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Ein «Goldener Besen» für Kinder aus Bethlehem

Aktualisiert am 24.11.2011

PreisübergabeIm Rahmen der Kampagne «Subers Bärn – zäme geits» wurde gestern der «Goldene Besen» verliehen.

Er symbolisiert den Kampf der Stadt Bern gegen das achtlose Wegwerfen von Müll. Der

Sieger ist der Verein Kindertreff Bethlehem.

Kinder und Leiter der drei Kindertreffs Tscharni, Jojo und Mali freuen sich sichtlich, als ihnen Gemeinderätin Regula Rytz den «Goldenen Besen» überreicht. Den symbolischen Preis erhält in diesem Jahr der Verein Kindertreff Bethlehem, dem die drei Kindertreffs der Quartiere Tscharnergut, Untermatt und Bethlehemacker angehören. Der Verein selbst gehört zum Dachverband für offene Arbeit mit Kindern. Die Preisverleihung ist Bestandteil der Kampagne «Subers Bärn – zäme geits», mit welcher die Stadt Bern seit 2008 gegen das achtlose Wegwerfen von Abfällen in Berns Strassen und Gassen, auf Berns Plätzen und in Parks und im Wald ankämpft.

Was Hänschen nicht lernt

Rund 50 Kinder aus Bern-West, ihre Eltern und die fünf Treff-Leiter plus ein, zwei «Springer» sind anwesend, um den «Goldenen Besen» im Empfang zu nehmen. Aber womit haben sie sich den Preis verdient? «Wir putzen seit vielen Jahren in unregelmässigen Abständen an einem Treff-Mittwochnachmittag mit den Kindern das Quartier oder den Wald», sagt Jojo-Leiter Florian Hauser. Diesmal sei das Untermattquartier an der Reihe gewesen. Heute sei es ja fast Mode, den Müll einfach auf die Strasse zu werfen, sagt er. «Mit der Aktion versuchen wir den Kindern bewusst zu machen, dass ein sauberes Quartier attraktiver ist.» Nach dem Putznachmittag sei zu beobachten, dass die Kinder viel vorsichtiger mit ihren Abfällen umgingen. «Sie haben den Plausch daran.» Trotzdem bleibe der Kampf gegen das achtlose Wegwerfen von Müll ein Dauerthema.

Stadt mit Gesicht

Der Preis bedeute ihnen viel, sagt Hauser. Er sei sowohl Anerkennung für die Kinder als auch Motivation: «Durch den Erfolg sehen sie nun noch mehr Sinn in der Sache. Sie übernehmen Verantwortung.» Wichtig finde er auch, dass die für Kinder anonym wirkende Stadt Bern so ein Gesicht erhalte. «Die Stadt wird personalisiert, dies bestärkt die Kinder, noch mehr für sie, sprich das Gemeinwohl zu tun.» Gemeinderätin Regula Rytz betont bei der Preisverleihung, dass die Stadt jährlich 20 Millionen Franken ausgebe, um diese sauber zu halten respektive zu reinigen. «Stellt euch vor», sagt sie zur lebhaften Kinderschar, «was mit so viel Geld für euch alles gebaut werden könnte. Zum Beispiel mehr Spielplätze oder Skaterparks»

«Ja, s het gfägt»

Die vier Freundinnen Donika, Dorentina, Cagla und Ilayda, alle zwischen neun und elf Jahren jung und aus Bern-West, sind vier der rund fünfzig jüngeren und älteren Kids, die an der Putzaktion mitgemacht haben: «Ja, s het gfägt», sagen sie einstimmig. Werfen sie ihre Abfälle noch achtlos auf den Boden? «Hmm», überlegen sie und schauen einander an. Doch dann kommt überzeugt: «Nein, wir schmeissen alles in die Mülleimer.»

Sonja L. Bauer>

Erstellt: 24.11.2011, 00:34 Uhr

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