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14 Jahre später ist das Risiko unverändert hoch

Von Christoph Hämmann. Aktualisiert am 18.08.2011 1 Kommentar

Die Vereinigung Entente Bernoise appelliert an die Hauseigentümer der Altstadt, Brandschutzmassnahmen zu treffen. Bei Feuerwehr, Gebäudeversicherung und Regierungsstatthalter rennt sie offene Türen ein.

Grossbrand an der Junkerngasse im Januar 1997. In Sachen Brandschutz und Brandmelder bestehe noch immer Handlungsbedarf, schreibt die bürgerliche Vereinigung Entente Bernoise in einer Studie.

Grossbrand an der Junkerngasse im Januar 1997. In Sachen Brandschutz und Brandmelder bestehe noch immer Handlungsbedarf, schreibt die bürgerliche Vereinigung Entente Bernoise in einer Studie.
Bild: Keystone

Könnte sich heute ein Brand in der unteren Berner Altstadt ähnlich schrecklich entwickeln wie jener von 1997? Die bürgerliche Entente Bernoise beauftragte den Ingenieur und Ökonomen Willi Fischer, diese Frage abzuklären.

Am Mittwoch präsentierte Fischer zusammen mit Entente-Vorstandsmitglied Herbert Mössinger die Resultate. «Die Katastrophe von 1997 ist vergessen, die Probleme aber sind nicht gelöst», sagte Mössinger. Ein Befund, den Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr Bern, teilt: «Das Risiko ist unverändert hoch.» Allerdings habe die Feuerwehr personell und materiell aufgerüstet und wäre in einem ähnlichen Fall besser gewappnet, sagt Märki.

Nach der Katastrophe 1997 hatte eine Expertengruppe 18 Massnahmen gefordert. Laut Studienautor Fischer ist der erhöhte Mannschaftsbestand der Feuerwehr eine von nur gerade 3 umgesetzten Massnahmen. Die anderen: Mit einer Änderung des Feuerschutz- und Feuerwehrgesetzes sei der Schutz von Kulturgütern verbessert worden, und das Gasleitungsnetz in der Altstadt wurde saniert.

Hans Martin Schaer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, nimmt die getroffenen Massnahmen als Belege dafür, dass die öffentliche Hand auf den Grossbrand in der Junkerngasse reagiert habe. Es fehle aber eine gesetzliche Grundlage, um Hauseigentümer zu Brandschutzmassnahmen zu verpflichten. «Da muss man die politischen Parteien fragen, wieso sie nichts unternahmen, um Hauseigentümern die Installation von Brandmeldern vorzuschreiben», sagte Schaer gestern auf Anfrage.

Eine Erklärung für den fehlenden politischen Willen steht in der Studie von Willi Fischer: Die Expertengruppe sei sich bewusst gewesen, «dass die geschätzten Kosten die Begeisterung der privaten Eigentümer nicht förderte», heisst es dort. Und: «Die Eingriffe ins Privateigentum mit Vorschriften, Pflichten und Einschränkungen stossen auf Widerstand.»

Was bleibt also der Entente, die einerseits dringenden Handlungsbedarf sieht, andererseits keine neuen Gesetze und Abgaben forcieren will? «Die Eigenverantwortung der Hauseigentümer soll gestärkt werden», sagte Fischer. «Wir wollen ihr nachhelfen», bekräftigte Mössinger. Zwar hätten viele Hauseigentümer nach 1997 gehandelt; «aber was nützt das, wenn der Nachbar nichts macht»?

Hans Martin Schaer vom Regierungsstatthalteramt begrüsst den Appell der Entente. Feuerwehr und Gebäudeversicherung würden regelmässig das Gleiche anregen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.08.2011, 13:04 Uhr

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1 Kommentar

Markus Früh

18.08.2011, 15:47 Uhr
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Das war ja vorauszusehen! Seit wann machen Hauseigentümer irgendetwas auf der Basis der Freiwilligkeit? Das einzige was die Eigentümer freiwillig machen, ist die Erhöhung der Mietzinsen. Auf die Altstadt bezogen warten diese ruhig ab, bis die halbe Altstadt abgefackelt ist. So können sie dann die Versicherungssumme einkassieren und ihre Ideen ohne Heimatschutz verwirklichen! Antworten



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