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Keine Gnade für das blaue Bähnli

Von Hans Ulrich Schaad. Aktualisiert am 17.11.2010 13 Kommentare

Der Grosse Gemeinderat hat ein Postulat der FDP für erheblich erklärt. Dieses fordert, dass das blaue Bähnli blau bleibt. Das ändert aber nichts daran, dass ab dem Fahrplanwechsel alle Fahrzeuge in Rot-Blau verkehren.

Die ersten Kompositionen sind umgespritzt.  Die Worber müssen sich an die neuen Farben gewöhnen, auch wenn es schwerfällt.

Die ersten Kompositionen sind umgespritzt. Die Worber müssen sich an die neuen Farben gewöhnen, auch wenn es schwerfällt.
Bild: zvg

Es bleibt dabei: Ab dem Fahrplanwechsel vom 12.Dezember wird zwischen Bern und Worb ein blau-rotes Bähnli die Fahrgäste transportieren. Der Grosse Gemeinderat Worb hat am Montagabend zwar das Dringliche Postulat der FDP-Fraktion «Das blaue Bähnli darf nicht sterben» für erheblich erklärt. Darin verlangten die Freisinnigen, dass auf der zukünftigen Linie sechs, zwischen Fischermätteli und Worb, vorwiegend Tramkombinationen in blauer Farbe verkehren sollen. Doch bei Bernmobil kommt man nicht auf den Entscheid zurück, den Niederflurteil der Trams in der Mitte rot zu spritzen. Bis zum Fahrplanwechsel würden bis auf eines alle Fahrzeuge im neuen Look unterwegs sein, erklärt Bernmobil-Sprecherin Annegret Hewlett.

Ein Kulturgut

Als dieser Farbwechsel Anfang Oktober bekannt geworden war, liessen die Reaktionen nicht lange auf sich warten, auch auf politischer Ebene. Die FDP reichte einen Vorstoss im Worber Gemeindeparlament ein. Und die Forderung war klar: Der Gemeinderat solle mit Bernmobil vereinbaren, dass «auf der Linie Bern–Gümligen–Worb auch in Zukunft vorwiegend Tramkombinationen in ausschliesslich blauer Farbe, höchstens ergänzt mit Weiss wie in früheren Jahre, verkehren».

Das Postulat brauche keine weitere Begründung, erklärte FDP-Sprecher Erwin Kämpfer in der Debatte: Die Emotionen in der breiten Bevölkerung hätten gezeigt, dass das blaue Bähnli zu Worb gehöre. «Das blaue Bähnli ist mehr als nur ein Bähnli. Es ist ein Kulturgut weit über die Kantonsgrenze hinaus», fügte Barbara Maccaferri (FDP) an. Sie sei enttäuscht, dass Bernmobil für das Anliegen nicht mehr Verständnis entgegenbringe. «Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg», bedauerte Maccaferri. So würde wenigstens eine Komposition im alten Anstrich der Corporate Identity von Bernmobil kaum schaden.

Nicht kampflos aufgeben

Unterstützt wurde das Postulat von Bruno Hirsbrunner (SVP). Es sei ein Armutszeugnis, wenn man ein solches Wahrzeichen kampflos mit einem Minimum an Aufwand sausen lasse, kritisierte Hirsbrunner. «Trotz Sympathie fürs blaue Bähnli» sprach sich Roland von Arx (Grüne) gegen das Postulat aus. Die blaue Farbe sei zwar wünschbar, aber für die Entwicklung der Gemeinde nicht zwingend. Bei der Qualität des öffentlichen Verkehrs spiele die Farbe keine Rolle.

Der Gemeinderat habe nach Bekanntwerden des Farbenwechsels mit Bernmobil Kontakt aufgenommen und «unmissverständlich» geschrieben, wie eng das blaue Bähnli mit Worb verbunden sei, blickte Gemeindepräsident Niklaus Gfeller (EVP) zurück. Doch Bernmobil-Direktor René Schmied habe sich nicht umstimmen lassen. Immerhin habe Schmied versprochen, dass sich für die nächsten 12 bis 15 Jahre an der neue Farbe nichts ändern werde. Zudem werde sich der Gemeinderat jährlich mit dem Bernmobil-Direktor treffen, um so den Informationsaustausch zu verbessern. Das Parlament folgte dem Antrag des Gemeinderats und erklärte das Postulat für erheblich, schrieb es aber gleichzeitig ab. Damit muss der Gemeinderat keine weiteren Schritte unternehmen.

Für Barbara Maccaferri stirbt aber die Hoffnung zuletzt: «Vielleicht schenkt Bernmobil der Gemeinde Worb zu Weihnachten ein blaues Bähnli.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.11.2010, 07:18 Uhr

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13 Kommentare

Kurt Dubach

17.11.2010, 07:40 Uhr
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Muss das sein,haben wir den keine andere Wahl? Muss gestrichen werden? Es gibt sicher andere Sachen die zuerst gemacht werden müssen! Antworten


rolf zürcher

17.11.2010, 08:44 Uhr
Melden

wer diese farbkombination auf einem öffentlichen verkehrsmittel erfunden hat...soll bitte schön für die instandstellung geradestehn. es sieht abscheulich aus!!! Antworten



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