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«Verbrecher zerstörten unser Fest»

Von Peter Steiger. Aktualisiert am 25.09.2010 1 Kommentar

Eine Bande hat den Besucher einer Technoparty im Wiliwald im Grauholz niedergestochen. Der Organisator des illegalen Treffens will anonym bleiben. Er ist schockiert: «Dieses Verbrechen ist eine abscheuliche Tat.»

Der Veranstalter will  im Dunkeln bleiben. Bei dieser Hütte im Grauholz festeten Technofans. In der Nähe schlugen Verbrecher zu.

Der Veranstalter will im Dunkeln bleiben. Bei dieser Hütte im Grauholz festeten Technofans. In der Nähe schlugen Verbrecher zu.
Bild: Urs Baumann

Herr X, Partys im Wald sind also friedliche Treffen in der Natur?
X: Nicht alle, aber jene, die unser Veranstaltungskollektiv organisiert. Unter anderem waren wir auch für die Party im Wiliwald im Grauholz verantwortlich.

Dort hat eine Bande einen Mann niedergestochen und beraubt.
Wir sind schockiert und wütend über diese abscheuliche Tat. Da haben ein paar Verbrecher eine schöne Party mit rund 300 Gästen auf grauenhafte Weise zerstört.

Wer war es?
Wir kennen diese Leute nicht. Sie haben noch nie eine unserer Veranstaltungen besucht.

Wieso wissen Sie das?
Weil wir unsere Gäste auswählen. Wir laden über SMS, Mails und Flyer nur Personen ein, denen wir vertrauen.

Wollen Sie anonym bleiben, weil Sie diese Bande fürchten?
Nein. Wir haben für die Veranstaltung keine Bewilligung eingeholt. Wenn ich mich zu erkennen gebe, muss ich mit juristischen Konsequenzen rechnen.

Was geben Sie über sich preis?
Ich studiere und bin linksalternativ.

Warum umgehen Sie für Ihre Partys die Behörden?
Weil wir für unsere Anlässe keine Bewilligungen bekommen.

Andere erhalten dieses Papier.
Aber die Erlaubnis ist stets mit vielen Bedingungen verbunden. Diese schränken unsere Gestaltungsräume zu sehr ein.

Zum Beispiel?
Um 24 Uhr muss Schluss sein. Für eine Technoparty eine unrealistische Vorstellung.

Sie wollen bloss den Kopf aus der Schlinge ziehen und nicht für die Abfallberge verantwortlich sein.
Bei unseren Veranstaltungen achten wir pingelig darauf, das Gelände so zu verlassen, wie wir es angetroffen haben.

Von wem ist denn der Ghüder?
Wohl von den Partys der anderen Organisatoren.

Sie selbst und Ihr Team sind also die lieben Netten?
Nicht bloss wir, sondern auch weitere Veranstalter handeln verantwortungsbewusst.

Ach was, Waldparty heisst Lärm, Abfall und erzürnte Anwohner.
Bei uns nicht. Wir respektieren die Umwelt. Benützen heisst nicht verwüsten, feiern bedeutet nicht, andere zu stören. Bei der Party im Wiliwald gab es keine Reklamationen, und der Platz befand sich nahe bei der Autobahn, wo die Lärmbelastung für Tiere eh schon hoch ist.

Partyveranstalter sind Leute mit Stretchlimousinen und dicken Portemonnaies.
Wir arbeiten alle gratis. Bei unseren Partys legen die Besucher für die Unkosten und die Getränke freiwillig etwas in ein Kässeli.

Friede, Freude, Technomusik. Und nebenan stechen Verbrecher einen Besucher nieder. Brachen Sie die Party im Wiliwald ab?
Wir haben die Musik zurückgedreht und die Besucher informiert. Formell beendet haben wir den Anlass nicht. Wir wollten nicht mitten in der Nacht um halb drei die Leute durch einen stockdunklen Wald heimschicken. Das hätte Chaos bedeutet.

Was muss ich tun, damit Sie mich zu Ihrer nächsten Party einladen?
Darüber reden wir bei einer anderen Gelegenheit. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.09.2010, 10:04 Uhr

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1 Kommentar

Heinz Gerber

25.09.2010, 11:16 Uhr
Melden

Typisch, pseudo-links-alternativ, nur Fordern und keine Verantwortung übernehmen. Anlass nicht abgebrochen = Kapitalist, das eigene Wohl geht vor. Der Strom wurde sicher mit einem Generator erzeugt und die Tiere zusätzlich verängstigt, sehr umwelt- und tierfreundlich. Wenn ich sehe welchen Aufwand andere Anlässe für die Wiederherstellung einer Wiese haben. Hey, den Wald kann man nicht ansähen! Antworten



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