arealverbot bestraft werden.

Bademeister wäre nötig

Es gehe nicht darum, dass man der Bevölkerung einen Spass vermiesen wolle, sagt Gemeinderätin Rita Haudenschild (Grüne). Wenn jemand die Füsse im Weiher bade, sei das sicher nicht schlimm. «Doch das Baden im grösseren Stil ist ein Sicherheits- und Haftungsproblem.» Würde es die Gemeinde offiziell erlauben, müsste sie einen Bademeister stellen. «Das war nie vorgesehen», sagt Rita Haudenschild. Wie in der Aare im Eichholz hätte die Gemeinde das Baden wohl auf eigenes Risiko und mit Hinweis auf Gefahren erlauben können, räumt Haudenschild ein. Aber der Weiher sei auch aus Hygienegründen zum Baden nicht geeignet. «Er ist nicht als Badeteich konzipiert.»

Bald eine Kloake

Würde man das Baden erlauben, hätten vor allem die Kinder ihren Spass daran. «Doch gerade Kinder bringen viel Urin in ein Gewässer», so Haudenschild. Schweiss und Bakterien würde der Weiher ebenfalls nicht verkraften. «Er würde innert Kürze zu einer algenübersäten Kloake.» Der Wasseraustausch der natürlichen Quelle sei viel zu gering, um sauberes Wasser gewährleisten zu können. Zwei bis drei Wochen daure es, bis sich das Wasser erneuert habe. «In der Könizer Badi findet fast 20 Mal täglich eine Umwälzung statt, damit das Wasser sauber ist», vergleicht Haudenschild die Situation. Auch Chlor wolle man nicht einsetzen. «Denn der Teich soll zu einem natürlichen Biotop mit Pflanzen und Amphibien werden.» Haudenschild hofft, dass auch das Volk dies begreifen wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.08.2009, 09:46 Uhr

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