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Anwohner bekämpfen Überbauungs-Konzept

Gegen die Einzonung und Überbauung Waletal in Münsingen gibt es Widerstand. Die Mehrheit der Ortsparteien plädiert für ein Nein. Ebenso eine Gruppe von Anwohnern. Sie befürchten eine Verkehrszunahme im Quartier.

Muriel Weibel und Markus J. Schnyder bekämpfen das Projekt «Waletal». Sie wollen Schleichverkehr im Quartier verhindern.

Urs Baumann

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Entlang des Münsinger Beundackerwegs flattern Plakate: «Nein zur Ökosiedlung im Waletal» oder ganz schlicht «Nein». Hinter dieser Kampagne gegen die vom Münsinger Gemeinderat vorgeschlagene Einzonung und Überbauung Waletal steht eine Gruppe von Anwohnern. Zu ihnen gehören Muriel Weibel und Markus J. Schnyder. Sie haben Einsprache gegen das Projekt erhoben weil sie befürchten, nach dem Bau der neuen Siedlung würden Autofahrer den Beund-ackerweg vermehrt als Schleichweg benutzen. Am 29. November wird das Münsinger Stimmvolk an der Urne entscheiden, ob es das ehrgeizige Projekt des Gemeinderats unterstützt. Das Parlament hat es knapp, mit 16 gegen 13 Stimmen, gutgeheissen. Im Waletal sollen 41 Einfamilien- und 4 Mehrfamilienhäuser entstehen. Parzellen kaufen können diejenigen, welche die ökologisch hochwertigsten Bauprojekte präsentieren. Diese würden von der Gemeinde mit bis zu 70'000 Franken belohnt (wir berichteten).

«Fehlendes Konzept»

Weibel und Schnyder kritisieren, dass im Zusammenhang mit der geplanten Siedlung kein Verkehrskonzept erstellt worden sei. «Die Quartierstrassen müssen besser vor Schleichverkehr geschützt werden, beispielsweise indem man Spielstrassen einrichtet oder nur Zubringerdienst erlaubt», sagt Muriel Weibel. Die Mutter von vier Kindern befürchtet, dass das neue Quartier eine regelrechte Verkehrsflut durch den Beundackerweg zur Folge hätte. Wer mit dem Auto zum Einkaufen fahre werde bestimmt nicht den Bärenstutz hinunter bis zur Bernstrasse wählen um dann im Stau zu stecken. «Die Leute würden durch den Beundackerweg fahren, wie es heute schon viele tun», sind Schnyder und Weibel überzeugt.

«10 Prozent Mehrverkehr»

Es bestehe sehr wohl ein Konzept, kontert Bauverwalter Martin Niederberger. «Im ganzen Quartier Bärestutz/Sonnhalte gilt flächendeckend Tempo 30.» Man rechne mit zusätzlich höchstens zehn Prozent Mehrverkehr, wenn die Waletalsiedlung gebaut sei. Zudem soll die Einmündung des Bärenstutzes in die Bernstrasse ungestaltet werden. Vorgesehen sind ein Mittelstreifen auf der Bernstrasse sowie ein Laubengang und neue Trottoirs am Bärestutz. «Und falls es zu Verkehrsproblemen kommen sollte, können wir weitere Massnahmen ergreifen», so Niederberger, ein überzeugter Verfechter der geplanten Ökosiedlung.

Bereits 52 Interessenten

Gemäss Martin Niederberger haben sich bei der Gemeinde bereits 52 Personen gemeldet, die im Waletal bauen möchten. «Es ist ein ausgereiftes Projekt und würde der Gemeinde nebst mustergültigen Häusern und guten Steuerzahlern 7,5 Millionen Franken Reingewinn bringen.»

Nebst den Anwohnern des Beundackerwegs rät auch die Hälfte der Münsinger Ortsparteien , ein Nein in die Urne einzulegen: Die Grünen, die SP, die SVP und die BDP. Für ein Ja plädieren die Freien Wähler, die FDP, EVP und EDU. Es sind noch 22 Einsprachen hängig. Auch diejenige von Markus J. Schnyder und Muriel Weibel. Bei den Einspracheverhandlungen fühlten sie sich «nicht ernstgenommen», wie Schnyder sagt. Die Nein-Plakate flattern im Wind. Die Flyer vor am Wegrand gehen weg wie warme Weggli. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.11.2009, 09:00 Uhr

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