Die Tiere kommen verspätet an

Aktualisiert am 03.09.2010

Die Hauptakteure der Schafscheid kamen mit Verspätung: An die 500 Schafe haben gestern erst gegen 9 Uhr morgens den Weg nach Riffenmatt gefunden. An der Schafscheid wurden sie ihren Besitzern zurückgegeben.

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Normalerweise ziehen sie bereits um 8 Uhr die Strasse von Rüschegg hinauf, zwischen den Marktständen hindurch und in den Pferch auf der anderen Seite von Riffenmatt. An der Schafscheid gestern verzögerte sich der Einlauf um fast eine Stunde: Die knapp 500 Schafe der Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg waren erst am Mittwochabend von der Alp heruntergekommen – in einem 14-stündigen Fussmarsch. Deshalb mussten sie ein bisschen länger ruhen. Der Grund war der frühe Schneefall: Am Montag, dem ursprünglich geplanten Marschtag, lagen auf der Alp am Stierengrat neben der Kaiseregg mehr als zwanzig Zentimeter Schnee. «Das ist viel zu gefährlich für die Schafe und vor allem für die Hirten», sagt Ueli Staudenmann, einer der Rüschegger Schafzüchter.

Die Schafscheid in Riffenmatt findet seit Jahrhunderten statt. Im Jahr 1836 bewilligte die Obrigkeit zusätzlich einen Markt. Dieser ist längst zur Hauptattraktion geworden. Die Schafe sind heutzutage lediglich Zierde, gehandelt werden sie kaum mehr. Die Schafzuchtgenossenschaften erhalten einen Beitrag dafür, dass sie ihre Schafe in Riffenmatt präsentieren.

Dennoch ist die Schafscheid der grösste Anlass weit und breit: Rund 10000 Besucher waren gestern am «Nationalfeiertag von Guggisberg», wie das Fest im Volksmund heisst.

Anna Tschannen>

Erstellt: 03.09.2010, 00:30 Uhr

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