Bleibt Brandruine bestehen?
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Am Sonntag, 2. August, ab 11 Uhr, findet auf dem Gelände ein Erinnerungsanlass mit Wurst, Guiness, Cider usw. statt.
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Als der St. Urs in der Nacht vom 1. auf den 2. August 2008 in Biberist brannte, waren viele geschockt. Sie verbanden Erinnerungen mit diesem Haus und werden diese am kommenden Sonntag mit einem Gedenkanlass aufleben lassen. Geblieben ist von diesem Haus inzwischen nicht einmal mehr eine Brandruine, nachdem die Abbruchfirma ganze Arbeit geleistet hat. Dafür hinterliess das Feuer eine sehr komplizierte Situation. So kompliziert, dass man kein Prophet sein muss, um vorauszusagen, dass die Baulücke noch Jahre bestehen wird.
Nicht alle wollen mithelfen
Dafür gibt es zwei gewichtige Gründe. So liegen sich die bisherigen Besitzer in den Haaren. Der stille Teilhaber Peter Scheidegger wolle die anderen Besitzer Christian Lauper und Hanspeter Stern einklagen. Es geht laut Lauper darum, ob Scheidegger selber sein Miteigentum gekündigt hat oder rausgeschmissen wurde. Solange dieser Streit nicht geklärt ist, gehe nichts mehr. «Die Gebäudeversicherung zahlt deshalb das Geld nicht aus, was die weitere Planung blockiert», berichtet er.
Ebenfalls ein Problem sind die unklaren Rechte auf dem Gelände. Für eine sinnvolle Gesamtlösung müssten Lauper und Stern über das ganze Areal verfügen können. Das ist aber mitnichten der Fall. «Nein, nein», sagt Emmy Baumberger vom Balkon ihres Hauses herunter, das indirekt ans St. Urs-Areal angrenzt. Nein, das gilt sowohl als Antwort auf die Frage, ob sie Kontakt mit den Besitzern des St. Urs gehabt hat. Nein ist aber auch – und das ist wichtiger – das Statement zu einem allfälligen Verkauf ihres Hauses.
Positiver tönt es bei Marianne Steffen vom gleichnamigen Musikhaus. Dieses Gebäude liegt zwischen dem Baumberger-Haus und dem St. Urs-Grundstück: «Wir verwehren uns einer guten Gesamtlösung nicht.» Wie die konkret aussehe, wisse sie nicht. «Ich bin gespannt.»
Schwieriges Baurecht
Nein ist der Grundtenor zur Kooperationsbereitschaft von Felix Lehmann, der im alten Kino ein Bürofachgeschäft führt. Allerdings ist die Sachlage hier komplizierter. Er habe ein ewiges Baurecht für das ehemalige Kino, sagt Lehmann. Der Baurechtszins von 10000 Franken sei bereits bei Abschluss anno 1946 beglichen worden. Weil die Dienstbarkeitsverträge aufgrund der früheren Verhältnisse – die Häuser waren ineinander gebaut und wurden gemeinsam genutzt – sehr kompliziert sind, hat Lehmann ein weitgehendes Vetorecht. Er beruft sich dabei auf die Verträge und Einträge im Grundbuch. Die Gegenpartei indes bestreitet die Legitimation von Lehmanns Baurecht.
Konkret sind sich beide Parteien nicht einig, wer das Untergeschoss nutzen darf. Die Situation ist so verfahren, dass Lehmann die Schlüssel für das Tor zum nordseitigen Kellereingang hat, aber nicht in die Lagerräume kann, die traditionell von den Betreibern des St. Urs benutzt wurden. Während Lauper und Stern den bisherigen «Öufi-Bier»-Wirtinnen Möni Zaugg und Anna Kunz nun den südseitigen Kellerraum für ein Restaurant oder eine Bar überlassen wollen, reklamiert Lehmann das ganze Haus für sich.
Angesichts der Ausgangslage mutet es überraschend an, dass Gemeindepräsident Martin Blaser dem Gemeinderat an der nächsten Sitzung einen Projektwettbewerb für das Gelände vorschlägt. «Wir müssen wissen, was wir als Gemeinde wollen, unabhängig von den Besitzverhältnissen», verteidigt er das Vorgehen. Der im Detail noch unbekannte Wettbewerb soll die Rahmenbedingungen für die Nutzung setzen und sehr offen sein. Einen gegenseitigen Kontakt, das bestätigen Besitzer und Gemeindepräsident, habe es in dieser Frage aber noch nicht gegeben. Das soll in den nächsten Tagen geschehen. (Solothurner Tagblatt)
Erstellt: 31.07.2009, 10:41 Uhr
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