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Fürsorge tut wohl

Aktualisiert am 10.09.2010

David Kleist

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Es ist erstaunlich, welche medizinischen Entwicklungen wir in den vergangenen Jahrzehnten erlebt haben. Heilungsmöglichkeiten, die noch vor einiger Zeit unmöglich erschienen, sind heute Realität. Das bewirkt Hoffnung in schwierigen Lebensumständen. Die Pflege, die kranken Menschen heute zuteil wird, findet auf einem hohen professionellen Niveau statt. Reglementierungen und Qualitätsmanagement sichern die Durch- und Weiterführung dieses Niveaus ab.

Und doch häufen sich auf der anderen Seite die Klagen und Berichte der Betroffenen, dass die Fürsorge zu kurz kommt. Medizinischer Fortschritt und Professionalität können ein wesentliches Bedürfnis des Menschen nicht abdecken: Dass man sich um ihn kümmert und sorgt.

Auch die Bibel macht deutlich, dass der Mensch mehr ist als nur ein anatomisches Wesen aus Organen, Blutgefässen, Muskeln, Nerven usw. Und ganz bestimmt ist er auch mehr als ein wirtschaftliches Objekt, das an der Grösse seiner finanziellen Möglichkeiten gemessen wird. Jeder Mensch braucht Zuwendung und Fürsorge - Dinge, die scheinbar immer mehr zur Mangelware in unserer Gesellschaft geworden sind. Besonders bedenklich wird es, wenn der soziale Kontakt und die Fürsorge durch Bestimmungen und Reglementierungen abgebaut und verhindert werden und damit der Mensch als Ganzes gesehen in den Hintergrund geschoben wird. Beispiele dafür gibt es leider zur Genüge.

Doch die Diskussion über Missstände und Jammern bringen uns nicht weiter. Eine Aussage der Bibel macht deutlich, dass wir unsere Mitmenschen so behandeln sollen, wie wir auch behandelt werden möchten. Die Zeit, die wir uns nehmen, um uns zu sorgen und zu kümmern, kommt nicht nur den anderen zugute oder wird uns genommen, sondern ist Kapital für unsere eigene Zukunft. Und die Zuwendung und Aufmerksamkeit, die wir den anderen schenken, kann unter Umständen ebenso heilsam sein wie Medizin und professionelle Pflege.

Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Wohlergehen!

David Kleist, Pastor, verheiratet, zwei Töchter, Mitglied des Gemeindeleitungsteams der Pfingstgemeinde Interlaken.

E-Mail: pfimi@tcnet.ch

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Erstellt: 10.09.2010, 00:31 Uhr

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