4,4 Millionen gegen die Arbeitslosigkeit
Von Hannah Einhaus. Aktualisiert am 13.03.2010
20 Massnahmen
Die Stadt will mit 20 Massnahmen die Arbeitslosen, deren Gesundheit und die Vernetzung von Institutionen fördern. Die Stadt ergreift unter anderem folgende Massnahmen gegen Arbeitslosigkeit:
- präventive Unterstützung in der obligatorischen Schulzeit;
- Unterstützungsangebote für Sozialhilfe beziehende, ausbildungslose junge Mütter;
- Kooperation mit der Wirtschaft für Atteste «on the job»;
- intensivierte Akquirierung von Arbeitsplätzen mit Einarbeitungszuschüssen;
- Beteiligung der Stadt an einer Sozialfirma;
- Testarbeitsplätze für arbeitslose Sozialhilfebezüger zur Überprüfung ihrer Arbeitsmotivation. Sie sind ein neues Angebot. Der Stadtrat wird demnächst über die Kosten des Pilotprojekts befinden;
- bessere Abstimmung der Schnittstellen von Job-Netzwerken (u.a. Kompetenzzentrum Arbeit, IV, RAV);
- bereits lancierte Foren zwischen Stadt, Kanton und Wirtschaft pflegen.
Das Strategiepapier kündigt Massnahmen für die Förderung von Gesundheit, Partizipation und Selbsthilfe an. Sie sind jedoch erst vage ausformuliert. Für das ganze Massnahmenpaket sind keine neuen Infrastrukturen nötig.ein
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«Die Finanzkrise hat ganze Arbeit geleistet.» Mit diesen Worten eröffnete Edith Olibet (SP), Direktorin für Bildung, Soziales und Sport, die gestrige Medienkonferenz im Berner Kompetenzzentrum für Arbeit. Für die Jahre 2010 bis 2013 hat die Stadt Bern nun ein Stadt greift Schulabgängern unter Strategiepapier mit einem Aktionsprogramm ausgearbeitet. Die darin aufgeführten Massnahmen sollen dazu beitragen, die berufliche und soziale Integration von Personen ohne Arbeit zu fördern. Das Massnahmenpaket richtet sich an potenzielle Sozialhilfebezüger, zum einen an Erwerbslose über 50 und zum anderen an Jugendliche ohne Berufsausbildung. Felix Wolffers, Leiter des Sozialamts, unterstrich: «Es geht vor allem darum, für die betroffenen Menschen eine sinnvolle Tagesstruktur zu schaffen und damit ihre Arbeitsmarktfähigkeit zu erhalten und zu fördern.»
Abtauchen verhindern
Olibet richtet das Augenmerk auf Schulabgänger. Möglichst viele Jugendliche sollen den Weg in die reguläre Arbeitswelt schaffen. Jenen, denen nach der 9.Klasse Ausbildungslosigkeit droht und die den steigenden Anforderungen nicht gewachsen sind, will die Stadt mit staatlich unterstützten, teils sehr niederschwelligen Programmen eine Chance bieten. Sie will verhindern, dass Jugendliche nach der Schule abtauchen. «Sind sie erst einmal abgetaucht, erreichen wir sie nicht mehr», sagt Olibet nüchtern.
Gegenüber den letzten vier Jahren beinhaltet das neue Strategiepapier Massnahmen in drei zusätzlichen Bereichen: Gesundheit, Selbsthilfe und Partizipation. Damit wolle die Stadt, so Wolffers, den «Teufelskreis von Krankheit und Arbeitslosigkeit durchbrechen».
Zusammen mit Wirtschaft
«Wir beginnen in Bern bei der beruflichen und sozialen Integration nicht bei null», betonte Olibet und wies auf die Massnahmen der letzten vier Jahre hin, welche die Jugendarbeitslosigkeit im Visier hatten. Allein in der Stadtverwaltung wurden in den Jahren 2008 und 2009 168 Lehrstellen geschaffen. Auch das Kompetenzzentrum für Arbeit in der Lorraine, unter der Leitung von Jürg Fassbind, ist ein wichtiger Bestandteil der Anstrengungen. Olibet setzt auf eine gute Vernetzung mit der Wirtschaft. Bereits heute bestehen Kontakte mit rund 350 Betrieben, welche zumindest temporär Möglichkeiten zur Beschäftigung schaffen. Dabei handelt es sich mehrheitlich um KMU in den Branchen Gastronomie, Reinigung, Sicherheitsdienst, Logistik, Pflege und Verkauf.
Schon im Budget
Finanziell lässt sich die Stadt das Massnahmenpaket über vier Jahre 4,4 Millionen Franken kosten, laut Olibet eine lohnende Investition. «Alles andere kostet mehr», betonte sie. Der Betrag ist im Finanzplan der Stadt bereits eingerechnet. Olibet und Wolffers rechnen mit einem Rückgang von Sozialfällen frühestens in der zweiten Hälfte 2012. (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.03.2010, 09:41 Uhr
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