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Eine Sternstunde zum Abschied

Aktualisiert am 19.04.2011

ThunMit Werken von Rutter, Mendelssohn und Debussy verabschiedete die Thuner Kantorei am Sonntag in der Stadtkirche ihren langjährigen Dirigenten Hans Jakob Rüfenacht. Dank dem grossen musikalischen Gespür aller Beteiligten wurde der Abschied zu einer Sternstunde.

In der gut gefüllten Stadtkirche machte die Thuner Kantorei am Sonntag ihrem nach 40 Jahren abtretenden Dirigenten Hans Jakob Rüfenacht ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk: Gemeinsam mit dem reformierten Kirchenchor Murten und einem Ad-hoc-Sinfonieorchester bot sie dem Publikum unter dem Titel «Psalmfest» ein Paradebeispiel des gut ausbalancierten, rücksichtsvollen Zusammenspiels.

Chor, Orchester und Solisten verwuchsen zu einem einzigen Instrument mit vollem, sattem Klang. Sowohl bei Felix Mendelssohn Bartholdys Psalmkantate «Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser» als auch bei John Rutters «Psalmfest» bewiesen die über 100 Beteiligten sehr viel Gespür für die Musik und stellten sich in deren Dienst. Gerade auch die beiden Gesangssolisten Barbara Böhi (Sopran) und Tino Brütsch (Tenor) meisterten ihre Partien feinfühlig und natürlich.

Breite Palette an Klangfarben

Bemerkenswert war der schöne und geschlossene Klang der einzelnen Stimmenregister. Man merkte, dass Rüfenacht mit seinen Chören ausgiebig und erfolgreich Stimmbildung betrieb. Dem schönen Klang des Chors stand der des Orchesters (Konzertmeister: Paul Moser) jedoch in nichts nach. Besonders gut gefiel der liebevolle und weiche Ton der Streicher, auch in hoher Lage. Die Bläser, allen voran die Oboe, überzeugten in ihren Solopassagen durch einwandfreie Intonation und weitgespannte Legatobögen. Nicht zuletzt zeigten die aufführenden Musikerinnen und Musiker ein sehr weites dynamisches Spektrum und eine breite Palette an Klangfarben, die vor allem in den sieben Anthems von Rutter gefragt waren. Denn hier stehen intime Gebete jauchzenden Lobgesängen für den Herrn gegenüber.

Gelungenes Intermezzo

Ein gelungenes Intermezzo zwischen den beiden Chorwerken bildeten im Anschluss die «Danses pour harpe» von Claude Debussy. Besser als mit diesen träumerisch-schwebenden und flüchtigen Tänzen voller Arpeggien hätte die Harfenistin Line Gaudard das Instrument des königlichen Psalmsängers David nicht präsentieren können.

Das Publikum würdigte die musikalische Sternstunde und den abtretenden Dirigenten Hans Jakob Rüfenacht mit lang anhaltendem Beifall und Standing Ovations – auch der Chor spendete seinem langjährigen Leiter zum Abschied herzlichen Applaus. Miriam Schild>

Erstellt: 19.04.2011, 00:31 Uhr

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