Autofreier Sonntag: Achse bleibt gesperrt
Von Hannah Einhaus. Aktualisiert am 13.05.2011 3 Kommentare
Der autofreie Sonntag soll nicht sein, jedenfalls nicht an einer derart belebten Achse wie der Monbijoubrücke. Dies forderte Stadtrat Alexandre Schmidt (FDP) in einer Dringlichen Motion. Am 3. Juli wird die stark befahrene Achse zwischen Thun- und Eigerplatz vom motorisierten Individualverkehr befreit sein. Die Stadt plant an zentralen Orten vergnügliche Abwechslung wie eine Lounge oder ein Kinderzelt. Jimy Hofer (parteilos) teilte in der gestrigen Debatte die Verärgerung Schmidts: «Die Wahl dieser wichtigen Verkehrsachse beruht auf Böswilligkeit», sagte er. Die Lancierung eines solchen Tages sei zwar demokratisch zustande gekommen, aber die Orte der Sperrungen seien Schikane.
Schikane oder Genuss?
Eine Mehrheit des Stadtrats sieht im 3. Juli die Chance auf einen genussvollen Sonntag und lehnte ab: Ein autofreier Eigerplatz sei eine schöne Aussicht, befand Barbara Streit-Stettler (GFL). Sonntagsausflügler seien deshalb nicht blockiert. Eine Umfahrung via Autobahn sei kein Problem, ergänzte Judith Gasser (GB). Viel Geld sei gesprochen worden, eine Annahme der Vorlage sei Geldverschwendung. BDP-Sprecher Martin Schneider bezeichnete den Vorstoss als «Gezeter». Der autofreie Sonntag sei beschlossene Sache.
Die SVP zeigte Verständnis für die Dringliche Motion. Der Quartierbevölkerung werde die Bewegungsfreiheit entzogen, so Sprecher Roland Jakob. Peter Ammann (GLP) sah das anders. Als Quartierbewohner sehe er sich nicht eingeschränkt. «Wenn ich am Sonntag noch einen Ausflug machen will, kann ich mein Auto am Samstagabend ausserhalb der autofreien Zone parkieren.» Die Motionäre erhielten mit 18 zu 42 Stimmen eine deutliche Abfuhr.
Autofrei bei Ozon
Nicht nur einen autofreien Tag forderte SP-Stadträtin Leyla Gül: Gemäss ihrer Motion soll der Gemeinderat bei anhaltender Ozonbelastung autofreie Tage einschalten. In den letzten Jahren wurde die Werte regelmässig überschritten, 2009 gar 90-mal. Der Gemeinderat empfahl die Motion zur Ablehnung. Das Parlament wandelte die Motion in ein Postulat um bei gleichzeitiger Abschreibung. (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.05.2011, 08:52 Uhr
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3 Kommentare
Im Gegenzug könnte zum Schutz der Fussgänger ein Velo-freier Tag mit Sperrung aller Velowege ausgerufen werden, oder wie wär's mit der Freigabe aller "Wohnstrassen" für Autos und schwere Motorräder? Gewiss wäre dies ein ebenso hervorragender Genuss für Alle, die eine etwas andere politische Haltung als die Stadträtinnen und Stadträte mit einem -G- im Parteikürzel einnehmen... ;-) Antworten
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