Münchenbuchsee wächst zusammen
Wie schon im Cuphalbfinal im vergangenen Januar (2:3) erwies sich Lugano für Aufsteiger Münchenbuchsee als zu stark. Die Berner verloren ihr Heimdebüt in der obersten Spielklasse gegen das mit vier Brasilianern und einem italienischen Libero gespickte Tessiner Profiteam 2:3. «Wir können mit dieser Niederlage leben. Es besteht kein Grund zur Sorge. Zwei Sätze gegen Lugano zu gewinnen, ist schon mal ein Anfang», sagte Mittelblocker Fabio Zulauf nach dem 25:27, 25:22, 18:25, 25:21, 12:15 vor 150 Zuschauern in der Sekundarschulhalle. Das Team von Oleg Petratschenko konnte zweimal ausgleichen und hielt auch im Tiebreak ordentlich mit. Ausschlaggebend zugunsten der abgeklärten Tessiner waren der bessere Passeur und das druckvollere Servicespiel.
Warten auf Mats Kovatsch
Das Team müsse nun von Spiel zu Spiel die Automatismen perfektionieren, meinte Zulauf. «Libero Mirco Gerson ist erst am Wochenende von seinen Ferien aus der Türkei zurückgekehrt. Er wird unsere Annahme stabilisieren.» Und der ferienhalber in Paris weilende Aussenangreifer Mats Kovatsch habe gegen Lugano nicht adäquat ersetzt werden können, konstatierte der 27-Jährige. Im Heimspiel am Samstag (18 Uhr) gegen Cupsieger Lausanne wird Münchenbuchsee erstmals in Bestbesetzung antreten.
Teamgeist statt Ausländer
Die Berner nehmen die NLA-Saison 2010/2011 (8 Klubs) mit einem Minibudget von 40000 Franken und selbstredend ohne Ausländer in Angriff. «Sogar ein günstiger Söldner verursacht jährliche Kosten von 30000 Franken», sagte Zulauf. «Wir können nur im Kollektiv gewinnen und bauen deshalb auf einen ausgeprägten Teamgeist.» Bei der Zusammenstellung der Mannschaft sei darauf geachtet worden, dass die neuen Spieler charakterlich zueinanderpassen, meinte der diplomierte Pflegefachmann Anästhesie. So sei der Beachvolleyball-Nationalspieler Philip Gabathuler im Rahmen eines Trainingslagers mit dem Gesamtverein in Sumiswald zur Überzeugung gekommen, in Münchenbuchsee eine weitere NLA-Hallensaison zu bestreiten. «Vom Status her ist er unser ‹Ausländer›», sagt Zulauf mit einem Augenzwinkern. Gabathuler lebt mit Zulauf und Assistenztrainer Benjamin Heimgartner in einer WG im Lorrainequartier.
Der Teambildungsprozess schreite zügig voran, sagt Zulauf. Um anzufügen: «Die Beachvolleyballer Philip Gabathuler, Mats Kovatsch, Jonas Stadelmann, Fabio Berta und Mirco Gerson benötigen aber noch etwas Zeit, um in der Halle in Bestform zu kommen.» Zulauf rechnet damit, dass Münchenbuchsee, Schönenwerd, Laufenburg-Kaisten und Lugano den letzten Platz unter sich ausmachen werden. Das Schlusslicht nach der Abstiegsrunde mit Hin- und Rückrunde wird gegen den Drittplatzierten der Nationalliga B in einer Barrage (best of 3) um den Ligaerhalt kämpfen.Thomas WältiTelegramm/Resultate Seite 18
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Erstellt: 11.10.2010, 00:32 Uhr
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