BKW gibt Projektführung beim Steinkohlekraftwerk Dörpen an EnBW ab
Finanzbericht
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Die restlichen Anteile bleiben bei der BKW, die wegen des CO2- Ausstosses der geplanten Anlage Kritik von Umweltorganisationen und Parteien einstecken musste und den Schmähpreis von «Public Eye» am Randes des Weltwirtschaftsforums WEF in Davos erhielt. Die rot-grün dominierte Berner Kantonsregierung hatte sich gegen das Projekt ausgesprochen.
Mit dem drittgrössten deutschen Energieversorger habe die BKW einen Partner mit grosser Erfahrung bei Kohlekraftwerken gefunden, sagte BKW-Chef Kurt Rohrbach an der Jahresmedienkonferenz vom Donnerstag in Bern.
Die beiden Konzerne haben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Der Preis für die verkauften Anteile wird nicht genannt. Der Investitionsentscheid sei noch nicht gefallen, entsprechend sei auch noch nicht entschieden, wie die Baukosten und später die Einnahmen aufgeteilt würden, hiess es auf Anfrage.
AKW trotz erneuerbaren Energien nötig
Der Konzern will auch bei den erneuerbaren Energien zulegen: Zusätzlich zum bereits erworbenen Windpark in Bockelwitz setzt er für die Realisierung von Windkraftwerken in Deutschland 50 Millionen Fr. ein.
Bis 2025 will die BKW 1000 Gigawattstunden Strom aus Wind, Biomasse, Sonnenenergie, Kleinwasserkraftwerken und Wärmeenergie produzieren. Im vergangenen Jahr betrug die Gesamtproduktion 9780 Gigawattstunden (&1,9 Prozent). Alleine die Kernkraftwerke Mühleberg sowie die Partneranlagen Leibstadt, Cattenom und Fessenheim lieferten 5884 Gigawattstunden.
Die neuen erneuerbaren Energien werden also nicht ausreichen, um auch nur einen substanziellen Teil der wegfallenden Kernenergiekapazitäten zu ersetzen, wie Rohrbach sagte.
Im Dezember hat die BKW zusammen mit der Axpo Rahmenwilligungsgesuche für neue AKW in Mühleberg BE und Leibstadt AG eingereicht. Sie folgten auf das Gesuch des Stromkonzerns Alpiq für ein neues AKW im Solothurner Niederamt. Beide Seiten sind sich einig, dass es vorerst nur zwei neue AKW braucht.
Zurückhaltende Prognose
Für das laufende Jahr rechnet die BKW mit einem stagnierenden Umsatz. Die Rezession habe die Nachfrage der KMU und der Grossindustrie in den ersten drei Monaten 2009 um über 10 Prozent gedrückt. Dies wurde allerdings überkompensiert vom Privatkonsum, der wegen des kalten Winters stieg.
Nachdem die Regulierungsbehörde ElCom die geplante Preishausse bei den Übertragungsnetzen gedämpft hat, nimmt die BKW die Preiserhöhungen für die Kunden von 9,5 auf 7 Prozent leicht zurück. Ein durchschnittlicher Haushalt spare so pro Jahr 40 Franken. Die gesamten Einnahmeeinbussen wollte die BKW nicht beziffern.
Gewinneinbruch im vergangenen Jahr
Der Betriebsgewinn werde 2009 auch aufgrund der eingebrochenen Energiehandelspreise sinken. Je nach Entwicklung der Finanzmärkte und damit des Finanzergebnisses könne aber ein höherer Reingewinn erwartet werden.
2008 hatte die BKW einen Gewinneinbruch um 39 Prozent auf 139 Mio.Fr. erlitten, wie das Unternehmen bereits im Februar mitgeteilt hatte. Die Gesamtleistung (Umsatz) nahm hingegen um fast einen Viertel auf knapp 3,5 Mrd. Fr. zu. (sda)
Erstellt: 19.03.2009, 14:19 Uhr
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