«Autos können meist überholen»
Von Katharina Merkle. Aktualisiert am 01.06.2010 2 Kommentare
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SP-Regierungsrätin Barbara Egger (Bild: Susanne Keller)
Frau Egger, das Gerangel um die Bundesgelder ist gross. Ohne dieses Geld kommt das Tram Region Bern aber nicht zustande. Wie sind die Chancen im Stände- und Nationalrat?
Barbara Egger: Für das Tram Region Bern sieht es sehr gut aus. Für die Tramverlängerung nach Kleinwabern, die dazugehört, sieht es jetzt auch wieder besser aus. In der Verkehrskommission des Ständerates ist ein Antrag von Ständerat Claude Hêche (SP, JU) zur Aufstufung von einem C- in ein B-Projekt hängig. Das würde dann bedeuten, dass die Bundesgelder ab 2015 fliessen. Das wäre für uns ideal. Wir haben gegenüber anderen Mitstreitern den Vorteil, dass wir das Projekt stark vorangetrieben haben.
Was passiert, wenn das Geld für das ganze Tramprojekt doch nicht kommt?
Ohne Bundesgelder kann das Tram Region Bern nicht verwirklicht werden. Denn der Kanton kann es nicht alleine tragen, er ist im Moment finanziell in sehr engen Hosen.
Die effektiven Kosten dürften viel höher sein als Ihre ursprüngliche Grobschätzung von 260 Millionen Franken. So liebäugeln Sie bei der Ostermundiger Rüti mit der teuren Tunnelvariante.
Ende Jahr steht das Vorprojekt, und dann erst können wir eine genauere Kostenschätzung machen. Der Tunnel in der Rüti ist teuer, aber nicht exorbitant teurer als eine andere Lösung. Wir gehen heute davon aus, dass er mit den sehr grob geschätzten 3o Millionen, die für das Tram in diesem Abschnitt vorgesehen sind, finanzierbar ist. Vor einem Entscheid für den Tunnel muss das Gebiet minutiösestens geologisch abgeklärt werden, damit es keine Überraschungen gibt.
Gibt der Bund das Geld, hängt dann alles von den Bewohnern von Bern, Köniz und Ostermundigen ab, die über die Baukredite abstimmen. Viele von ihnen haben Angst, das Tram führe zu einem Verkehrschaos.
Im Gegenteil: Nicht mit, sondern ohne Tram droht der Verkehrskollaps. Wir haben die ganze Strecke mit dem bewährten System Visim getestet. Es zeigt sich, dass der Verkehr wegen des Trams besser und nicht schlechter fliessen wird. Ich bin überzeugt: Wir können die Bedenken der Bevölkerung in den zahlreichen Foren abbauen. Bei der Planung schauen wir darauf, dass das Tram an möglichst vielen Haltestellen überholt werden kann. Nur dort, wo es gar nicht anders geht, müssen die Autofahrer hinter dem Tram warten (so beim Schloss Köniz und der Weissensteinstrasse, Anm. d. Red.).
Und wie verhindern Sie den Kollaps während der vierjährigen Bauphase?
Die genaue Verkehrsorganisation wird kurz vor Baubeginn feststehen. Wir können sicher von der Erfahrung beim Tram Bern West profitieren. Dort gibt es kaum Probleme und erstaunlich wenige Reklamationen von der Bevölkerung.
Doch das Tram Region Bern tangiert sehr wichtige Verkehrsachsen wie die Schwarzenburgstrasse und die Seftigenstrasse.
Der Bau erfolgt sicher gestaffelt. Da wird also nicht überall gleichzeitig gebaut. Auch die Bauphase planen wir zusammen mit den Betroffenen in Bern, Köniz und Ostermundigen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 01.06.2010, 09:20 Uhr
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2 Kommentare
Der Verkehr soll dank dem Tram besser fliessen.Positive Aussage,wenn dem auch so wäre.Man muss total blind sein,wenn man sowas erzählt.Ein Augenschein längs der Neubau Strecke 13 und 14, zB. Schlossstr. Freiburgstr.Bethlehemstr.Bernstr.zeigt leider das Gegenteil.Mit sehr wenig Ausnahmen sind die Geleise so verlegt,dass der Autoverkehr hinterher fährt,an den Stationen komplet zum Stillstand kommt. Antworten
die tramlinien werden leider immer so verlegt, dass der übrige verkehr (ausgenommen rücksichtslose velofahrer) nicht passieren kann! siehe z.b. wabern, eine reine katastrophe (verkehrsplanerisch und auch ökologisch gesehen). ich würde sogar behaubten, dass dies mit absicht so gebaut wird. der umwelt zuliebe jedenfalls nicht! der autofahrer soll eines tages völlig entnervt auf das tram umsteigen. Antworten
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