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Als er die Hose zugeknöpft hatte, schlug ich zu

Von Peter Steiger. Aktualisiert am 05.10.2011 7 Kommentare

«Hey Alter», sagte er, und ich roch seinen Bieratem. «Hey Alter, verpiss dich, für dich hats hier keinen Platz.» Im 20er wars, abends, im Bus von der Gewerbeschule zum Berner Bahnhof.

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Ich entgegnete nichts und trat zur Seite. Bei der Endstation wechselte er auf den 11er Richtung Neufeld. Ich nahm den gleichen Kurs, 19.50 Uhr ab Bahnhof.

Beim Henkerbrünnli stieg er aus dem fast leeren Bus. Ich folgte ihm. Er ging die Engehaldenstrasse hinunter und bog nach der Transformerstation rechts in das kleine Gehölz ein. Ich kam näher, bemerkte im Dunkeln, dass er urinierte, nein, pisste. Als er die Hose zugeknöpft hatte, schlug ich zu. Dankbar dachte ich an Charly Bühler und seinen stets leicht verschwitzt riechenden Boxkeller an der Kochergasse. Ich streckte die Rechte voll durch und traf ihn am Kinn. Ausser dass er taumelte, zeigte er keine Reaktionen.

Dann machte ich etwas, das mir Bühler nie verziehen hätte: Ich hielt ihn mit beiden Händen an den Schultern und stiess ihm mein rechtes Knie in die Eier. Er stöhnte leise, fasste sich mit der rechten Hand an den Unterleib. Schwankend und leicht vornübergebeugt, aber erstaunlich schnell, rannte er Richtung Engehaldenwehr.

Ich bemerkte, dass meine Brille heruntergefallen war. Ich fand sie, hob sie auf und ging zurück zur Bushaltestelle. Der 11er fuhr pünktlich um 20.36 Uhr vom Henkerbrünnli zurück in die Stadt. Um 20.39 Uhr war ich wieder am Bahnhof

Teil eins hat sich so zugetragen, im 20er, abends, im Bus von der Gewerbeschule zum Bahnhof. «Hey Alter, verpiss dich.» Teil zwei ist erfunden. Ich habs mir an diesem Abend so ausgemalt. Und es dann bleiben lassen.

Schade.

Peter Steiger war BZ-Redaktor und beschreibt alle zwei Wochen seine Erlebnisse als Rentner. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.10.2011, 06:58 Uhr

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7 Kommentare

Daniel Kettiger

05.10.2011, 08:57 Uhr
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Es ist höchst problematisch, wenn die BZ derartige Aufrufe zur gewalttätigen "Selbsthilfe" und zu bürgerwehrähnlichem Handeln publiziert. Damit wird die Gewaltsituation unnötig hochgeschaukelt. Das Gewaltmonopol ist bei der Polizei und dort gehört es hin. Wenn Peter Steiger ein Problem mit seinen Gwaltphantasien hat, gehört er in eine Therapie. Antworten


Eugen Meier

05.10.2011, 09:33 Uhr
Melden 18 Empfehlung

blöder geht's fast nicht Herr Steiger! Ihren "Wunschtraum" würde Charly Bühler auch nicht verzeihen. Antworten



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