Tierschützer zeigen Schafzüchter an
Von Christian Liechti. Aktualisiert am 03.08.2011 1 Kommentar
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Bestimmen jetzt die Richter darüber, wie der Schutz vor dem Wolf in Zukunft aussehen wird? Das ist gut möglich, denn der Verein Wildtierschutz Schweiz hat bei der Kantonspolizei Bern Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Auslöser der Strafanzeige waren die Angriffe des Wolfs auf die Herde der Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg von Juni und Juli. Dabei soll der Wolf auf den Alpweiden am Stierengrat laut Anzeige 31 Schafe gerissen haben. Die Schafzuchtgenossenschaft sömmerte zwischen dem Schwarzsee und der Gemeinde Boltigen über 400 Schafe. Ungeschützt. Nach den Wolfsrissen haben die Züchter ihre Tiere frühzeitig zu Tal getrieben (wir berichteten).
Züchter sollen ihre Schafe vernachlässigt haben
Der Wildtierschutz Schweiz begründet seine Strafanzeige mit dem Tierschutzgesetz. Dieses sieht eine Strafe für jene Halter vor, die ihre Tiere vorsätzlich vernachlässigen oder ihre Würde in anderer Weise missachten. Die Gefahr, dass Wölfe Teile der Schafherde reissen würden, sei aufgrund der Erfahrungen aus den Vorjahren sowie der ausdrücklichen Empfehlung des Herdenschutzbeauftragten vorhersehbar gewesen, begründet der Wildtierschutz Schweiz seine Anzeige. Die Schafzüchter hätten im Hinblick auf das Wissen um die Gefahr die Pflicht gehabt, auf die Herde achtzugeben und sie nach ihren Möglichkeiten so gut wie möglich zu schützen.
Die Schafzüchter aus Rüschegg waren tatsächlich vorgewarnt. Bereits in den beiden letzten Jahren riss ein Wolf am Stierengrat Schafe. Im Sommer 2009 wurde deshalb mit der Genossenschaft vor Ort über erste Sofortmassnahmen diskutiert. 2010 und 2011 nahm der Herdenschutzverantwortliche für die Kantone Bern und Freiburg mit den Schafzüchtern erneut Kontakt auf. Die Schafzüchter haben die vorgeschlagenen Massnahmen jedoch abgelehnt, auch wenn für den Schutz ihrer Tiere Geld vom Bund geflossen wäre. Im Fall der Rüschegger Schafzüchter ging es darum, einen Hirten mit Herdenschutzhund auf die Alp zu schicken.
Das Schreiben selbst ist bis gestern bei der Kantonspolizei noch nicht eingetroffen. Die Vertreter der Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg konnten nicht erreicht werden.
Oberster Wildhüter lehnt den juristischen Weg ab
Die Strafanzeige wird nicht nur den betroffenen Schafzüchtern aus Rüschegg, sondern auch dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) Sorge bereiten. Das Bafu hat das Konzept Wolf Schweiz erarbeitet und regelt damit das Zusammenleben von Mensch und Wolf. Das Herdenschutzprogramm des Bafu macht auch Vorschläge, wie Schafherden vor dem Raubtier in der Schweiz geschützt werden können. «Durch die juristischen Schritte der Tierschutzorganisation wird die Kontroverse um den Herdenschutz auf eine neue Ebene gehoben», sagt Reinhard Schnidrig, Leiter der Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität im Bundesamt für Umwelt. «Aber Fakt bleibt: Erfolgreicher Herdenschutz beginnt mit der Bereitschaft der Betroffenen.
Gemäss dem obersten Schweizer Wildhüter sollen die Schafzüchter von sich aus entscheiden können, ob sie Herdenschutz betreiben wollen oder nicht. «Die Schafzüchter sollen zur Einsicht gelangen, dass Herdenschutz sinnvoll ist», sagt Schnidrig, «Gerichtsentscheide dürften unsere Diskussionen erschweren.»
Im Kanton Bern leben rund 55'000 Schafe. Davon werden jährlich 23'000 auf die Alp getrieben. (Berner Zeitung)
Erstellt: 03.08.2011, 07:54 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
1 Kommentar
Ist der oberste Schweizer Wildhüter ein Politiker oder eine Amtsperson ? Fakt ist, sollten sich die Schafhalter tatsächlich auf irgend eine Art und Weise strafbar gemacht haben, wäre es eigentlich am obersten Schweizer Wildhüter, Anzeige einzureichen. Antworten
Region
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.

Bitte warten


