Weltmeisterlicher Saisonstart im Skidorf
Von Ferdinand Waespe. Aktualisiert am 20.12.2010 1 Kommentar
Wengen stand am Wochenende im Bann einer einmaligen Saisoneröffnung. Weltmeister Stéphane Lambiel und Vizeeuropameisterin Sarah Meier sowie acht Eisprinzessinnen und -prinzen boten eine hochkarätige Eiskunstlaufgala. Die erste Solodarbietung war dem zehnjährigen Micha Steffen aus Spiez vorbehalten. Mit seiner Instrumentalkür lief er sich in die Herzen der Zuschauer – am Freitag bei Schneefall waren es rund 300, am Samstag gegen 1000. Die Zürcherin Tina Stürzinger drehte ihre Runden ohne Stürze. Kraftvoll und elegant schwang und führte Eistänzer Tomothy Leemann seine Partnerin Anaïs Morand durch die Lüfte und übers Glatteis. Auch Sarah Meier bestritt beide Abendvorstellungen – und überzeugte mit einwandfreien und sauberen Leistungen.
Der Samstag präsentierte sich vorerst als Bilderbuchtag. Als aber der zweifache Weltmeister um 15.20 Uhr zum offerierten halbstündigen Helikopterrundflug startete, war die Jungfrau halb eingenebelt. Er finde Wengen unglaublich schön, schwärmte der strahlende Stéphane Lambiel – und: «Ich freue mich auf den Abend mit meinen bekannten Partnern auf dem Eis.» Vorerst war der 25-jährige Walliser mit Wohnort Lausanne aber im Dorf gefragt. Interview beim Westschweizer Fernsehen und Autogrammstunde in der Pickelbar. Für den Besuch der Caritas-Aktion «Eine Million Sterne» auf dem Eigerhubel reichte die Zeit dann nicht mehr.
Pirouetten bei zehn Grad unter null
Zum spektakulären Auftritt um 21 Uhr leuchteten der Mond und viele Sterne. Gerry Hofstetter nahm mit seinen Lichtkunstprojektionen Gebäude und Skigelände ins Visier. Als Stéphane Lambiel seine berühmten Pirouetten drehte, spürten die begeisterten Zuschauer kaum mehr die Kälte von zehn Grad unter null. Der Ex-Weltmeister dankte für die grandiose Stimmung: «Es war wunderbar, eine schöne Zeit in Wengen. Wir hoffen auf eine Wiederholung.» Die Ice Republic in Wengen sei eine gute Chance für junge Leute und für ihn, bekannte der Eisstar vor seiner Abreise um 23 Uhr. Gestern Morgen schon flog Lambiel, einer der begehrtesten Eiskunstläufer der Welt, nach St.Petersburg.
Auch Sarah Meier und der verheissungsvolle Nachwuchs schätzten das unbeschwerte Auftreten im Terrassendorf mit besonderem Charme und viel Eigentümlichkeit. Die Air-Glaciers hatte in 41 Rotationen rund 29 Tonnen Material vom Tal hochgeflogen, damit die Kunsteisbahn in eine veritable Arena mit modernster Beleuchtung und Beschallung umgebaut werden konnte. An beiden Abenden blieben die Geschäfte bis in die Nacht hinein offen und brachten mit Verpflegungsmöglichkeiten und Aktionen Feststimmung ins Dorf. Die Männlichenbahn bot Dorfansichten aus der Vogelschau an. Coiffeur Bischoff etwa lud Erwachsene ins Aufwärmstübli und Kinder ins Heimkino ein. Die Skischule verteilte Suppe vom Hotel Schönegg. Die mundete so gut, dass der Standort Apotheke nicht prophylaktisch sein konnte. Gabriela Schild und Felix Schweizer aus Interlaken bauten nicht einen klassischen Schneemann, aber einen mehrmetrigen Riesenkopf namens Schneeballmann. (Berner Oberländer)
Erstellt: 20.12.2010, 08:23 Uhr
Kommentar schreiben
1 Kommentar
Herzliches Bravo dem Verfasser od. Redaktor zur fettgedruckten Einleitung. Endich wieder jemand, der ganz schlicht u.einfach "beweisen" schreibt (wie es ursprüngl. hiess u.heissen müsste) anstatt diese unsägliche, aufgeplusterte, hohle, nichts (aus)sagende Modewendung "unter Beweis stellen". Substantivierte Verben sind ein Sonderkapitel falschen Sprachgebrauchs. Sucht selbe nach weiteren Bsp.. Antworten
Region
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




