5000 Kilometer in 12 Tagen: Münsinger nimmt an Extrem-Velorennen teil
Von Laura Fehlmann. Aktualisiert am 08.06.2011 1 Kommentar
Race Across America
RAAM ist die Abkürzung für das Extrem-Velorennen dass von der West- an die Ostküste der USA führt. Auf der Strecke befinden sich 54 Checkpoints, die die Sportler durchfahren müssen. Die Temperaturen varieren von 0 bis 50 Grad Celsius. Start des RAAM ist im kalifornischen Oceanside, Ziel: Annapolis in Maryland.
Einzelfahrer dürfen für die 5000 Kilometer und 35'000 Höhenmeter nicht länger als 12 Tage unterwegs sein. Das bedeutet, dass eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 Stundenkilometern eingehalten werden muss, Pausen inklusive. Am 15. Juni starten an die 30 Solofahrer, unter ihnen der Münsinger Nik Zeindler.
www.nikzeindler.ch www.raceacrossamerica.org
Bereits ist Nik Zeindler über den Teich geflogen. Zusammen mit seinem Techniker Ueli Lüthi akklimatisiert er sich in Los Angeles für das Radrennen Race Across America (RAAM). Dieses mit 5000 Kilometern und 35000 Höhenmetern wohl härteste Velorennen der Welt startet am Mittwoch, 15. Juni (siehe Kasten).
In den nächsten Tagen reist der Rest des 10-köpfigen Begleitteams in die USA, unter ihnen Zeindlers Ehefrau Ursula und der 22-jährige Sohn Kaspar. Dabei sind auch drei Männer, die den Langstreckenfahrer während 12 Tagen auf dem Velo filmen. Drei Fahrzeuge begleiten den 51-jährigen Sportler, Familienvater, Bergsteiger und Berufsschullehrer von Oceanside nach Annapolis. Er weiss, dass normalerweise mehr als die Hälfte der Teilnehmer aufgeben. «Ich glaube, zu den anderen 50 Prozent zu gehören», sagt Nik Zeindler.
Hauptprobe 7-Tage-Training
Das letzte Jahr begann Zeindler mit dem Trainingslager des RSC Aaretal. Es folgte eine erste Feuer-, beziehungsweise Hauptprobe mit einem 7-Tage-Training in Münsingen. «Da fuhr ich mehr oder weniger im gleichen Rhythmus wie ich es am RAAM tun werde», sagt er. Das heisst: Start um 4 Uhr früh, 9 Stundenn zügig Velofahren auf der Rolle und auf der Strasse, 1 Stunde Pause und dann gehts weiter bis 23 Uhr. Nach einer 5-stündigen Ess- und Schlafpause setzt sich Zeindler wieder in den Sattel. Dieses Training die Vorbereitung auf die «Tortour» im August 2010 und den RAAM.
Generalprobe «Tortour»
Die «Tortour 2010» war für Nik Zeindler die Generalprobe. Er schaffte die rund 1000 Kilometer und 15'000 Höhenmeter über fünf Pässe in 44 Stunden und landete damit auf dem 6. Rang. «Das hat mich bestärkt, dass ich den RAAM schaffen kann», sagt er. Im Winter und im Frühling sei er dann «nur noch moderat» gefahren, das heisst, zwischen 15 bis 20 Stunden pro Woche.
Trainieren, Sponsorensuchen und selber rund 50'000 Franken aufwerfen – die dreijährigen Vorbereitungen sind jetzt vorbei. Das Material ist unterwegs. Kisten und Taschen mit Socken, Trikots sowie warmen, dünnen und wasserfesten Handschuhe für jedes Wetter und jede Temperatur. Für den Notfall eine Nacken- und Halsstütze, falls Nik Zeindler den Kopf nicht mehr selber heben kann; Helme, Luftsättel, dazu eigens angefertigte, federleichte Schuhe mit Carbonsohle und 10 Kilo Sportgetränk in Pulverform, Gels und ein Sack Baslerleckerli. Während des Rennens wird Zeindler 14'000 Kalorien pro Tag zu sich nehmen, vorwiegend in flüssiger Form. «Pro Stunde werde ich etwa acht Deziliter trinken», sagt er. Zur Abwechslung hat er dann gern etwas Salziges, etwa ein Käsebrot oder Reissalat.
Die Renntaktik ist simpel: «Etwas mehr schlafen, dafür schneller pedalen». Zeindler will an den zwei ersten Tagen in 35 Stunden gegen 900 Kilometer zurücklegen.
Bernerzeitung.ch berichtet laufend von Zeindlers Odyssee in den USA. Die Bildstrecke wird ab dem 15. Juni laufend mit Bildern und Texten ergänzt. Sie kommen direkt zum Artikel, wenn Sie www.raam.bernerzeitung.ch im Browser eingeben. (Berner Zeitung)
Erstellt: 08.06.2011, 12:06 Uhr
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